Spielbericht: Bremerhaven vs. Eisbären
Sechster Ligaerfolg in Serie, vierter Shutout von Neffin, Tabellenführung ausgebaut. Eisbärenherz was möchtest du mehr? Die Eisbären bezwingen nach 7 Niederlagen in Folge ihren Angstgegner aus Bremerhaven mit 3:0. Wie es dazu gekommen ist, gilt es nun in gewohnter zu analysieren!
Der Blick auf das Line-up offenbarte heute einige Veränderungen. Leo Pföderl und Gab Fontaine fehlten beide leicht angeschlagen, Mitch Reinke stand aufgrund der bevorstehenden Geburt seines Kindes ebenfalls nicht zur Verfügung. Dadurch wurde vor allem im Sturm ordentlich durchgemischt. Foudy rückte in die zweite Reihe, Tobias Krestan stürmte neben Veilleux und Vikingstad in der dritten Formation. Eric Hördler fand sich dafür in Reihe vier an der Seite von Manu Wiederer und Rihards Griva wieder.
Eine Besonderheit gab es dennoch: Auf dem offiziellen Spielbogen blieb in der zweiten Sturmreihe eine Position frei. Im Laufe der Partie wurde diese Lücke immer wieder von einem Akteur aus der ersten Reihe aufgefüllt.
Aber auch die Gastgeber gingen alles andere als sorgenfrei in diese Begegnung. Gleich sieben Stammspieler fehlten den Fischtown Pinguins verletzungsbedingt. Eine Situation, die uns Eisbären-Fans mit Blick auf die vergangene Saison durchaus bekannt vorkommen dürfte.
Das erste Drittel erinnerte anschließend in einigen Punkten an die vergangenen Begegnungen gegen Nürnberg und Wolfsburg. Tore wollten zunächst keine fallen, wobei sich vor allem in der neutralen Zone eine ziemlich zerfahrene Partie entwickelte. Die Eisbären waren insgesamt die spielbestimmende Mannschaft, schafften es aber noch nicht, ihre spielerischen Vorteile entscheidend auf das Eis zu bringen.
Gefährlich wurde es vor allem dann, wenn Bremerhaven nach Berliner Puckverlusten schnell umschalten konnte. Die Gastgeber kamen dadurch zu einigen durchaus guten Kontermöglichkeiten, fanden ihren Meister aber immer wieder in Jonas Neffin. Unser derzeitiger Rückhalt knüpfte nahtlos an seine starken Auftritte der vergangenen Wochen an und entschärfte die gefährlichen Abschlüsse gewohnt ruhig.
So ging es trotz leichter spielerischer Vorteile unserer Eisbären torlos in die erste Pause.
Im Mittelabschnitt zeigte sich dann wieder das mittlerweile fast schon gewohnte Bild. Die Eisbären kamen deutlich besser aus der Kabine und übernahmen zunehmend die Kontrolle über die Partie. Allerdings wurde der eigene Spielfluss zunächst durch einige Unterzahlspiele ausgebremst. Zeitweise musste man sogar eine doppelte Unterzahl überstehen.
Doch auch das Penaltykilling präsentiert sich derzeit in einer hervorragenden Verfassung. Die Eisbären verteidigten ihre eigene Zone sehr konsequent und überstanden sämtliche Unterzahlsituationen ohne Gegentreffer. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass Bremerhaven aktuell das schlechteste Überzahlspiel der Liga stellt. Die Abgänge von Jan Urbas und Žiga Jeglič sind gerade in solchen Situationen deutlich zu spüren. Vom einst so gefürchteten „Karawankenexpress“ ist schließlich nur noch Miha Verlič übrig.
Nachdem die Eisbären diese kritische Phase schadlos überstanden hatten, wurden sie zunehmend zielstrebiger und dominanter. Die Einschussgelegenheiten wurden immer besser und schließlich belohnte man sich auch auf dem Scoreboard. Kai Wissmann brachte einen schönen Schlagschuss auf das Tor des erneut sehr stark aufgelegten Gudlevskis. Dort hielt ausgerechnet sein bester Kumpel Jonas Müller die Schlägerspitze rein und fälschte den Puck zur verdienten Führung ab. Die zweite Vorlage ging an Freddy Tiffels.
Und gerade einmal 48 Sekunden später schlugen die Eisbären erneut zu! Jean-Luc Foudy leistete herausragende Vorarbeit und Andy Eder vollendete zum 2:0. Die Eisbären hatten die Partie nun fest in der Hand und waren in den folgenden Minuten die deutlich bessere Mannschaft.
Ganz ohne Schreckmomente sollte es allerdings nicht in die zweite Pause gehen. In den letzten vier Minuten des Mittelabschnitts kam Bremerhaven noch einmal richtig stark auf und setzte unsere Defensive zunehmend unter Druck. Gleich zweimal rettete das Gestänge für die Eisbären – und es sollten im weiteren Spielverlauf nicht die letzten Aluminiumtreffer der Gastgeber bleiben.
Aber vielleicht ist genau das momentan auch ein Stück weit das Glück des Tüchtigen. Und wenn das Gestänge einmal nicht zur Stelle war, reagierte Jonas Neffin blitzschnell und ließ auch bei möglichen Nachschüssen nichts mehr anbrennen.
So nahmen die Eisbären eine 2:0-Führung mit in die zweite Pause – verdient, aber dank einer starken Bremerhavener Schlussphase und einer kleinen Portion Aluminiumglück keineswegs selbstverständlich.
Im Schlussdrittel knüpften die Bremerhavener zunächst an ihre starke Phase vor der zweiten Pause an. Die Gastgeber drückten auf den Anschlusstreffer und hatten dabei gleich zweimal Pech mit dem Gestänge. Insgesamt rettete dieses den Eisbären an diesem Abend somit gleich viermal den Vorsprung. Glück des Tüchtigen – hatten wir ja schon! 🤭
Zusätzlich mussten die Eisbären ein weiteres Mal in Unterzahl ran. Ein eigenes Powerplay bekamen unsere Jungs dagegen über die gesamten 60 Minuten nicht zugesprochen. Aber auch diese Unterzahlsituation überstand man schadlos und bestätigte damit erneut die derzeit hervorragende Defensivarbeit.
Ab etwa der 48. Minute bekamen die Eisbären die Partie dann wieder sehr gut unter Kontrolle. Bremerhaven versuchte zwar weiterhin, irgendwie den Weg zurück ins Spiel zu finden, wirklich zwingend wurde es nun aber nur noch selten. Die Berliner Defensive stand stabil und alles, was doch noch den Weg auf das Tor fand, wurde von Jonas Neffin souverän entschärft.
Und dennoch war dieser vierte Shutout keineswegs nur das Produkt einer starken Mannschaftsleistung vor ihm. Neffin musste heute einige richtig wichtige Saves auspacken und war besonders in den stärkeren Bremerhavener Phasen zur Stelle. Wenn man dann noch bedenkt, dass er inzwischen bei einer Fangquote von über 99 Prozent steht, gehen einem langsam tatsächlich die passenden Worte für seinen Saisonstart aus. Dieser Shutout war jedenfalls mehr als verdient!
Bremerhaven zog in der Schlussphase noch Gudlevskis für einen zusätzlichen Feldspieler, doch auch das sollte nichts mehr am Ausgang dieser Partie ändern. Manu Wiederer nutzte schließlich das verwaiste Tor zum 3:0 und setzte damit den Schlusspunkt unter einen am Ende sehr abgeklärten Auswärtssieg.
Die Eisbären gewinnen damit auch ihr sechstes Ligaspiel in Folge, bauen ihre Tabellenführung weiter aus und beenden ganz nebenbei die Serie von sieben Niederlagen gegen ihren Angstgegner aus Bremerhaven. Natürlich gehörte heute bei gleich vier Gestängetreffern der Gastgeber auch eine Portion Glück dazu. Gleichzeitig war es aber erneut beeindruckend zu sehen, wie abgeklärt diese Mannschaft schwierige Phasen übersteht und anschließend wieder die Kontrolle über ein Spiel übernehmen kann. Zudem hat man heute gesehen, dass man auch ohne Tore von Ronning und Kirk gewinnen kann!💪
Lange ausruhen können sich unsere Jungs allerdings nicht. Bereits am Mittwoch wartet in der CHL die nächste Aufgabe gegen Klagenfurt, ehe am Freitag mit dem Heimspiel gegen München das nächste Highlight in der PENNY DEL ansteht.
Bis dahin genießen wir einfach noch ein wenig diesen herausragenden Saisonstart. Sechs Ligasiege in Folge, Tabellenführer und ein Jonas Neffin, der offenbar beschlossen hat, einfach keine Gegentore mehr bekommen zu wollen. Kann man mal so machen! 🤭🔥🏒
