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Spielbericht: Köln vs. Eisbären

Die Eisbären gewinnen ein Spiel, in dem Verteidigungsreihen zeitweise eher als unverbindliche Empfehlung verstanden wurden, am Ende mit 6:5 nach Penaltyschießen. Matchwinner war ausgerechnet der erst unter der Woche verpflichtete Jean-Luc Foudy, der den einzigen Treffer im Shootout und zuvor bereits das zwischenzeitliche 5:3 erzielen konnte. Warum eben diese Zwei-Tore-Führung nicht für drei Punkte gereicht hat, gilt es nun in gewohnter Form zu analysieren!

Ein Blick auf das Line-up gestaltete sich heute durchaus interessant. Vor dem Spiel stellte sich vor allem die Frage, in welcher Sturmformation Jean-Luc Foudy starten würde. Wie gewohnt wurde diese Frage eine Stunde vor Spielbeginn beantwortet. Foudy fand seinen Platz in der dritten Reihe neben Vikingstad und Veilleux. Dafür rückte Tobias Krestan in die vierte Reihe an die Seite von Manu Wiederer und Eric Hördler. Gab Fontaine wiederum wechselte von der vierten in die zweite Reihe. Somit blieb nur die erste Sturmformation unverändert!

Gar nicht im Kader zu finden waren Griva, Reinke, Saffran und Kretzschmar. Im Tor bekam auch im dritten Ligaspiel Jack LaFontaine den Vorzug vor Jonas Neffin, der mit großer Wahrscheinlichkeit am Sonntag gegen seine Iserlohner Heimat sein Eisbären-Debüt geben wird.

Den besseren Start in die Begegnung erwischten eindeutig die Kölner Gastgeber. Gleich mit den ersten Wechseln vergab Tim Fleischer aus vielversprechender Position die erste Großchance der Haie. Allerdings wurde diese auch sehr gut von LaFontaine im Eisbären-Gehäuse entschärft. Trotz fünf Gegentreffern lieferte er an diesem Freitagabend eine gute Partie ab, wurde von seinen Vorderleuten allerdings das ein oder andere Mal völlig im Stich gelassen.

Die Eisbären taten sich in den ersten Minuten sehr schwer und wirkten in vielen Aktionen hektisch. Man merkte der Mannschaft die zahlreichen Reihenänderungen an. Einzig die unveränderte erste Formation um Tiffels, Ronning und Kirk wirkte ansatzweise eingespielt. Aber auch hier merkte man vor allem Freddy Tiffels an, dass er noch nicht wirklich in der neuen Saison angekommen ist. Den Führungstreffer durch Ty Ronning bereitete er allerdings sehr clever vor. Bei Ronning gehen einem langsam die Superlative aus – ebenso bei Liam Kirk. Beide waren dann auch entscheidend an der schnellen Reaktion auf den Ausgleichstreffer von Marcel Noebels beteiligt. Über diesen Gegentreffer möchte man allerdings lieber den Mantel des Schweigens legen. Was ich hiermit auch tue! 🤭

Offensiv waren die Eisbären nun das dominantere und spielerisch stärkere Team. Auch die anderen Sturmformationen beteiligten sich zunehmend am Offensivspiel und Foudy ließ immer wieder seine enorme Geschwindigkeit aufblitzen. Eigentlich hätte man sich zu diesem Zeitpunkt durchaus eine höhere Führung verdient gehabt. Leider sind die Eisbären als Mannschaft derzeit noch nicht gefestigt genug, um solche Führungen sicher durch wichtige Phasen eines Spiels zu bringen.

Durch erneut viele Ungenauigkeiten im Aufbauspiel machte man den Gegner wieder stark und kassierte bei angezeigter Strafe kurz vor Drittelende den mehr als vermeidbaren Ausgleich. Wenige Sekunden vor Ertönen der Sirene zog Markus Vikingstad dann auch noch eine unnötige Strafe. Generell ließen sich einige Spieler im ersten Drittel ziemlich schnell provozieren, allen voran Tiffels und Ronning. Yannick Veilleux ist dagegen in dieser Saison bislang erstaunlich handzahm unterwegs! 🤭

Mit der Strafe gegen Vikingstad startete man in den Mittelabschnitt. Nachdem man die erste Unterzahl im ersten Drittel noch sehr stark verteidigt hatte, lief man nun ausgerechnet mit einem Mann weniger in einen unnötigen Konter. Dass der Schuss von Tim Fleischer dann auch noch von Davidson unhaltbar ins eigene Tor abgefälscht wurde, war einfach nur unglücklich und passte irgendwie zum defensiven Auftritt beider Mannschaften an diesem Abend.

Insgesamt merkte man den Eisbären aber an, dass sie in diesem Drittel den Fokus stärker auf ein kontrolliertes Offensivspiel legen wollten. Natürlich ist das mit einem Rückstand im Rücken nicht ganz so einfach, weil man das Risiko logischerweise stetig erhöhen möchte und irgendwann auch muss. Ein weiteres Powerplay spielte den Eisbären dabei in die Karten. Wieder war es kein „typischer Powerplaytreffer“, aber das wird Torschütze Markus Vikingstad völlig egal gewesen sein. Zuvor hatte er sich noch mächtig über eine Anspielsituation geärgert und wollte bereits das Eis verlassen. Sicherlich wurmte ihn auch seine unnötige Strafe noch. Mit seinem Ausgleichstreffer machte er diesen Fehler aber schnell wieder vergessen.

Als dann auch noch Andy Eder Juvonen auf dem falschen Fuß erwischte, war das nahezu perfekte Mitteldrittel unserer Eisbären komplett. Deutlich unaufgeregter als noch im ersten Drittel gefiel mir dieser Spielabschnitt wesentlich besser. Vor allem agierte man nun aus einer sichereren Defensive heraus und hatte über weite Strecken einen guten Zugriff in allen Zonen des Eises. Alles, was dennoch durchkam, hielt Jack LaFontaine ohne größere Probleme.

Im vermeintlich letzten Drittel konnten die Eisbären durch den bereits mehrfach angesprochenen Foudy die Führung auf zwei Tore ausbauen. Natürlich hatte man bei diesem Treffer so ziemlich alles an Eishockeyglück, was an diesem Abend auf dem Markt erhältlich war – aber nehmen wir gerne! 😏 Und dennoch schlich sich bei mir dieses komische Gefühl ein, dass die Eisbären in dieser noch jungen Saison einfach noch nicht hundertprozentig gefestigt wirken. Obwohl man die Partie nun eigentlich sehr gut im Griff hatte und die Haie nicht sonderlich bissig auftraten, blieb dieses Gefühl permanent im Hinterkopf.

Leider bestätigte es sich dann fünf Minuten vor dem Ende. Die Eisbären offenbarten wieder einige dieser Unsicherheiten in der eigenen Verteidigungszone und luden die Haie zu mehreren Großchancen ein. Lange Zeit war es eine Mischung aus Glück und LaFontaine, die den Anschlusstreffer verhinderte. Dann war es bei gezogenem Juvonen ausgerechnet wieder Marcel Noebels, der eine der zahlreichen Einladungen seiner ehemaligen Mitspieler ausnutzen konnte.

Als Kai Wissmann beim Versuch, den Puck zu klären, auch noch eine Strafe wegen Spielverzögerung kassierte, konnte man bereits erahnen, was in den folgenden Sekunden passieren würde. Bei sechs gegen vier und der Paradereihe der Kölner Haie auf dem Eis war der Ausgleich kaum noch zu verhindern. Die drei Punkte hatte man allerdings schon vorher aus der Hand gegeben.

In der Overtime waren die Eisbären, auch bedingt durch eine Überzahl, zwar das aktivere, aber nicht unbedingt gefährlichere Team. Das Powerplay bescherte den Eisbären an diesem Abend zwar zwei Treffer, wurde insgesamt aber nicht wirklich überzeugend ausgespielt. Das zeigte sich leider auch in der Verlängerung. Allerdings konnten sich die Gastgeber ebenfalls keine großen Chancen mehr herausspielen und so war das Penaltyschießen die logische Konsequenz.

Und völlig konträr zum torreichen Spielverlauf wollte im Shootout lange Zeit überhaupt kein Treffer fallen. Besonders interessant war dabei ein Ritual von Jack LaFontaine vor den Penaltyschüssen der Haie. Er stand zunächst seitlich und nach links blickend in seinem Tor und positionierte sich erst zentral, sobald der gegnerische Schütze den Puck berührt hatte.

Den einzigen Treffer im Shootout erzielte schließlich Jean-Luc Foudy und avancierte damit endgültig zum Gamewinner. Zwei Tore und viele gute Szenen im ersten Spiel – man hätte definitiv schlechter bei seinem neuen Team ankommen können. Ich glaube, an dem werden wir noch viel Freude haben!

Die Eisbären sind somit insgesamt recht gut in die neue Saison gestartet. Mit Straubing, Mannheim und Köln traf man direkt auf alle drei Playoffgegner der vergangenen beiden Jahre. Wenn man bedenkt, dass auch in Mannheim durchaus mehr drin gewesen wäre, kann man mit dem Saisonstart sehr zufrieden sein. Fehler und Abstimmungsprobleme sind zu einem so frühen Zeitpunkt der Saison völlig normal. Zudem dürfen wir nicht vergessen, dass wir ein komplett neues Trainergespann haben. Manchmal ertappe ich mich sogar dabei, dass ich den Trainerwechsel spielerisch kaum bemerke – und das ist durchaus als Kompliment für das neue Trainerteam gemeint! 🤭

Nun wartet am Sonntag im zweiten Heimspiel das aktuelle Schlusslicht der Liga auf uns. Wir sind gespannt, wie sich unsere Eisbären in dieser Partie präsentieren werden!

Bis dahin wünschen wir euch ein entspanntes Wochenende! 🏒💪

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