Spielberichte

Spielbericht: Augsburg vs. Eisbären

Die Eisbären sichern sich mit einem deutlichen 7:0 gegen den DEL-Ligakonkurrenten Augsburger Panther den dritten Platz beim Dolomiten Cup in Neumarkt! Dabei boten die Eisbären auch im zweiten Spiel über weite Strecken eine starke Mannschaftsleistung, die es auch heute in gewohnter Form zu analysieren gilt!

Auch aufgrund fehlender Alternativen blieb das Line-up der Eisbären unverändert. Nur Jonas Neffin bekam, wie erwartet, seinen ersten Einsatz als Starting Goalie im Dress der Eisbären. Er stand mit seiner Leistung der von LaFontaine in nichts nach und feierte am Ende durch viele gelungene Aktionen einen hochverdienten Shutout. Mehr dazu im Laufe des Berichtes.

Im Gegensatz zu gestern hatten die Eisbären einen eher zurückhaltenden Start in die Partie. Vielleicht auch bedingt durch das zweite Spiel binnen 24 Stunden, waren die Beine beim deutschen Rekordmeister zunächst noch etwas schwer. Die Augsburger Panther witterten ihre Gelegenheit und setzten die Berliner in den ersten zehn Minuten ordentlich unter Druck.

Den Eisbären gelang es aber, in dieser schwierigen Phase defensiv größtenteils stabil zu bleiben, auch wenn es nach vorne kaum Momente der Entlastung gab. Jonas Neffin hatte in dieser Phase einige kleinere Saves zu halten, aber trotz des hohen Drucks konnten sich die Panther nur wenige wirklich hochkarätige Chancen herausspielen.

Ähnlich wie der EV Zug gestern fanden dann auch die Eisbären zunehmend besser in die Partie. Ab diesem Zeitpunkt provozierte man auch das ein oder andere Foul der Augsburger!

Gleich das erste Powerplay konnte genutzt werden. Die erste Formation mit Kai Wissmann an der blauen Linie hatte wie bereits gestern noch einige Abstimmungsprobleme. Umso besser harmonierte das Überzahlspiel der zweiten Formation, in der auch der 18-jährige Tobias Krestan auf der linken Flügelposition aufgeboten wurde. Dort nimmt er im Grunde die klassische Pföderl-Rolle ein.

Er war es auch, der den Führungstreffer durch Liam Kirk einleitete. Allerdings auch mit gütiger Mithilfe der Augsburger Verteidigung. Dennoch war es ein schön herausgespielter Powerplaytreffer. Anschließend übernahmen die Eisbären zunehmend die volle Kontrolle über das Spielgeschehen.

Wenige Augenblicke später war es Ty Ronning, der einen schön ausgespielten Konter der Eisbären etwas verzögert verwerten konnte. Mit eingeleitet wurde der Treffer auch von Martin Haš, und der Tryout-Spieler überzeugt mich bislang wirklich sehr.

Er hält sein Spiel einfach, besitzt ein stabiles Zweikampfverhalten und ein gutes Auge für den ersten Pass. Vor allem aber bringt er eine gewisse Ruhe mit aufs Eis. Gefällt mir sehr. Es würde mich inzwischen nicht überraschen, wenn man ihm am Ende tatsächlich einen Vertrag anbieten würde.

Allerdings muss man auch konstatieren, dass unsere Verteidiger insgesamt einen sehr souveränen Eindruck hinterlassen. Alle spielen ihren Stiefel erstaunlich ruhig und abgeklärt herunter. Bei Moritz Kretzschmar könnte man fast meinen, dass er bereits seit mehreren Jahren Stammspieler wäre. Auch Eric Mik merkt man nach den letzten starken Jahren ein gewisses Selbstverständnis an.

Und genau deswegen bleibe ich bei meiner festen Überzeugung, dass wir gar nicht den ganz großen „Krachertransfer“ in der Verteidigung brauchen. Wir haben dort das Glück, im Besitz eines sehr harmonierendes Kollektiv zu sein.

Aber nun genug von meiner defensiven Schwärmerei. 🤭

Bei aller Euphorie darf man natürlich nicht vergessen, dass wir uns mitten in der Vorbereitung befinden. Umso bemerkenswerter ist eigentlich, wie gut unsere Jungs bereits unter dem neuen Trainergespann harmonieren. Man merkt, dass aktuell einiges auf dem Prüfstand steht und der Konkurrenzkampf bewusst hochgehalten wird. Alle Spieler zeigen enormen Einsatz und vor allem ein schnelles Handlungsvermögen.

Das konnte man auch beim zweiten Powerplaytreffer erkennen. Dieses Mal von der ersten Formation eingeleitet, war es Leo Pföderl, der einen Sahnepass von Gab Fontaine verwerten konnte.

Man könnte in diesem Bericht tatsächlich unzählige Spieler erwähnen, die bereits eine beeindruckende Frühform an den Tag legen. Neben der brutal starken ersten Reihe um Fontaine, Kirk und Ronning hat man dahinter drei weitere Reihen, die nahezu gleichwertig wirken und sowohl nach hinten enorm viel Einsatz zeigen als auch offensiv jederzeit gefährliche Akzente setzen können.

Mit punktuellen Verstärkungen und der Rückkehr einiger verletzter Stürmer könnten wir meiner Meinung nach sogar einen noch harmonischeren Sturm besitzen als in den Jahren zuvor. Im Mittelabschnitt zogen die Eisbären die Partie sehr dominant auf und hätten durchaus früher den vierten Treffer erzielen können. Sicherlich ließ man auch den ein oder anderen Konter zu, aber die Art und Weise, wie diese Situationen verteidigt wurden, war wirklich beeindruckend.

Und wenn die Verteidiger doch einmal ausgespielt wurden, war Jonas Neffin zur Stelle. Eine seiner Paraden war sogar herausragend! Am Ende war es erneut ein Powerplaytreffer, der das Spiel endgültig entschied.

Die Augsburger konnten einem in diesem Moment fast leidtun, so brutal wurden sie in dieser Überzahlsituation eingeschnürt. Völlig kraftlos mussten sie dann den Treffer aus bester Position mit ansehen. Im letzten Drittel konnte man dann eine Eigenschaft erkennen, die die Eisbären in den vergangenen Jahren immer wieder ausgezeichnet hat – gerade auch in den Playoffs.

Die Kölner Haie können davon bekanntlich ein Lied singen. 🤭

Man spielt den eigenen Stiefel einfach konsequent herunter. Während die Augsburger verzweifelt versuchten, den Berliner Abwehrriegel zu durchbrechen, wurden sie von den Eisbären eiskalt ausgekontert. So konnten wir noch drei schöne Treffer von Tobias Krestan, Eric Hördler und Leo Pföderl bestaunen.

Allerdings geschah das natürlich auch gegen einen Gegner, der zu diesem Zeitpunkt kaum noch große Gegenwehr zeigte. Trotzdem ist genau diese Konsequenz eine Eigenschaft, die im Verlauf einer langen Saison noch sehr entscheidend werden kann.

Final kann man sagen, dass die Eisbären bei diesen ersten Vorbereitungsspielen in fast allen Belangen überzeugt haben. Die Defensive steht größtenteils sehr kompakt, das Offensivspiel wirkt geradlinig und gefährlich. Auch gegen eine deutlich stärkere Mannschaft wie den EV Zug konnte man über weite Strecken nicht nur mithalten, sondern das Spiel selbst mitgestalten.

Auch die Special Teams waren für diesen frühen Stand der Saisonvorbereitung bereits sehr überzeugend – ein Punkt, der gerade mit Blick auf die anstehenden CHL-Spiele durchaus wichtig werden kann.

Am Ende des Tages bleiben es dennoch Vorbereitungsspiele. Die Wahrheit werden wir schon in zwei Wochen sehen, wenn die ersten CHL-Partien absolviert worden sind. Aber die ersten Eindrücke sind durchaus vielversprechend und machen definitiv Lust auf mehr.

Nun wünschen wir euch eine stressarme Arbeitswoche!

Im Laufe der Woche erscheint noch ein Artikel mit unserem Saisonausblick, in dem wir euch auch über unsere internen Blogprojekte informieren wollen.

Beendet wird die Woche dann mit dem großen Fanfest zur Saisoneröffnung am Welli.

Bis dahin: Haltet durch! 🏒

📸: City-press GmbH

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