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Spielbericht: Eisbären vs. Wolfsburg

Zwischen Frühstück und Gänsebraten ist gemeinhin am 2. Weihnachtsfeiertag Eishockeyzeit, dieses Jahr zum Glück auch wieder mit einem Weihnachtsheimspiel in unserer Mercedes-Benz Arena. Gegner waren wie so oft unsere Freunde aus der Autostadt. Wobei gastfreundlich präsentierten sie sich nicht, es war kein einfaches Spiel für unsere Jungs und dennoch haben wir das dritte Heimspiel in Folge gewonnen. Über das die Art und Weise spricht am Ende der Saison keiner mehr!

Die Wolfsburger reisten etwas ersatzgeschwächt in die Hauptstadt. Armin Wurm, Ryan Botton, Julian Chrobot, Robert Kneisler und Matt White standen Headcoach Mike Stewart nicht zu Verfügung. Bei den Eisbären fehlen weiterhin Lean Bergmann, Blaine Byron und Eric Hördler. Am Line-Up änderte sich nur geringfügig etwas. Eder und Heim tauschten ihre Positionen. So spielte Tobi neben Cormier und Veilleux, was später noch relevant werden sollte.

Der Start der Eisbären in die Partie war vielversprechend, auch die frühe Strafe von Julian Melchiori konnte an diesem positiven Eindruck nichts rütteln. Im Gegenteil, das Unterzahlspiel war an diesem Abend wieder sehr solide und sorgte für kaum Gefahr durch die Gäste.

Ab Mitte des Auftaktdrittels kippte das Momentum zunehmend auf die Seite der Wolfsburger. Die Gastgeber verloren offensiv komplett den Zugriff auf die Partie und sahen sich einen Angriff der Grizzlys nach dem anderen ausgesetzt. Eine sehr unschöne Szene ereignete sich am Ende der zweiten Strafe unserer Eisbären. Fabio Pfohl wurde in die bereits entriegelte Strafbanktür gecheckt und verletzte sich dabei unglücklich schwer. Er konnte die Begegnung logischerweise nicht mehr fortsetzen. Wir wünschen schnelle Genesung an dieser Stelle!

Das Schussverhältnis zum Ende des ersten Drittels spiegelt das zweigeteilte Drittel gut wider. Die Wolfsburger hier mit einem kleinen Vorteil von 15 zu 13 Schüssen aufs Tor. Allerdings waren viele dieser Schüsse aus ungefährlichen Zonen. Dennoch machten beide Torhüter eine sehr gute Partie und strahlten viel Sicherheit aus. Die Pause im Nürnbergspiel tat Jake Hildebrand merklich gut!

Das Mitteldrittel gestaltete sich etwas zerfahrener und war geprägt von Drangphasen auf beiden Seiten. Allerdings fehlte weiterhin die nötige Zielstrebigkeit in den Abschlüssen, auch das galt lange für beide Mannschaften! Erst als Jonas Müller mit einem cleveren Pass über die Bande das sonst sehr gute Forechecking der Gäste überspielen konnte, ergab sich die erste wirklich klare Chance für unsere Eisbären. Zuvor waren immer Wolfsburger Schläger dazwischen. 

Yannick Veilleux war der letztendliche Adressat des Passes von Müller, jener konnte diesen gut verarbeiten und spielte seinerseits einen herausragend getimten Pass quer durchs Drittel auf Tobi Eder. Dieser zog mal ohne wirkliche Verzögerung ab und überwand den sonst gewohnt starken Strahlmeier durch die Schoner. Wunderbarer Angriff! 

Danach durften die Eisbären das erste Überzahl der Partie spielen, auf welches man im Nachhinein gut und gerne hätte verzichten können. Die Gäste nutzten einen eklatanten Fehler der Gastgeber aus und erzielten in Person von Fauser den hochverdienten Ausgleich. 

Danach änderte sich die Spielweise der Eisbären merklich. Als ob man einen Schalter umgelegt hätte. Vielleicht lag es auch an den nachlassenden Kräften der Grizzlyz, welche schon deutlich aufs Gaspedal gedrückt haben. Bei der dünnen Personaldecke vielleicht auch etwas zu ambitioniert. Im Gegensatz zum letzten Auftritt in Berlin fehlte es den Gästen auch an der nötigen Effektivität. Die Eisbären spielten aber auch zunächst über weite Strecken sehr defensiv. Vor allem achteten sie auf das Vermeiden von unnötigen Kontersituationen, außer beim Gegentor!

Die nun deutlich dominantere und direktere Spielweise der Eisbären, sorgte für eine klare Dominanz, welche wenig später durch einen wieder herausragend aufgezogenen Angriff belohnt wurde. Diesmal war es Melchiori mit einem starken Pass auf Noebels, der den sich gebotenen Platz ausnutzen konnte und in der Mitte Jaedon Descheneau mustergültig seinen fünften Eisbärentreffer auflegen konnte.

Diese Führung verteidigten die Eisbären im letzten Drittel größtenteils sehr souverän. Es gab zwar etliche Gelegenheiten die Führung weiter auszubauen, aber defensiv las man zum Glück nur noch wenig zu. Insgesamt ein wichtiger Sieg in einer sehr intensiven und ereignisreichen Phase. 

Man darf auch nicht vergessen, dass die Spieler auch nur Menschen sind, die diese wunderbar besinnliche Zeit mit ihrer Familie genießen wollen. Zudem tuen sich die Eisbären zu Hause weiter sehr schwer, was man psychisch deutlich merkt. Der Druck ist enorm. Jeder kleine Erfolg, sei er noch so knapp, hilft dabei, diese Blockade zu lösen. Der zweite Platz hinter weiter starken Bremerhavenern sollte aber Zeichen genug sein, dass die Jungs weiter auf einen sehr guten Weg sind!

Nun heißt es ein bisschen Kräfte zu sammeln und dann stehen auch mal wieder zwei Auswärtsspiele an. Das können unsere Jungs schließlich  besonders gut. Wir wünschen euch nun noch einen schönen restlichen 2. Weihnachtsfeiertag.

Fotos: City-Press GmbH

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