Nostalgie-Spiel im Welli
Die aktuelle Lage bei den Eisbären
Sportlich gesehen gelang den Berlinern beim Dolomiten-Cup mit einem 0:2 gegen den EV Zug und einem 7:0 gegen die Augsburger Panther ein mehr als akzeptabler Start in die Vorbereitung auf die neue Saison. Die alles überlagernde Nachricht in diesen Tagen war aber sicherlich die äußerst überraschende Berufung vom Ur-Eisbär und bisherigen Co-Trainer Andre Rankel zum Bundestrainer. Die ehemalige Nummer 24 der Eisbären unterschrieb beim DEB einen Vertrag bis 2030 und soll bis zur Heim-WM 2027 eine neue Aufbruchstimmung erzeugen sowie eine klare Spielidee einbringen. Ein gewaltiger Karriereschritt für den früheren Eisbären-Kapitän. Wir dürfen gespannt sein, ob die Entwicklung des deutschen Eishockey nach den Enttäuschungen bei Olympia und WM nun wieder nach oben gehen wird. Die Eisbären teilten heute zudem mit, dass die freigewordene Co-Trainer-Stelle von Andre Rankel nicht besetzt wird. Dies bedeutet also noch mehr Verantwortung für Eric Dubois und Dan Lambert.

Wie oben schon erwähnt zeigten die Eisbären beim Dolomiten-Cup in Neumarkt zwei starke Leistungen. Kam man im Spiel gegen den EV Zug trotz guter Chancen nicht an Star-Goalie Leonardo Genoni vorbei, so zeigte man sich tags darauf gegen Augsburg sehr effizient und traf siebenmal ins Netz. Liam Kirk (2), Leo Pföderl (2), Ty Ronning, Tobias Krestan und Eric Hördler erzielten die Tore. Erfreulich war auch das starke und spielfreudige Powerplay. Gleich dreimal klingelte es im Kasten von Panther-Goalie Peyton Jones. Erwähnenswert war dabei sicherlich das fantastisch herausgespielte 3:0, als der Puck vom Bully weg über die Stationen Wissmann, Ronning, Fontaine und Pföderl regelrecht ins Tor gezaubert wurde. Sehr auffällig agierte gegen die Panther die neuformierte erste Sturmreihe mit Liam Kirk, Gabriel Fontaine und Ty Ronning. Nicht zu vergessen auch die starken Torhüter-Leistungen von Jack LaFontaine (ein Gegentor) und Jonas Neffin (kein Gegentor). Das waren definitiv zwei Auftritte, die die Vorfreude auf die kommenden Wochen weiter steigen ließen. Einziger Wermutstropfen sind derzeit die voraussichtlich noch längeren Ausfälle von Lean Bergmann, Patrick Khodorenko und Freddy Tiffels. Aber gerade durch diese fehlenden Stürmer kann derzeit ein Top-Talent wie Tobias Krestan in der dritten Reihe an der Seite von Markus Vikingstad und Yannick Veilleux sein Können bereits mehr als nur andeuten.

Der Gegner am Sonntag: Lausitzer Füchse
Der alte Rivale aus DDR-Zeiten und inzwischen langjährige Kooperationspartner der Eisbären wird am Sonntag (15 Uhr) im Welli zu Gast sein. Obwohl die sportlichen Rollen klar verteilt sind, fiebern viele Eisbären-Fans diesem Klassiker entgegen und werden den Wellblechpalast wie gewohnt kochen lassen. Die Füchse, von Christof Kreutzer trainiert, beendeten die letzte DEL2-Saison auf Platz sieben und scheiterten im Playoff-Viertelfinale an den Kassel Huskies. Angesichts des schmalen Geldbeutels war es mal wieder eine äußerst beachtliche Saison der Lausitzer. Faustpfand ist meist eine solide Defensive um Top-Goalie Anthony Morrone. Offensiv geht in der Regel Kapitän Lane Scheidl mit vollem Einsatz voran. Aber auch von den vielversprechenden Neuzugängen Bryan Lemos und Jacob Schmidt-Svejstrup erwarten die Füchse eine Belebung des Angriffs. Mit Verteidiger Lenny Elwing (Sohn von Eisbären-Torwart-Trainer Sebastian Elwing) sowie den Stürmern Nikita Knaus und Clemens Sager sind auch drei junge Ex-Eisbären im Kader, die im Nachwuchs der Berliner eindeutige Spuren hinterlassen haben. Nichtsdestotrotz gelten die Eisbären als klarer Favorit. Daher tippen wir auch auf einen klaren 6:2-Heimsieg des EHC.
