6 Thesen zum Saisonstart 26/27
Heute beginnt die PENNY DEL-Saison 2026/27 – und die Vorfreude ist natürlich riesig! Unser jährlicher Thesenartikel ist selbstverständlich auch in diesem Jahr wieder am Start. Dieses Mal mit den Einschätzungen von Dustin, Maarten und Holzi sowie unserem Special Guest Marlon.
Die sechs Thesen stammen in diesem Jahr von Marcus, dem Vater von Holzi. Und wer ihn kennt, weiß: Die Fragen dürfen ruhig auch mal etwas zugespitzter und unangenehmer ausfallen. Genau das macht den Reiz aus, denn bei einigen Thesen ist die Antwort längst nicht so eindeutig, wie sie auf den ersten Blick scheint.
Marlon ist ein eingefleischter Haie-Fan. Wir dachten uns daher: Warum nicht einmal eine andere Sicht auf die Liga einholen, anstatt ausschließlich die Perspektive von Eisbären-Fans zu betrachten? So kommen in diesem Jahr vier unterschiedliche Meinungen und Einschätzungen zu den sechs Thesen zusammen.
Viel Spaß beim Lesen, Mitdiskutieren und natürlich auch beim Widersprechen!
These 1: Jonas Neffin fährt mit zur WM!

Maarten:
Ich denke, Jonas Neffin wird eine sehr gute Debütsaison spielen. Allerdings wird es meiner Meinung nach noch nicht für die WM-Nominierung reichen. Deutschland ist auf der Torhüterposition sehr gut aufgestellt. Mit Grubauer, Stettmer, Franzreb, Tiefensee und Strahlmeier gibt es einige Kandidaten, die ich aktuell noch vor Neffin sehe.
Außerdem ist es ein sehr entscheidendes Jahr für den DEB und gleichzeitig die erste Saison für den neuen Chefcoach André Rankel. Deshalb sollte man auf zu vielen Positionen nicht unnötig ein großes Risiko eingehen. Ich denke, dass Neffin seine Chance in den nächsten Jahren definitiv noch bekommen wird.
Einschätzung: NEIN
Dustin:
Ja, das könnte passieren. Im deutschen Torhüterbereich sehe ich aktuell durchaus Schwierigkeiten. Niederberger wird nicht jünger und könnte irgendwann ersetzt werden. Dahinter gibt es mit Franzreb einen Torhüter, der bereits gute Saisons gespielt hat und den nächsten Schritt in der Nationalmannschaft machen möchte.
Und dann ist da natürlich noch Stettmer. Wenn er in Ingolstadt an seine starken Playoffs mit den Eisbären anknüpft, könnte das für ihn ein großer Schritt werden und ihn sogar zu einer neuen Nummer eins für Deutschland machen.
Für mich wäre Neffin definitiv ein Kandidat für die WM. Viele andere Torhüter sehe ich mittlerweile über ihrem Zenit.
Deshalb: Ja, Jonas Neffin kann mit zur WM fahren. Dafür muss er sich aber zunächst bei den Eisbären gegen Jack LaFontaine durchsetzen und anschließend eine richtig starke Saison spielen.
Einschätzung: JA
Holzi:
Davon gehe ich nicht aus. Über die komplette Saison gesehen wird Neffin in Berlin meiner Meinung nach eher die Nummer zwei sein. Das Potenzial ist definitiv vorhanden, aber über eine WM-Teilnahme würde ich bei ihm frühestens in zwei Jahren sprechen. Für diese Saison lautet meine klare Einschätzung deshalb: Nein.
Einschätzung: NEIN
Marlon:
Potenzial ist bei Neffin definitiv vorhanden. Trotzdem sollte gerade bei einem Torhüter zunächst die Konstanz im Vordergrund stehen, bevor der große Hype beginnt. Ich würde deshalb erst einmal eine komplette Saison mit konstant guten Leistungen in der PENNY DEL abwarten, bevor ich über die Nationalmannschaft spreche.
Einschätzung: NEIN
These 2: Serge Aubin trainiert 27/28 die Adler Mannheim!

Maarten:
Serge Aubin trainierte bereits vor seiner Zeit in Berlin für ungefähr eine halbe Saison in der Schweiz, genauer gesagt in Zürich. Dort wurde er entlassen. Deshalb denke ich, dass er es sich selbst beweisen möchte, dass er es auch in einer stärkeren Liga schaffen kann. Wenn es nicht in Bern klappt, sehe ich ihn anschließend eher bei einem anderen Schweizer Klub oder in einer anderen Liga über der DEL. Ich glaube deshalb nicht, dass er in naher Zukunft in unsere Liga zurückkehren wird.
Was Mannheim betrifft: Wenn die Adler in diesem Jahr nicht überzeugen, kann ich mir schon vorstellen, dass Dallas Eakins als gescheitert angesehen wird und Mannheim es anschließend mit einem neuen Trainer und Sportdirektor versucht.
Einschätzung: NEIN
Dustin:
Dazu kann ich nur ganz klar Nein sagen. Ich wünsche mir wirklich, dass das niemals passiert, und hoffe und bete dafür.
Ich glaube aber ehrlich gesagt auch nicht daran. Aubin hat Berlin ganz bewusst verlassen und ist zurück in die Schweiz gegangen, weil er dort noch eine Rechnung offen hat. Er ist damals als Trainer in der Schweiz gescheitert. Wenn das Angebot aus Bern nicht gekommen wäre, bin ich mir ziemlich sicher, dass er auch in Berlin noch deutlich länger geblieben wäre.
Stattdessen bin ich mir ziemlich sicher, dass er seinen Weg in der Schweiz gehen wird. Bern wird er meiner Meinung nach nicht direkt in der nächsten Saison wieder zu einer Spitzenmannschaft machen – dafür wird es wahrscheinlich zwei oder drei Jahre brauchen. Aber ich traue ihm absolut zu, diesen Weg zu gehen.
Für mich ist deshalb klar: Serge Aubin wird mehrere Jahre in der Schweiz bleiben und Bern wieder zu einer großen Mannschaft machen – außer, es läuft dort komplett katastrophal. Davon gehe ich bei einem Trainer wie Aubin aber nicht aus. Er ist für mich überragend und wird sich auch in Bern durchsetzen.
Einschätzung: NEIN
Holzi:
Das kann ich mir gut vorstellen. Irgendwie habe ich sogar das Gefühl, dass es genau so kommen wird. Ich glaube, dass Aubin in Bern am ungeduldigen Regime scheitern könnte und zum Ende der Saison gehen muss. Mannheim könnte nach einer erneut guten Hauptrunde und enttäuschenden Playoffs dann zuschlagen und den Titelgaranten verpflichten. Für mich daher: Ja.
Einschätzung: JA
Marlon:
Das wäre für mich ein klassischer Move in der DEL: Den Stammverein für höhere Ziele verlassen und möglicherweise schon nach einem Jahr bei einem direkten Konkurrenten landen. Außerdem ist die Schweiz noch einmal eine andere Liga als die DEL. Deshalb bin ich gespannt, wie sich Aubin dort entwickelt und ob Mannheim anschließend tatsächlich sein nächstes Ziel wird.
Einschätzung: JA
Jakob (Zusatz):
Einerseits denke ich, dass er Berlin treu bleiben würde, andererseits könnte Mannheim ihn natürlich auch ordentlich overpayen. Und dann wird sich zeigen: Mann oder Maus. 😉
Einschätzung: Scheiß Adler Mannheim
(Nehmt’s mit Humor. 😂)
These 3: Der erste Trainerwechsel findet in Iserlohn statt.

Maarten:
Diese These halte ich für sehr wahrscheinlich. Stefan Nyman ist es zwar gelungen, die Iserlohn Roosters in der Liga zu halten, aber im Großen und Ganzen tritt man meiner Meinung nach seit Jahren am Seilersee auf der Stelle. Es wird ein schwieriges Jahr für die Roosters, weshalb ich einen frühen Trainerwechsel durchaus für möglich halte.
Einschätzung: JA
Dustin:
Ja, das könnte passieren. Iserlohn hat sich meiner Meinung nach nicht wirklich stark verstärkt und hält weiterhin am schwedischen Trainer Stefan Nyman fest. Dazu kommt, dass Iserlohn ein schwieriger Standort ist und in den vergangenen Jahren eigentlich immer irgendwo unten mitgespielt hat.
Deshalb kann ich mir gut vorstellen, dass Iserlohn früh unter Druck gerät. Allerdings sehe ich auch Wolfsburg und Augsburg als Kandidaten. Bei beiden bin ich nicht überzeugt, dass Kader und Verpflichtungen so stark verbessert wurden, dass sie mögliche Probleme auffangen können. Wenn der Saisonstart dort nicht läuft, könnte es auch für die Trainer schnell ungemütlich werden.
Deshalb ist das für mich eine schwierige Prognose. Wenn ich mich festlegen müsste, wären meine drei heißesten Kandidaten für den ersten Trainerwechsel: Iserlohn, Augsburg und Wolfsburg.
Einschätzung: JA
Holzi:
Das kann passieren, muss aber nicht. Der Kader weist zwar einige Lücken auf, gleichzeitig glaube ich, dass Iserlohn auf der Trainerposition mehr Konstanz anstrebt. Deshalb sehe ich den ersten Trainerwechsel eher in Wolfsburg. Haskins ist ein unerfahrener Trainer, während der Kader meiner Meinung nach zu weit von den Top 6 entfernt ist und sich mit Schwenningen und Bremerhaven auf Augenhöhe befindet. Gleichzeitig wollen mit Nürnberg und Augsburg zwei weitere Teams unbedingt in die Playoffs. Sollte Wolfsburg einen Fehlstart erwischen, kann es deshalb schnell eng werden – und Haskins hat noch keine große Vita hinter sich, die ihm in einer solchen Situation helfen würde.
Einschätzung: NEIN
Marlon:
Ich sehe Iserlohn als klaren Kandidaten für den ersten Trainerwechsel. In der Mannschaft fehlt mir an zu vielen Stellen die Qualität, sodass ich nicht einmal davon ausgehe, dass sie in diesem Jahr ernsthaft über die Pre-Playoffs sprechen können. Sollte der Saisonstart entsprechend verlaufen, könnte es in Iserlohn daher schnell Veränderungen geben.
Einschätzung: JA
These 4: Eric Hördler beendet die Saison mit 30+ im Scoring!

Maarten:
Eric Hördler hat sich enorm gut entwickelt und ich gehe davon aus, dass er in dieser Saison eine deutlich größere Rolle spielen wird. In der CHL konnte er bereits seine Kaltschnäuzigkeit und sein Durchsetzungsvermögen vor dem Tor unter Beweis stellen. Ich bin deshalb überzeugt, dass er sich scorertechnisch enorm steigern wird. Bei der 30-Punkte-Marke sehe ich ihn allerdings noch nicht. Ich würde eher auf eine Punktespanne zwischen 20 und 25 Punkten tippen.
Einschätzung: NEIN
Dustin:
Für mich ein ganz klares Nein.
Eric Hördler ist einfach nicht der Spielertyp, der für das Scoring verantwortlich ist. Das ist überhaupt nichts Schlechtes: Er ist überragend, unangenehm zu bespielen, geht aggressiv zum Tor, bringt einen guten Körper mit und kann vorne richtig eklig sein. Aber ein 30-Punkte-Spieler ist er für mich nicht.
Das wäre ungefähr so, als würde man sagen, Manu Wiederer oder Lean Bergmann machen 30 Punkte – das sehe ich einfach nicht.
Hördler ist zudem noch relativ jung und muss sich spielerisch weiterentwickeln. Ich glaube aber, dass es seine beste Saison der letzten Jahre wird und er sich weiter positiv entwickelt.
30 Punkte? Nein. Für mich bleibt er sogar unter 15 Punkten. Trotzdem wird seine Bedeutung für die Mannschaft deutlich größer sein, als es seine Scoringzahlen aussagen.
Einschätzung: NEIN
Holzi:
Das glaube ich nicht. Ich bin überzeugt, dass Hördler seinen Durchbruch schaffen wird, aber 30 Scorerpunkte halte ich für zu hoch angesetzt. Über den Großteil der Saison wird er wahrscheinlich weiterhin in der dritten oder vierten Reihe spielen. In die Top 6 dürfte er meiner Meinung nach nur rutschen, wenn einer aus Ronning, Kirk, Tiffels oder Pföderl ausfällt. Ich erwarte deshalb mindestens 20 und maximal 30 Scorerpunkte.
Einschätzung: NEIN
Marlon:
Ich halte 30 oder mehr Scorerpunkte für durchaus machbar – vor allem, wenn es bei den Eisbären in der Offensive zu Verletzungen oder Sperren kommt. Sollte Hördler dadurch mehr Eiszeit und eine größere Rolle bekommen, traue ich ihm zu, die 30-Punkte-Marke zu knacken.
Einschätzung: JA
These 5: „Die Löwen“ aus Frankfurt steigen ab!

Maarten:
Die Löwen Frankfurt werden meiner Meinung nach nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Ich gehe sogar davon aus, dass sie den Einzug in die Pre-Playoffs schaffen. Tom Pokel halte ich für einen sehr fähigen Trainer, der nun in seine erste volle Saison in Frankfurt geht. Außerdem konnten die Löwen mit Scheel, Biro und Romano einige interessante Spieler verpflichten. Ich sehe deshalb keinen Grund, Frankfurt als Abstiegskandidaten zu sehen.
Einschätzung: NEIN
Dustin:
Der Kader würde es meiner Meinung nach durchaus zulassen. Frankfurt hat sich nicht so verstärkt, dass ich sagen würde: Das ist eine Mannschaft, die sicher nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird.
Aber an der Bande steht Tom Pokel – und genau das macht für mich den entscheidenden Unterschied.
Ich halte Pokel für einen überragenden Trainer und glaube nicht, dass er am Ende der Saison mit den Löwen Frankfurt absteigt. Er hat die Erfahrung und Qualität, um auch aus einem Kader, der vielleicht nicht zu den stärksten der Liga gehört, das Maximum herauszuholen und die Mannschaft zu retten.
Dazu sehe ich durchaus Teams, die hinter Frankfurt landen könnten. Krefeld zum Beispiel – auch wenn sie keinen schlechten Kader haben, ist der Schritt aus der DEL2 in die DEL alles andere als einfach. Mit Iserlohn, Schwenningen und Augsburg gibt es zudem weitere Mannschaften, bei denen ich eine schwierige Saison erwarte.
Deshalb ganz klar: Nein, Frankfurt steigt nicht ab. Nicht, solange Tom Pokel an der Bande steht.
Einschätzung: NEIN
Holzi:
Ich erwarte hier ein knappes Rennen zwischen Krefeld, Iserlohn und Frankfurt. Am Ende sehe ich sowohl die Kader als auch die Trainer von Frankfurt und Krefeld stärker als bei den Roosters. Nachdem sich Iserlohn in den vergangenen Jahren lange in der Liga gehalten hat, glaube ich, dass sie in dieser Saison den Weg in die DEL2 antreten müssen. Frankfurt wird sich meiner Meinung nach also retten.
Einschätzung: NEIN
Marlon:
Ich glaube nicht, dass ein Abstieg der Frankfurter zwangsläufig ist. In Teilen sehe ich Frankfurt sogar stärker aufgestellt als Iserlohn, unter anderem mit Spielern wie Abeltshauser oder Krupp. Die entscheidende Frage ist für mich, ob die Löwen mit weiteren ordentlichen Transfers noch einmal nachlegen und am Ende vor Iserlohn landen können. Mit Tom Pokel haben sie auf jeden Fall einen mehr als ordentlichen Trainer an der Bande.
Einschätzung: NEIN
These 6: Die Haie brechen den Punkte-Rekord der DEL!

Maarten:
Die Kölner Haie haben bereits in der vergangenen Saison einen neuen Hauptrundenrekord aufgestellt und zeigen sich in der CHL aktuell in beeindruckender Frühform. Wenn es eine Mannschaft gibt, die es in dieser Saison erneut schaffen kann, dann sind es für mich die Haie. Sie haben sich personell nochmals verstärkt und auch auf der Trainerposition taktisch weiterentwickelt. Deshalb traue ich Köln zu, den Hauptrundenrekord direkt im zweiten Jahr in Folge zu brechen.
Einschätzung: JA
Dustin:
Wenn die Haie so weiterspielen wie aktuell in der Champions Hockey League, wäre der Punkterekord natürlich möglich. Über eine komplette DEL-Saison sehe ich das aber nicht.
Ich glaube, dass Köln im Laufe der Saison noch stärker schwanken wird. Der Kader ist für mich nicht so zusammengestellt, dass sie dieses Niveau über 52 Spieltage konstant halten können. Gerade die Altersstruktur könnte bei der Belastung zum Problem werden.
Für mich ist Mannheim der Top-Favorit auf Platz eins. Wenn überhaupt jemand den Rekord brechen kann, würde ich es aktuell eher den Adlern zutrauen.
Köln traue ich definitiv eine starke Saison zu – für den DEL-Punkterekord reicht es meiner Meinung nach aber nicht.
Einschätzung: NEIN
Holzi:
Das Potenzial dafür ist definitiv vorhanden. Köln hat einen brutalen Kader und mit Noebels, McLeod und Russell eine brutale erste Reihe. Ich glaube sogar, dass die Haie Hauptrundenmeister werden. Für den Punkte-Rekord wird es meiner Meinung nach aber trotzdem nicht reichen.
Einschätzung: NEIN
Marlon:
Ich sehe bei den Haien definitiv das Potenzial für eine starke Hauptrunde. Die Mannschaft performt bereits in der CHL und hat mit der Mischung aus jungen Spielern und Erfahrung eine gute Grundlage für eine erfolgreiche Saison. Wenn der Großteil der Mannschaft gesund bleibt, kann Köln meiner Meinung nach erneut eine richtig starke Hauptrunde spielen. Für mich stellt sich allerdings die entscheidende Frage: Ist diese Mannschaft auch eine echte Playoffmannschaft?
Einschätzung: JA
Schlusswort
Wir freuen uns jetzt auf die heute startende PENNY DEL-Saison und sind gespannt, welche unserer sechs Thesen am Ende tatsächlich eintreffen werden. Die unterschiedlichen Einschätzungen zeigen auf jeden Fall, dass es auch in diesem Jahr wieder jede Menge Diskussionsstoff gibt.
Wer noch nicht genug von den Eisbären und der neuen Saison hat, kann sich gerne noch unseren aktuellsten Podcast anhören und unseren Vorbericht zum Auftaktspiel gegen Straubing lesen.
Viel Spaß mit der neuen Saison!
