Spielberichte

Spielbericht: Eisbären vs. Graz

Da ist er, der erste Sieg für unsere Eisbären in der aktuellen CHL-Saison! Gegen den erstmaligen österreichischen Meister aus Graz behielten die Eisbären in einer intensiven Eishockeypartie mit 4:1 die Oberhand und haben somit den Anschluss an die für das Weiterkommen qualifizierenden Plätze wiederhergestellt. Alles Weitere gilt es nun in gewohnter Form zu analysieren!

Bevor wir mit dem obligatorischen Blick auf das Line-up starten, möchte ich noch ein paar Worte zum ersten CHL-Wochenende in der Schweiz verlieren. Das Spiel gegen Genf habe ich ausführlich in meinem Spielbericht analysiert. Es war ein sehr guter Auftritt, bei dem am Ende die Konsequenz, aber auch das nötige Glück im Abschluss gefehlt haben. Das zweite Spiel in Davos dagegen hinterließ allein schon aufgrund des Ergebnisses einen bleibenden Eindruck.

Man wollte das Spiel ähnlich offensiv-dominant angehen wie noch gegen Genf, vergaß dabei aber völlig die defensive Absicherung. So fielen vor allem die Treffer im ersten Drittel viel zu einfach. Das darfst du dir gegen solche Topmannschaften einfach nicht erlauben. Im Nachhinein ist man immer schlauer, aber eine defensivere Herangehensweise hätte die Begegnung sicherlich spannender gestaltet. Am Ende des Tages standen zwei doch deutliche Niederlagen gegen zwei übermächtige Gegner. Solche Erlebnisse in der CHL hatten wir auch unter Aubin zur Genüge, deswegen hat mich das nicht wirklich beunruhigt. Viel mehr hat mich der Ausfall von Liam Kirk beschäftigt, der auch am gestrigen Abend gegen Graz nicht im Line-up stand.

Seinen Platz in der ersten Reihe neben Ronning und Fontaine übernahm Eric Hördler. Eric Mik rückte auf die Position von Hördler neben Eder und Pföderl – eine Reihe, die besonders hervorstechen sollte. Die anderen beiden Offensivformationen blieben unverändert. Auch in der Defensive wurde etwas rotiert. Das „Traumduo“ Wissmann/Müller wurde getrennt. Kai spielte mit Korbi Geibel und Jonas mit Adam Smith zusammen. Auch das war interessant zu beobachten. Das letzte Verteidigerduo bildeten Reinke und Davidson. Moritz Kretzschmar agierte auf dem Papier als siebter Verteidiger, war aber recht häufig auf dem Eis zu sehen. Im Tor blieb es bei der gewohnten Rotation: Jack LaFontaine war der Starting Goalie!

Weiterhin nicht dabei sind Freddy Tiffels (Adduktorenprobleme), Liam Kirk (leichte Verletzung aus dem Davos-Spiel), Lean Bergmann (Reha nach Knieverletzung) und Patrick Khodorenko (ebenfalls Reha nach Knieverletzung). Bei den beiden Erstgenannten hofft man auf ein Comeback am kommenden Donnerstag beim Ligaauftakt gegen Straubing. Bergmann scheint dem Vernehmen nach auf einem guten Weg zu sein, aber vor Dezember ist mit keiner Rückkehr zu rechnen. Khodorenkos Genesung verläuft leider schleppend. Selbst bei optimalem Heilungsverlauf rechnet man nicht mit einer Rückkehr in diesem Kalenderjahr (Quelle: Newsletter der Morgenpost, Marcel Stein). Hier wird weiterhin der Markt sondiert. Aber wir wissen alle, welche menschlichen und spielerischen Ansprüche man bei den Eisbären an Neuverpflichtungen stellt. Somit könnte es noch eine Weile dauern, bis ein weiterer Stürmer verpflichtet werden kann.

Nun aber zum eigentlichen Thema dieses Spielberichtes. Das gestrige Spiel versprach bereits vor Beginn spannend zu werden. Es war nicht nur das Duell der aktuellen Meister beider Länder, nein, beide Teams waren auch nicht wirklich berauschend in die CHL-Saison gestartet. Auch die Gäste aus Graz hatten ihre beiden Auftaktspiele verloren – allerdings vor heimischem Publikum. Mit Fribourg-Gottéron hatte man immerhin den Schweizer Meister zu Gast. Diese 2:4-Niederlage kann man daher schon fast als Achtungserfolg werten. Die Begegnung gegen den französischen Meister aus Bordeaux hatte man sich sicherlich erfolgreicher vorgestellt. Auch diese Partie ging mit 2:4 verloren. Allerdings haben die Bordeaux Boxers auch Klagenfurt und die Adler Mannheim vor Probleme gestellt.

Am Ende des Tages standen auch bei den Grazern null Punkte und so waren beide Teams schon fast zum Gewinnen verdammt. Dementsprechend intensiv wurde das Spiel angegangen. Vor allem die Grazer suchten in der Anfangsphase ihr Heil in der Offensive. Mit einem harten Forecheck versuchten sie, die Eisbären unter Druck zu setzen. Wirklich hochkarätige Chancen erspielten sie sich dabei allerdings nicht. Die Eisbären versuchten dagegen immer wieder, ruhig ihr Offensivspiel aufzuziehen und körperlich gut gegenzuhalten. So entwickelte sich ein ausgeglichenes und gut anzusehendes Eishockeyspiel.

Als dann die Eisbären durch ihren Topscorer Leo Pföderl in Führung gingen, kippte das Momentum zusehends auf die Seite der Berliner. Andy Eder lieferte die gute Vorlage für Leos ersten Treffer am gestrigen Abend. Eder versprühte bereits in den letzten Spielen eine besondere Spielfreude. Durch den Abgang von Marcel Noebels öffnen sich im deutschen Sektor neue Aufstiegsmöglichkeiten, die scheinbar einige Spieler nutzen wollen. Einer von ihnen ist Markus Vikingstad, der den zweiten Treffer erzielen konnte. Auf Vorlage von Eric Mik netzte der Deutsch-Norweger ein. Die Effizienzbären sind zurück! 😏

Den krönenden Abschluss dieses Drittels stellte der zweite Treffer von Pföderl zum 3:0 dar. Ein sehr druckvolles und spielerisch klares Powerplay, an dessen Ende ein wunderschöner Direktschuss von Leo aus seiner Lieblingsposition stand. Diese Führung spiegelte den Spielverlauf nicht wirklich wider. Die Grazer investierten vor allem körperlich viel, hatten aber nicht die wirklich gefährlichen Abschlüsse. Beschwert hat sich im altehrwürdigen Welli darüber aber natürlich auch niemand. Man spürte eine gewisse Erleichterung nach den doch heftigen Niederlagen vom vergangenen Wochenende!

Im Mittelabschnitt waren unsere Eisbären dann eigentlich das spielbestimmende Team. Graz schraubte ein, zwei Intensitätsgänge zurück und ließ die Mannen von Eric Dubois zunehmend gewähren. So erspielte man sich die ein oder andere gute Gelegenheit, nur ließ man die Effizienz leider in der Kabine zurück. Auch ein Phänomen, welches wir unter Aubin häufig beobachten konnten. Es gibt bei den Eisbären Drittel, in denen sie extrem kaltschnäuzig, aber nicht wirklich spielerisch dominant auftreten. Dann gibt es wiederum solche Drittel, in denen man deutlich mehr Puckbesitz hat und viele Chancen kreieren kann, aber kaum Tore erzielt.

Nachdem die Gäste dann ihren ersten Treffer im Powerplay erzielen konnten, schaffte man es aber, die aufkommende Hoffnung der Grazer durch konsequentes Abwehrverhalten direkt im Keim zu ersticken. Alles, was dennoch durchkam, wurde von Jack LaFontaine gut gehalten.

Im letzten Drittel blieb man weiterhin druckvoll und belohnte sich mit dem Treffer von Eric Mik. Zuvor waren Ronning und Fontaine am Grazer Torhüter gescheitert, beim platzierten Schuss von Mik hatte er dann aber keine Abwehrchance mehr. Auch im weiteren Spielverlauf blieben die Eisbären offensiv dominant und ließen hinten nicht mehr viel zu. Ein weiterer Treffer wäre durchaus im Bereich des Möglichen gewesen.

Am Ende steht ein solider erster Heimauftritt gegen einen Gegner, der qualitativ schon eher auf Augenhöhe liegt als noch die Schweizer Topteams vom vergangenen Wochenende. Wenn man bedenkt, dass mit Tiffels und Kirk noch zwei unserer kreativsten und effektivsten Stürmer fehlen, dann war es auch spielerisch ein überzeugender Auftritt.

Bereits morgen haben die Eisbären gegen den dänischen Meister Herning Blue Fox die Gelegenheit, den Sprung in die Top 16 zu schaffen. Wir wünschen euch nun eine schöne und erholsame Zeit bis dahin. Wenn ich es schaffe, lesen wir uns nach dem Spiel! 💪🏒

Schreibe einen Kommentar