Vorberichte

Mit Tempo zurück an die Spitze?

Die aktuelle Lage bei den Eisbären

Der Rekordmeister ist letztlich wie erwartet in die neue Saison der Penny DEL gestartet. Einem über weite Strecken überzeugenden 4:2-Heimsieg gegen Straubing (Tore: Wiederer, Kirk, Ronning, Mik) folgte eine knappe, aber nicht unverdiente 3:4-Niederlage beim Erzrivalen in Mannheim (Tore: Müller, Ronning, Wiederer). Am kommenden Wochenende stehen den Berlinern zwei sehr unterschiedliche Aufgaben bevor. Am Freitag geht es zu den hoch gehandelten Kölner Haien mit Ex-Eisbär Marcel Noebels, bevor am Sonntag die Iserlohn Roosters in der Uber Arena zu Gast sein werden.

Gegen Straubing überzeugten die Eisbären zumindest über 40 Minuten mit konsequentem Spiel in Defensive und Offensive, wo man sich mal wieder auf das derzeit kongeniale Sturm-Duo Liam Kirk und Ty Ronning verlassen konnte, die beide jeweils einmal trafen. In Mannheim konnte man dagegen trotz einen Blitzstarts und einer 2:0-Führung keine Punkte mitnehmen. Zu anfällig agierte vor allem die an diesem Tag eher sorglos agierende Defensive. Kai Wissmann sprach nach der Partie davon, dass die Abstände zwischen Verteidigern und Stürmern zu groß gewesen wären. Wir dürfen gespannt sein, ob man beim nächsten Topspiel am Freitag in Köln ein konstanteres Spiel aufs Eis bringen kann.

Liam Kirk (vier Punkte) und Ty Ronning (fünf Punkte) hatten am Wochenende viel Grund zum gemeinsamen Jubeln. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Helfen soll dabei ab sofort ein sehr interessanter Neuzugang. Da Patrick Khodorenko auf Grund seiner schweren Knieverletzung noch einige Zeit ausfallen wird (Optimisten sprechen von einem Comeback im Januar, Pessimisten sogar von einem vorzeitigen Saisonaus), hat Sportdirektor Stephane Richer wie erwartet noch einmal auf dem Transfermarkt zugeschlagen und Stürmer Jean-Luc Foudy verpflichtet. Der 24-jährige Stürmer (1,80 m, 80 kg), der sowohl als Center als auch als Außenstürmer agieren kann, bringt ein ähnliches Profil wie Khodorenko mit, der laut Richer auch noch nicht lizensiert worden ist. Foudys große Stärke ist seine mehr als beeindruckende Geschwindigkeit. Er gilt als einer der besten Skater seines Draft-Jahrgangs. Trotz 13 NHL-Spielen (ein Tor) für die Colorado Avalanche und starken ersten Profi-Jahren in der AHL stagnierte seine Entwicklung zuletzt, auch verletzungsbedingt. Insider und Scouts gehen davon aus, dass sein Spielstil besser zum europäischen Eishockey passen dürfte, da es vor allem körperlich nicht ganz für den Durchbruch in der NHL gereicht hat. Neben seinen herausragenden läuferischen Fähigkeiten gilt Foudy zudem als intelligenter Zwei-Wege-Stürmer mit starkem Spielverständnis. Meiner Meinung nach ist er damit genau der Spielertyp, der uns im Sturm noch gefehlt hat. Der Konkurrenzkampf im Kader dürfte nun, nachdem auch Freddy Tiffels in Mannheim sein Saisondebüt gefeiert hat, deutlich höher sein. Es ist auch nicht auszuschließen, dass sich am Wochenende jemand auf der Tribüne wiederfinden wird, der aktuell noch nicht damit rechnet.

Der Gegner am Freitag; Kölner Haie

Die Haie, die als einer der Topfavoriten auf den DEL-Titel gelten und sich mit KHL-Top-Verteidiger Robin Press, Marcel Noebels, Daniel Fischbuch und Tim Fleischer hochkarätig verstärkt haben, sind eher durchwachsen in die Saison gestartet. Nachdem man in der CHL mehr als überzeugen konnte und bereits vorzeitig für das Achtelfinale qualifiziert ist, reichte es am ersten Liga-Wochenende nur zu zwei Punkten. Auch die Paradereihe der Kölner mit Patrick Russell, Gregor MacLeod und Marcel Noebels, der mit einer -5 aus dem Wochenende ging, konnte den Spielen im Gegensatz zur CHL noch nicht ihren Stempel aufdrücken. Wer allerdings sofort auf sich aufmerksam machte, war Kevin Niedenz. Der 23-jährige, dem viele Experten auch dank seines Tempos eine gute Zukunft in der Liga prognostizieren, kommt bisher auf zwei Tore und eine Vorlage. Trotz seiner starken Leistung stottert der Haie-Motor bisher. Einem mehr als überraschenden 4:8 gegen Wolfsburg folgte ein schmeichelhafter 4:3-Erfolg nach Verlängerung gegen Frankfurt. Vor allem defensiv gestatteten die Haie ihren Gegnern sehr viel Freiraum. Ich bin daher optimistisch und tippe auf einen 5:3-Auswärtssieg der Eisbären in der Domstadt (Spielbeginn: 19:30 Uhr).

Kevin Niedenz könnte einer der Shootingstars der neue DEL-Saison werden. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Der Gegner am Sonntag: Iserlohn Roosters

Für das Team aus dem Sauerland geht es in dieser Saison augenscheinlich nur um den Klassenerhalt. Die Roosters setzen vor allem auf das physische Element, was Neuzugänge wie Cole Maier (Nürnberg) und Justin Scott (Straubing) bestätigen. Für den Spielaufbau wurde Offensiv-Verteidiger Mac Hollowell aus der KHL verpflichtet. Mit Peter Quenneville, der vor einigen Jahren im Trikot der Lausitzer Füchse für Rekordmarken in der DEL2 sorgte, wurde ein neuer Scharfschütze geholt. Am ersten DEL-Wochenende gab es für die Iserlohner zwei knappe Niederlagen. Einem 3:4 gegen Ingolstadt folgte ein 1:2 in Bremerhaven. Gerade im Spiel Fünf gegen Fünf konnte man sich nur selten Torchancen erspielen. Tempo und Kreativität sucht man im Kader der Roosters eher vergeblich. Vor allem der Abgang von Topscorer Daniel Fischbuch nach Köln wiegt schwer. Ich tippe daher auf einen souveränen 5:1-Heimsieg der Eisbären (Spielbeginn: 14:00 Uhr).

Peter Quenneville kam in der Saison 21/22 im Trikot der Lausiter Füchse in 57 Spielen auf beeindruckende 85 Scorerpunkte.

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