Spielbericht: Mannheim vs. Eisbären
Man kann einfach nur stolz sein auf diese Mannschaft! Die Eisbären gewinnen auch das zweite Auswärtsspiel der Serie und gehen somit mit 3:0 in Führung in der Finalserie. Am Ende stand erneut ein deutlicher 5:1-Erfolg. Warum dieser Sieg keineswegs selbstverständlich war, gilt es nun in gewohnter Form zu analysieren!
Die Eisbären starteten zunächst mit einem unveränderten Line-Up, auch die Adler veränderten nur marginal eine Stürmerposition. Sonst blieb bei beiden Teams alles beim Alten. Bei den Mannheimern hätte man durchaus über weitere Alternativen nachdenken können. Man verfügt schließlich über einen tiefen Kader, frische Impulse hätten dem Team von Headcoach Dallas Eakins durchaus gutgetan.
Der Start in die Partie verlief dann äußerst unglücklich für die Mannen von Serge Aubin. Bereits nach 22 Sekunden checkte Kai Wissmann Maxi Heim viel zu hart gegen den Kopf. Egal, wie lange diese Serie noch gehen mag – man muss wohl davon ausgehen, dass Kai in dieser Saison kein Spiel mehr bestreiten wird. Die große Strafe war die einzig logische Konsequenz. Gute Besserung an Maxi Heim! Der restliche Abend verlief dafür bemerkenswert fair, beide Mannschaften fokussierten sich klar auf das Sportliche.
Anschließend entwickelte sich ein sehr offenes und offensives Eishockeyspiel. Zunächst agierte man nach einer Strafe gegen Daniel Renouf kurzzeitig mit vier gegen vier Spielern auf dem Eis. Die Eisbären hatten zu Beginn durch Liam Kirk die besseren Chancen, konnten diese aber nicht nutzen. Mit Ablauf der Mannheimer Strafe begann die dreiminütige Überzahl infolge der großen Strafe gegen Wissmann – und diese konnten die Adler sofort nutzen. Mit viel Offensivdrang überbrückten die Gastgeber schnell die neutrale Zone, die Berliner wirkten kurz überrascht. Marc Michaelis war der Nutznießer dieser Szene.
In den restlichen Minuten des Powerplays fiel jedoch kein weiterer Treffer. Die Eisbären fassten sich zusehends und wirkten keineswegs geschockt. Ein Angriff nach dem anderen rollte nun auf das Adler-Gehäuse zu – zunächst noch mit fehlender Effizienz. Am Ende war es wieder das unnachahmliche Forechecking, das hauptursächlich für den Ausgleich war. Leo Pföderl bediente Eric Mik mustergültig – und das war der Beginn eines ganz besonderen Abends. Man hätte denken können, dass der Ausfall des Kapitäns das Spiel der Eisbären brechen würde. Das Gegenteil war der Fall. Die Mannschaft ließ sich nicht im Geringsten von ihrem Plan abbringen. Einfach bemerkenswert!
Eric Mik fasste es im Interview in der ersten Pause selbst gut zusammen: „Für meine Verhältnisse hinten deutlich zu offen, das müssen wir abstellen, wir haben hier noch viel vor!“ Damit wäre mein Spielbericht eigentlich beendet. 🤭 Besser kann ich es kaum ausdrücken. Denn auch die Adler hatten einige hochkarätige Chancen. Vor allem dem nun häufiger eingesetzten Moritz Kretzschmar war eine gewisse Nervosität anzumerken. Aber wer möchte einem so jungen Talent daraus einen Vorwurf machen?
Jonas Stettmer zeigte in vielen Phasen wieder unbeschreiblich souveräne Saves. Dafür findet man kaum passende Worte. Übrigens auch nicht für den erneut überragenden taktischen Auftritt im Mittelabschnitt. Dieses Drittel legte den Grundstein für den deutlichen Sieg. Eigentlich hätte man ein großes Aufbäumen der Gastgeber erwarten dürfen – stattdessen dominierten fast ausschließlich unsere Eisbären.
Man nutzte den kurzen Wechsel eiskalt aus, spielte Mannheim müde und setzte immer wieder kluge Nadelstiche. Liam Kirk brachte einen cleveren Handgelenksschuss in den Slot, wo Les Lancaster das Spiel zugunsten seiner Mannschaft drehte. Die Adler nur durch Einzelaktionen gefährlich! Mathias Plachta initiierte die beste! Aber auch hier blieb Jonas stabil!
Als dann Eric Mik mit seinem zwischenzeitlich zweiten Treffer auf 3:1 erhöhte, wirkten die Adler endgültig gebrochen. Ein sensationeller Auftritt unserer Mannschaft in diesem Drittel, der im Schlussabschnitt konsequent fortgesetzt wurde. Mannheim rannte zwar weiter an, aber ein klarer Plan war kaum noch zu erkennen. Spätestens mit dem Doppelschlag von Mik und Kirk war der Deckel endgültig drauf.
Es ist einfach Wahnsinn: Da fällt der Kapitän aus – und wie schon im vergangenen Jahr gegen Köln springt Eric Mik nahtlos in die Bresche. Hattrick eines Verteidigers! Was für eine Geschichte! DEL-Rekord!
Bei aller Euphorie über die Möglichkeit, nun im vierten Spiel den Titelhattrick perfekt zu machen: Dieses Spiel muss erst noch gespielt werden. Aber diese Mannschaft hätte es sich mit den Leistungen der letzten Wochen mehr als verdient – und das nach dieser schwierigen Saison.
Lasst uns am Donnerstag die Halle wieder zum Beben bringen!
Bis dahin wünschen wir euch noch zwei stressarme Arbeitstage. Wir sehen und lesen uns am Donnerstag wieder! 😌🙏
📸: City-press GmbH
