Analysen

Saisonausblick 2026/27 – Was erwartet uns und was erwartet euch?

Die Vorbereitung ist vorbei, die ersten vier Pflichtspiele in der CHL liegen bereits hinter uns und nun steht endlich das bevor, worauf wir alle seit dem 03.05. gewartet haben: Die neue DEL-Saison beginnt!

Nach drei Meisterschaften in Folge und fünf Titeln in den vergangenen sechs Jahren starten unsere Eisbären erneut als einer der großen Favoriten in die Spielzeit. Und trotzdem fühlt sich dieser Saisonstart ein wenig anders an als in den vergangenen Jahren.

Serge Aubin ist Geschichte. Mit Eric Dubois steht ein neuer Headcoach hinter der Bande, mit Dan Lambert kam ein neuer Associate Coach hinzu und auch auf einigen wichtigen Positionen innerhalb der Mannschaft hat sich etwas verändert. Gleichzeitig ist das erfolgreiche Grundgerüst der vergangenen Jahre weitgehend erhalten geblieben.

Wir haben uns in den vergangenen Wochen bereits ausführlich mit diesem Kader beschäftigt. Jakob nahm unser komplett neues Torhüterduo unter die Lupe, Holzi beschäftigte sich intensiv mit der Verteidigung, Felix analysierte unseren Sturm und Alex wagte sich an die vermutlich größte Unbekannte dieser Saison: unser neues Trainergespann.

Bevor wir am Ende dieses Artikels aber alle persönlich auf die kommende Spielzeit blicken, möchten wir zunächst über etwas anderes sprechen.

Denn nicht nur bei den Eisbären beginnt eine neue Saison.

Auch bei Puckgeflüster haben wir einiges vor! 🤭

Was erwartet euch bei Puckgeflüster?

In den vergangenen Jahren ist unser kleines Projekt immer weiter gewachsen. Aus einer Idee von ein paar Eisbären-Verrückten sind mittlerweile Podcasts, Spielberichte, Vorberichte, Analysen, Grafiken und viele weitere Inhalte entstanden.

Dabei wollen wir auch in dieser Saison eines ganz bewusst nicht verändern: Puckgeflüster bleibt ein Projekt von Fans für Fans.

Wir wollen Spiele nicht einfach nur nacherzählen. Wir wollen diskutieren, analysieren, manchmal loben, manchmal kritisieren und sicherlich auch das ein oder andere Mal emotional über das Ziel hinausschießen. 😉

Gleichzeitig haben wir uns nach der vergangenen Saison zusammengesetzt und überlegt, wie wir unsere Inhalte besser strukturieren und an einigen Stellen weiterentwickeln können.

Eine der größten Veränderungen betrifft unseren Podcast.

Dieser soll künftig regelmäßig alle zwei Wochen erscheinen und dabei eine Länge von ungefähr 45 Minuten nicht überschreiten. Inhaltlich wollen wir ebenfalls eine klarere Struktur schaffen. Wir sprechen über unsere Tops und Flops der vergangenen zwei Wochen, diskutieren aktuell brennende Themen rund um die Eisbären und werfen anschließend einen Blick auf die kommenden Partien.

Kurz gesagt: weniger endlose Abschweifungen, dafür etwas mehr Struktur – wobei wir uns natürlich nicht versprechen können, dass wir uns immer daran halten werden. Ihr kennt uns schließlich. 🤭

Auch unsere Spielberichte wird es weiterhin geben. Nach Möglichkeit wollen wir euch auch in dieser Saison nach den Spielen unsere Eindrücke und Analysen liefern. Mal ausführlicher, mal etwas kompakter – abhängig davon, wie viel ein Spiel tatsächlich zur Analyse hergibt und wie gnädig unser Privatleben mit uns ist.

Auch unsere Vorberichte bleiben erhalten. Allerdings wollen wir dabei nicht mehr zwangsläufig jedes einzelne Spiel isoliert betrachten. Stattdessen soll es in der Regel einen gemeinsamen Vorbericht auf das komplette anstehende Spielwochenende geben.

Eine komplett neue Rubrik übernimmt unser persönlicher Freund der gestreiften Zunft: Regel-Rick! 😏

Einmal im Monat wird Rick in einer Schiedsrichterkolumne auf die vergangenen Wochen zurückblicken. Neben Statistiken sollen dort vor allem interessante und strittige Szenen analysiert werden. Und bevor jetzt jemand Angst bekommt: Es wird ausdrücklich nicht darum gehen, vier Wochen lang Material dafür zu sammeln, warum die Schiedsrichter grundsätzlich gegen die Eisbären pfeifen. 😉

Auch richtig entschiedene und besonders interessante Regelsituationen sollen ihren Platz bekommen. Gerade weil Entscheidungen auf dem Eis häufig emotional diskutiert werden, möchten wir mit dieser Rubrik versuchen, etwas mehr Regelkunde und Einordnung in die Diskussion zu bringen.

Maarten wird uns dagegen häufiger mit auf Reisen nehmen. In der kommenden Saison sollen vermehrt Berichte von seinen Auswärtsfahrten erscheinen. Dabei soll es nicht ausschließlich um die 60 Minuten auf dem Eis gehen, sondern auch um alles, was einen Auswärtstrip ausmacht: Reise, Halle, Atmosphäre und die kleinen Geschichten drumherum.

Darüber hinaus möchten wir uns wieder mehr Zeit für größere Analysen und spezielle Themenartikel nehmen.

Nachwuchsarbeit, Nationalmannschaft, Special Teams, Entwicklungen in der DEL, ein gelegentlicher Blick über den großen Teich in die NHL oder einfach ein Thema, über das innerhalb der Eisbären-Community gerade besonders intensiv diskutiert wird – wir möchten uns nicht künstlich auf bestimmte Bereiche beschränken.

Wenn wir der Meinung sind, dass ein Thema einen ausführlicheren Blick verdient, wollen wir ihn euch liefern.

Und dann gibt es noch ein paar Dinge, über die wir an dieser Stelle bewusst nicht sprechen. 😏

Einige weitere Ideen befinden sich bereits in Planung. Wann und in welcher Form wir sie umsetzen können, wird sich im Laufe der Saison zeigen.

Genug aber von uns.

Denn viel wichtiger ist natürlich die Frage: Was können wir von unseren Eisbären in der Saison 2026/27 erwarten?

Nach unseren ausführlichen Kaderanalysen haben wir deshalb jedes Mitglied von Puckgeflüster gebeten, noch einmal ganz persönlich auf die neue Saison zu blicken.

Keine gemeinsame Prognose. Keine vorherige Abstimmung.

Einfach sieben Fans, sieben Meinungen und vermutlich auch sieben unterschiedliche Vorstellungen davon, wo diese Reise enden könnte.

Dustin

Wenn ich auf den Sommer und die bisherige Vorbereitung der Eisbären Berlin auf die Saison 2026/27 zurückblicke, muss ich sagen, dass ich ein wirklich gutes Gefühl für die neue Spielzeit habe. Insgesamt bin ich mit dem, was die Eisbären in der Transferphase gemacht haben, sehr zufrieden. Die Neuzugänge machen auf mich einen guten Eindruck und ich bin gespannt, wie sie sich in der Mannschaft einfügen und welche Rolle sie am Ende spielen werden. Auch bei den Vertragsverlängerungen bin ich froh, dass wichtige Spieler gehalten werden konnten und die Mannschaft in vielen Bereichen zusammenbleibt. Natürlich hätte man sich vielleicht an der einen oder anderen Stelle noch eine weitere Verlängerung gewünscht. Aber das ist im Sport nun einmal so. Nicht jede Wunschvorstellung lässt sich umsetzen, und damit muss man umgehen.

Besonders positiv finde ich auch die Aussagen unseres neuen Trainers und generell die Art und Weise, wie er über die Mannschaft und die kommende Saison spricht. Seine Vorstellungen klingen für mich sehr vielversprechend und ich habe das Gefühl, dass es zwischen Trainer und Mannschaft gut passen könnte. Natürlich ist der Abschied von Serge Aubin ein sehr großer Verlust. Er hat die Eisbären über lange Zeit geprägt und war ein wichtiger Teil der vergangenen Erfolge. Einen solchen Trainer ersetzt man nicht einfach von heute auf morgen. Deshalb wird man auch etwas Zeit brauchen, bis sich alles unter dem neuen Trainer richtig eingespielt hat.

Trotzdem bin ich sehr zuversichtlich. Ich habe Vertrauen in die Verantwortlichen, in den neuen Trainer und natürlich in unsere Mannschaft. Die Mischung aus neuen Spielern, erfahrenen Kräften und den Jungs, die schon länger das Eisbären-Trikot tragen, macht mir Hoffnung auf eine erfolgreiche Saison. Ob es am Ende tatsächlich für die Meisterschaft reicht, kann heute natürlich niemand sagen. In einer langen Saison kann viel passieren, und die Konkurrenz in der Liga ist groß.

Aber eines ist klar: Wir sind die Eisbären Berlin. Der Anspruch muss immer sein, oben mitzuspielen und um Titel zu kämpfen. Genau deshalb gehe ich mit einem guten Gefühl in die neue Saison und freue mich darauf zu sehen, was diese Mannschaft erreichen kann. Ich bin gespannt, wohin die Reise geht und vielleicht dürfen wir am Ende der Saison wieder gemeinsam feiern.

Felix

Die Eisbären haben auf wichtigen Positionen einen kleinen Umbruch vollzogen. Erfolgstrainer Serge Aubin ist nach fünf Titeln nach Bern weitergezogen. Auch Co-Trainer Rob Collins hat die Eisbären mit unbekanntem Ziel verlassen. Mit dem neuen Cheftrainer Eric Dubois und Associate Coach Dan Lambert stehen nun zwei neue Gesichter zusammen mit Urgestein André Rankel hinter der Eisbären-Bande.

Mit Dubois, der zuletzt in Ingolstadt als Co-Trainer unter Mark French tätig war, holte Stéphane Richer einen Players Coach, der zum offensiven und laufintensiven Spielstil der Berliner passen sollte. Lambert wird sich u. a. um das Powerplay kümmern, welches tatsächlich ein paar neue Ideen vertragen könnte.

Im Tor folgen Jack LaFontaine und Jonas Neffin auf die dreifachen Meister-Torhüter Jake Hildebrand und Jonas Stettmer. LaFontaine kommt mit starken Werten aus der ECHL, wo er zuletzt Vizemeister wurde. Neffin wurde in Regensburg bekanntlich zum Spieler des Jahres in der DEL2 gewählt. Ich habe ein gutes Gefühl, dass beide in Berlin überzeugen werden. Vor allem Neffin machte im Training bereits einen starken Eindruck.

In der Verteidigung haben Les Lancaster und zuletzt auch Markus Niemeläinen die Eisbären verlassen. Der starke und verlässliche deutsche Kern um Kai Wissmann und Jonas Müller wird weiterhin den Ton angeben. Von Top-Talent Moritz Kretzschmar erwarte ich mir zudem einen weiteren Schritt in seiner beeindruckenden Entwicklung.

Im Sturm sind mit Marcel Noebels und Blaine Byron langjährige Leistungsträger gegangen. Mit Rückkehrer Gabriel Fontaine, der in München nicht glücklich wurde, und einigen vielversprechenden jungen Stürmern (Tobias Krestan, Rihards Griva, Noel Saffran) wurde in die Zukunft investiert. Der Sturm wird weiterhin von Klasse und Tempo dominiert.

Ich sehe die Eisbären auf Platz zwei nach der Vorrunde. Auch mit diesem leicht runderneuerten Kader sollte man um den Titel mitspielen können. Spannend dürfte sein, ob und wie schnell Eric Dubois die Spieler hinter sich bekommt.

Rick

Die kommende Saison dürfte aus Sicht der Eisbären wieder spannend werden. Der Umbruch ist zwar noch relativ klein ausgefallen, aber dafür wurden wichtige Positionen wie der Trainer und die Torhüter ausgetauscht. Es wird interessant zu sehen, ob das Spielsystem von Dubois direkt auf dem Eis umgesetzt wird oder ob sich der Ansatz im Vergleich zur letzten Saison unter Serge Aubin kaum ändert.

Die Eisbären bleiben einfach die Eisbären und haben eine Selbstverständlichkeit auf und neben dem Eis, mit der sie jeden Gegner schlagen können. Aus diesem Grund sehe ich das Abschneiden in der Hauptrunde auch etwas erfolgreicher als in der vergangenen Saison. Meiner Meinung nach wird es aber auch stärkere Teams geben … zumindest in der Hauptrunde.

Holzi

Die Eisbären Berlin gehen auch in dieser Saison mit großen Ambitionen an den Start. Am Kader hat sich im Vergleich zur vergangenen Spielzeit nicht allzu viel verändert, was aus meiner Sicht ein großer Vorteil ist. Die Mannschaft ist eingespielt und die Qualität ist in allen Bereichen enorm hoch. Für mich gehören die Eisbären deshalb erneut zu den absoluten Topfavoriten auf die Meisterschaft.

Im Sturm erwarte ich besonders viel von Rückkehrer Fontaine. Ich bin gespannt, wie er sich wieder in die Mannschaft einfügt und welche Impulse er setzen kann. Besonders auf eine mögliche Reihe mit Ronning, Fontaine und Tiffels würde ich mich freuen. Wenn diese drei tatsächlich zusammen auflaufen, bin ich überzeugt, dass sie die beste Reihe der DEL sein können.

Auch vom neuen Torhüter-Duo bin ich absolut überzeugt. Ich traue beiden Goalies zu, in dieser Saison zu den besseren Torhütern der Liga zu gehören. Gerade auf dieser Position ist Vertrauen enorm wichtig und ich hoffe, dass beide von Beginn an zeigen können, warum die Eisbären sich für dieses Duo entschieden haben.

Gleichzeitig wünsche ich mir, dass die jungen Spieler noch konsequenter an die DEL herangeführt werden. Tobias Krestan und Rihards Griva sollten regelmäßig ihre Eiszeit bekommen und die Chance erhalten, sich weiterzuentwickeln. Das gilt natürlich auch für Moritz Kretzschmar in der Defensive. Unter dem neuen Trainer Eric Dubois würde ich mir hier mehr Mut bei der Entwicklung der jungen Spieler wünschen als zuletzt unter Aubin.

Eine Sache wünsche ich mir außerdem ganz besonders: Endlich wieder ein kreativeres und gefährlicheres Powerplay. In den vergangenen Jahren hat mir dort teilweise die Kreativität gefehlt. Mit den vorhandenen Spielern sollte eigentlich genug Qualität vorhanden sein, um hier einen deutlichen Schritt nach vorne zu machen.

Dubois sollte dabei die nötige Zeit bekommen. Die Platzierung in der Hauptrunde ist für mich deshalb eher zweitrangig. Klar, eine Platzierung unter den ersten vier wäre schön, aber am Ende zählt für mich vor allem, was in den Playoffs passiert. Und dort erwarte ich trotz des neuen Trainers die Meisterschaft. Der Kader hat sich nur wenig verändert und besitzt meiner Meinung nach weiterhin die Qualität, um den Titel zu gewinnen.

Mein persönlicher Breakout-Kandidat ist Eric Hördler. Von ihm erwarte ich in dieser Saison einen deutlichen Schritt nach vorne. Zehn Tore und zehn Assists traue ich ihm langsam zu. Wenn er diese Entwicklung nimmt, könnte er in Zukunft ein richtig wichtiger Spieler für die Eisbären werden.

Insgesamt sind meine Erwartungen deshalb hoch. Die Hauptrunde darf von mir aus auch mal etwas holpriger laufen, solange die Mannschaft im Frühjahr ihr bestes Eishockey spielt. Mit diesem Kader sollte das Ziel aber ganz klar die Titelverteidigung sein.

Jakob

Wenn ich über die neue Saison nachdenke, habe ich ein sehr gutes Gefühl. Klar haben wir einige Leistungsträger verloren. In der Hinterhand haben wir aber auch viele junge Spieler wie Eric Hördler und Moritz Kretzschmar, die bereit sind, den nächsten Schritt zu gehen. Auch Tobias Krestan fiel bereits im Training & Spielen sehr positiv auf.

Das neue Goalie-Duo überzeugt mich auf dem Papier sehr. Ich hoffe, dass es einen guten Konkurrenzkampf zwischen LaFontaine und Neffin geben wird und beide sich gegenseitig auf ein hohes Niveau pushen.

Leistungsträger wie Ronning, Kirk, Pföderl usw. werden uns auch in der kommenden Saison viel Freude bereiten. Das Grundgerüst steht und die neuen Coaches Eric Dubois und Dan Lambert haben die Qualität, mit den funktionierenden Strukturen, die Serge hinterlassen hat, zu arbeiten. Wir werden ein ähnliches System mit einigen Feinjustierungen sehen, die trotz der Erfolge der letzten Jahre notwendig sind. Die Liga entwickelt sich stetig weiter, bekommt immer bessere Spieler dazu und auch kleine Teams können den großen Teams gefährlich werden. Das tut der Qualität des deutschen Eishockeys allgemein gut, heißt aber auch, dass sich die Eisbären weiterentwickeln müssen, um weiterhin oben mitzuspielen.

Ich persönlich denke, dass es schwieriger wird für die Eisbären in der Saison 26/27. Auf dem Papier sind ein bis drei Teams besser aufgestellt als wir. Trotzdem wissen wir alle, was das gefürchtete Eisbären-Playoff-Hockey bedeutet und darauf vertraue ich.

Ich denke, die Eisbären werden wieder im Finale stehen, aber einen Titelcall gebe ich (noch) nicht ab.

Maarten

Die neue DEL-Saison steht in den Startlöchern und bei den Eisbären steht nach dem Abgang des fünffachen Meistertrainers Serge Aubin ein Neuanfang an.

Beim neuen Trainer bleibt man seiner Linie treu und verpflichtet mit Éric Dubois einen Frankokanadier, der genau wie Serge Aubin die DEL bereits als Spieler kennengelernt hat (Oberhausen & Schwenningen). Die ersten Testspiele werden zeigen, inwiefern sich der Spielstil der beiden Landsleute ähnelt.

Dubois findet in Berlin eine weitestgehend zum Vorjahr unveränderte Mannschaft vor.

Die größte Veränderung gibt es im Tor. Mit Lafontaine und Neffin verpflichtet man zwei Torhüter, die im ähnlichen Alter sind und sich beide sicherlich als Nummer eins beweisen wollen. Ich erwarte eine 60/40-Aufteilung der Spiele in der kommenden Saison.

Weitere Neuzugänge sind Gabe Fontaine, der das Umfeld ja bereits bestens kennt, sowie hauptsächlich Spieler, die unter die U23-Regel fallen (Saffran, Griva & Krestan).

Mein Fazit: Die Eisbären gehören weiterhin zum absoluten Favoritenkreis. Der Kern der Mannschaft ist gleich geblieben, und nun liegt es am neuen Trainer, den Hunger auf den Titel weiterhin zu befeuern. Ich denke, die Spieler wollen es sich selbst beweisen, dass sie auch nach der Ära Aubin weiterhin das Zeug dazu haben.

Ich tippe die Eisbären Berlin auf Rang 4 der Hauptrundentabelle.

Alex

Ich gehe tatsächlich mit einem ziemlich guten Gefühl in diese Saison. Natürlich hat es im Sommer Veränderungen auf wichtigen Positionen gegeben und vor allem der Abgang von Serge Aubin hinterlässt nach fünf Meisterschaften in sechs Jahren riesige Fußstapfen. Trotzdem sehe ich keinen Grund, warum wir in dieser Saison plötzlich kleinere Ansprüche formulieren sollten.

Das liegt vor allem daran, dass ich sehr viel von unserem neuen Trainergespann halte. Wie bereits in meiner ausführlichen Traineranalyse beschrieben, gefällt mir die Zusammenstellung aus Eric Dubois und Dan Lambert auf dem Papier wirklich gut. Dubois bringt eine sehr spielernahe Philosophie mit, während Lambert ihn mit enormer Erfahrung ergänzt. Gleichzeitig scheint man nicht auf Revolution, sondern eher auf eine behutsame Weiterentwicklung des erfolgreichen Systems der vergangenen Jahre zu setzen.

Allerdings müssen wir an dieser Stelle auch ehrlich bleiben: Bislang klingt das alles vor allem sehr gut. Geliefert werden muss ab jetzt! Gerade Dubois hat noch nie als Headcoach einer Profimannschaft gearbeitet. Wie er reagiert, wenn die erste längere Niederlagenserie kommt, schwierige Personalentscheidungen anstehen oder der Druck in den Playoffs steigt, kann heute noch niemand beantworten. Die ersten Eindrücke aus Vorbereitung und CHL stimmen mich positiv, mehr aber eben auch noch nicht.

Auch beim Kader bin ich insgesamt optimistisch. Auf einigen wichtigen Positionen haben wir große Qualität verloren, gleichzeitig steht das erfolgreiche Grundgerüst der vergangenen Jahre weiterhin. Besonders spannend finde ich dabei unsere Entwicklung im U23-Sektor. Mit Eric Hördler und Moritz Kretzschmar stehen zwei Spieler vor dem nächsten wichtigen Schritt, während Tobias Krestan, Rihards Griva und Noel Saffran zusätzliche Qualität und Konkurrenz mitbringen. Gerade Krestan hat bereits angedeutet, welches Potenzial in ihm steckt. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir in diesem Bereich zuletzt derart viele interessante Optionen gleichzeitig hatten.

Dazu kommt ein Sturm, der trotz der Abgänge weiterhin enorme individuelle Qualität besitzt. Die Kombination aus Ronning, Kirk und Fontaine kann richtig viel Freude bereiten und dahinter haben wir genügend Spieler, die mehr Verantwortung übernehmen können und teilweise auch müssen. Gerade bei Spielern wie Eric Hördler oder Andy Eder bin ich sehr gespannt, ob sie die entstandenen Möglichkeiten nutzen können.

Auch beim neuen Torhüterduo bin ich nach den ersten Eindrücken deutlich entspannter, als ich es vielleicht zu Beginn des Sommers gewesen bin. Jake LaFontaine und Jonas Neffin haben beide bereits gezeigt, dass sie dieser Mannschaft die nötige Sicherheit geben können. Natürlich müssen sie diese Leistungen nun über eine komplette DEL-Saison bestätigen.

In der Verteidigung bin ich ohnehin vielleicht optimistischer als manch anderer. Ich brauche dort nicht zwingend den großen „Krachertransfer“. Wenn Wissmann und Müller gesund bleiben und unsere jungen Verteidiger ihre Entwicklung fortsetzen, besitzen wir meiner Meinung nach ein sehr harmonisches Kollektiv. Die Verpflichtung von Brandon Davidson bringt zusätzlich Erfahrung und Stabilität.

Unterm Strich sehe ich deshalb auch in dieser Saison eine Mannschaft, die um die Meisterschaft spielen kann und eigentlich auch muss. Ob wir nach 52 Spielen Erster, Zweiter oder Vierter sind, interessiert mich dabei nur bedingt. Diese Mannschaft hat in den vergangenen Jahren oft genug gezeigt, was passiert, wenn im Frühjahr Eisbären-Playoff-Hockey gespielt wird. 😏

Trotzdem glaube ich, dass diese Saison vielleicht etwas schwieriger werden könnte als die vergangenen Jahre. Die Konkurrenz schläft nicht und gerade nach einem Trainerwechsel wäre es vermessen zu erwarten, dass vom ersten Spieltag an automatisch alles genauso funktioniert wie zuvor.

Mein Tipp? Die direkte Playoff-Qualifikation sollte das Mindestziel sein. Danach traue ich dieser Mannschaft erneut den Einzug ins Finale zu.

Und wenn wir dort erst einmal angekommen sind, werde ich ganz sicher nicht gegen unsere Eisbären tippen. 😉🏒

Dann kann es ja endlich losgehen! 🏒

So unterschiedlich unsere Einschätzungen an der ein oder anderen Stelle auch ausfallen mögen, in einem Punkt sind wir uns wohl alle einig: Diese Saison bringt verdammt viele spannende Geschichten mit sich. Ein neues Trainergespann muss beweisen, dass es das erfolgreiche Erbe von Serge Aubin weiterentwickeln kann, etablierte Leistungsträger müssen erneut vorangehen und gleichzeitig klopft eine vielleicht so spannende Generation junger Spieler wie lange nicht mehr an die Tür.

Wo diese Reise am Ende hinführt? Keine Ahnung – und genau das macht doch den Reiz einer neuen Saison aus. Vielleicht diskutieren wir in ein paar Monaten über eine völlig unerwartete Entwicklung, vielleicht erleben wir im Frühjahr wieder dieses ganz besondere Eisbären-Playoff-Hockey und vielleicht dürfen wir am Ende sogar erneut gemeinsam feiern. Genügend Stoff für Spielberichte, Podcasts und die ein oder andere hitzige Diskussion dürfte jedenfalls garantiert sein. 🤭

Wir freuen uns darauf, diese Saison gemeinsam mit euch zu erleben, zu analysieren, zu diskutieren und manchmal wahrscheinlich auch einfach nur völlig emotional über Eishockey zu reden.

Also genug der Vorschauen und Prognosen: Lasst uns endlich wieder DEL-Eishockey schauen! 💪🏒

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