Spielberichte

Spielbericht: Mannheim vs. Eisbären

Die Eisbären klauen direkt im ersten Auswärtsspiel das Heimrecht in der Mannheimer SAP Arena! Und wie! Mit einer fulminanten Leistung gewinnt man beim Erzrivalen mehr als verdient mit 7:3 (!). Warum dieser Erfolg über weite Strecken eine Machtdemonstration war und weshalb es im Schlussdrittel dennoch noch einmal kurz spannender wurde, gilt es nun in gewohnter Form zu analysieren!

Den Punkt Line-Up können wir heute erfreulicherweise schnell abhaken: keine Veränderungen! Endlich durfte einmal die alte Sportweisheit gelten: „Never change a winning team!“ Somit agierte Dea erneut als Center der ersten Reihe zwischen Tiffels und Ronning. Auch sonst vertraute Serge Aubin jener Formation, die zuletzt den Finaleinzug perfekt gemacht hatte. Bei Mannheim dagegen kaum Überraschungen – die Adler setzen seit Monaten nahezu unverändert auf ihre eingespielten Reihen.

Die Gastgeber erwischten zunächst den etwas besseren Start. Gleich den ersten gefährlichen Konter spielten sie sauber aus, doch Proske scheiterte an Jonas Stettmer. Auch die erste Unterzahl überstanden die Berliner ohne größere Probleme. Anschließend fanden die Eisbären immer besser ins Spiel und zeigten sofort, dass sie keineswegs nur verwalten wollten. Besonders auffällig: Die neutrale Zone der Adler war erstaunlich offen. So kamen die Eisbären immer wieder mit Tempo ins gegnerische Drittel und strahlten bei nahezu jedem Angriff Gefahr aus.

Es entwickelte sich zunächst ein ausgeglichenes Spiel, allerdings ohne den erwarteten Mannheimer Heimdruck. Die Eisbären verteidigten sehr stabil in allen Zonen und wirkten insgesamt strukturierter. Als dann auch noch das erste eigene Powerplay zur Führung genutzt wurde, kippte das Momentum spürbar in Richtung Berlin. Mannheim agierte in Unterzahl viel zu passiv und ließ die Gäste nahezu ungestört kombinieren. Am Ende legte Veilleux im Slot stark quer auf Liam Kirk, der nur noch ins offene Tor einschieben musste.

Danach spielten die Eisbären ein nahezu perfektes Auswärtsspiel. Der zweite Treffer resultierte aus dem typischen aggressiven Forecheck. Mannheim erneut zu zögerlich, Mik setzte Lancaster stark ein, dessen Abschluss gezielt auf den Schoner von Franzreb kam. Den Rebound verwertete Dea zu seinem ersten Playofftreffer. Und es kam noch besser: Ein schnell ausgespielter Konter über Eder, Noebels und Lancaster brachte sogar das 3:0. Zwar hatten die Adler mehr Torschüsse im ersten Drittel, doch gefährlicher und klarer wirkte ausschließlich das Spiel der Eisbären.

Nach der Pause erwartete man eine wütende Reaktion der Adler. Tatsächlich starteten sie ordentlich ins zweite Drittel, doch nach wenigen Minuten übernahmen die Eisbären wieder komplett das Kommando. Es war eines der dominantesten Drittel, das ich in meiner 15-jährigen Fanzeit bestaunen durfte. Berlin gewann Zweikämpfe, kontrollierte das Tempo und erspielte sich hochkarätige Chancen. Belohnt wurde das Ganze durch Treffer von Ronning und Vikingstad zum 5:0. Dazu blieb auch das Unterzahlspiel weiterhin makellos. Eine bärenstarke Vorstellung!

Dass man im Schlussdrittel bei einer Fünf-Tore-Führung nicht mehr mit letzter Konsequenz auf weitere Offensivaktionen drängt, ist nachvollziehbar. Dennoch hätte man die Partie etwas cleverer zu Ende spielen können. Das sah auch Serge Aubin so – selten war der Coach an der Bande emotionaler und aktiver zu erleben. Die fünf Minuten Strafe gegen Kai Wissmann kann man sicherlich diskutieren, doch selbst diese lange Unterzahl verteidigten die Eisbären mit großer Leidenschaft und Struktur.

Natürlich sind die Adler keine Laufkundschaft. Nach zwei schwachen Dritteln mussten sie reagieren – und das taten sie auch. Mannheim erhöhte den Druck, Berlin ließ in einigen Szenen die letzte Konsequenz beim Klären vermissen und so kamen die Gastgeber noch zu drei Treffern. Wirklich gefährdet wirkte der Sieg jedoch nicht mehr. Spätestens mit den beiden Empty-Net-Toren von Noebels und Kirk war auch die Höhe des Erfolgs wieder passend zum Gesamtbild des Spiels.

Am Ende lieferten die Eisbären erneut eine fulminante Leistung ab. Wer hätte vor Serienbeginn mit einem solchen Auftritt in Mannheim gerechnet? Heimrecht geklaut, ein klares Statement gesetzt – mehr geht kaum. Nun gilt es am Sonntag, diesen Coup zu veredeln. Die Adler stehen bereits leicht unter Druck, aber es bleibt eben erst einer von vier notwendigen Siegen.

Wir wünschen euch nun ein entspanntes Wochenende. Genießt euren Samstag – und dann lesen wir uns am Sonntagabend wieder! Und natürlich werde ich auch dieses Finale wieder im Eisbärenkostüm in Berlin und in der Halle unterwegs sein! 🐻‍❄️🙏💪

📸: City-press GmbH

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