Die große Saisonanalyse
Vorwort
Leute! Eigentlich bin ich sprachlos ob dieses Endes der Saison. Wir sind zum 12. Mal Deutscher Meister, der dritte Titel in Folge, der 5. Titel in den letzten 6 Jahren! Aber es ist nicht allein die Anzahl an Titeln, die einen sprachlos zurücklässt, nein, es ist die Art und Weise, wie diese Titel zustande gekommen sind.
Oft lese ich unter den Beiträgen der verschiedensten Blogs, Vereine und den offiziellen DEL-Accounts, dass die Liga langweilig geworden sei, dass die Eisbären so etwas wie der FC Bayern München der PENNY DEL geworden sind und noch viele andere negativ behaftete Kommentare. Einerseits könnte man entspannt sagen: „Lasst sie doch reden!“, aber das ist nicht meine Art. Ich möchte ins Gespräch kommen, ich möchte verstehen, argumentieren und auch vom Gegenteil überzeugen. Andererseits ist auch an diesen Kommentaren ein gewisses Maß an Wahrheit dran.
Aber dieser Erfolg kommt nicht von ungefähr. Diesen Erfolg hat man durch harte, konsequente und kontinuierliche Arbeit nach etlichen Jahren des fehlenden sportlichen Erfolges wieder aufbauen können. Und allein hier ist schon ein großer Unterschied zum großen FC Bayern im Fußball: Eine derartige jahrelange „Schwächephase“ ist dort quasi nicht ausmachbar!
Ich möchte in dieser wirklich ausführlichen Analyse die Saison Revue passieren lassen! Dabei möchte ich euch auf eine persönliche, emotionale Reise mitnehmen. Ihr kennt das Prozedere ja von meinen Spiel“berichten“, die doch eher Spielgeschichten heißen sollten. Bei mir gibt es kein „In der 5. Minute fiel das 1:0 durch Ronning“, nein, vielmehr geht es mir um den emotionalen Werdegang eines Spiels und heute eben um eine ganze Saison. Auf dieser Reise wünsche ich euch nun viel Spaß!
Die personelle Ausgangslage
Die Eisbären erlebten einen ungewöhnlich ruhigen Sommer. Nicht viele Spieler haben den Verein nach der 4. Meisterschaft in 5 Jahren verlassen. Etliche Leistungsträger konnten schon früh gehalten werden. Allen voran ist hier die emotionale Verlängerung von Ty Ronning zu nennen. Mit Zach Boychuk und Gabriel Fontaine verließen allerdings zwei starke Center die Hauptstadt. Während es beim ersten eine bewusste Entscheidung der Vereinsführung war, verließ der zweite den Verein aufgrund eines lukrativeren Angebots aus München. Man kann vermuten, dass ihn dieser Schritt im Laufe der Saison geärgert haben muss, weil Fontaine in München nie die Anerkennung erhalten hat wie in Berlin unter Serge Aubin!


Aber am Ende heißt es immer so schön: „Reisende soll man nicht aufhalten!“. So gingen Olivier Galipeau – hier eher aus Leistungsgründen, man hatte sich deutlich mehr Input erhofft – sowie Maxi Schäfer und Elias Schneider, die ihr Glück in nordamerikanischen Nachwuchsligen suchten und fanden, rissen aber ein großes Loch in die Planung der U-23-Stellen! Auch der verpflichtete Josh Samanski ging den Weg nach Nordamerika in die Organisation der Edmonton Oilers!
Mit Markus Vikingstad von den Pinguins aus Bremerhaven und Andy Eder aus München stießen nur zwei Neuzugänge in ein sonst intaktes Mannschaftsgefüge! Allerdings stellte sich die Verpflichtung eines Starcenters als eine langwierige und am Ende auch nicht gelöste Aufgabe heraus.
In der Verteidigung verlängerte man mit allen drei Importspielern um zwei Jahre. Konnte man bei Adam Smith die Entscheidung aufgrund seiner ruhigen, abgeklärten und charakterlich perfekt zum Team passenden Art absolut nachvollziehen, so war die Entscheidung bei Mitch Reinke schon etwas überraschender, aber irgendwie auch eine typische Eisbärentat der letzten Jahre. Man hält als Eisbärenfamilie zusammen! Mitch überzeugte zu Beginn seiner Zeit vollends, verletzte sich dann aber schwer in Straubing und konnte keinen Einsatz mehr in der letzten Saison absolvieren! Diese Verlängerung birgt also ein gewisses Risiko! Und dann bleibt noch Markus Niemeläinen. Und da bin ich ehrlich und nehme kein Blatt vor den Mund: Diese Verlängerung habe ich bis heute nicht verstanden. Zum einen war auch bei ihm absehbar, dass er so schwer verletzt ist, dass er den Saisonstart verpassen würde, und zum anderen hat er nie wirklich überzeugen können. Leider hat er es bis heute nicht – im Gegenteil!

Erfreulicherweise setzte man auch im Tor auf das Erfolgsduo aus der letzten Saison. Gerade in den Playoffs waren Stettmer und Hildebrand nochmal über sich hinausgewachsen. Grandiose Leistungen, die dann auch mit einer Vertragsverlängerung belohnt wurden!
Insgesamt, wie bereits beschrieben, ein eher ruhiger Transfersommer, aber man konnte die „U-23-Lücke“ und auch die Centerfrage nie wirklich lösen! Am Ende blieben nur Leden, Hördler und Kretzschmar als U-23-Spieler übrig. Zum Glück fiel nun durch die Neuregelung auch Korbi Geibel unter diese Regel. Der dann aber auch ausfiel.
Der Schock vor dem Start
Die Sommerzeit ist bei mir oft Reisezeit. Als Grundschullehrer ist das nun mal die Zeitspanne mit der meisten freien Zeit am Stück. Auch dieses Jahr wurde der große Jahresurlaub in dieser Zeit absolviert, wobei der Genuss zum Ende hin durch eine Hiobsbotschaft jäh unterbrochen wurde. Ich kann mich noch ganz genau an den Moment erinnern, als ich gerade auf den Straßen Reykjavíks die malerische isländische Atmosphäre genießen wollte und die Meldung von Kai Wissmanns schwerer Verletzung gelesen habe.
Ich bin mir sehr sicher, dass es euch in diesem Moment auch so ergangen ist. Das sind die Phasen, in denen einem das Herz wirklich in die Hose rutscht. Natürlich fällt jeder Ausfall schwer, aber ausgerechnet Kai Wissmann, der Dreh- und Angelpunkt des Aufbauspiels im aubinschen System – das war schon ein enormer Stimmungsdämpfer, bevor die Saison überhaupt richtig begonnen hat!

Unser Kapitän blieb also nicht vom Glück verfolgt. Wie wir alle noch ganz genau wissen, musste er ja schon aufgrund einer Handverletzung auf die letzten Finalspiele gegen Köln verzichten. Aber gerade in diesen Spielen hat man zeigen können, dass man auch den Ausfall eines so elementar wichtigen Spielers kompensieren kann. Darauf zurückblickend und mit großem Vertrauen in Serge Aubin und sein Trainerteam kam dann doch recht schnell die Vorfreude auf die Saison zurück. Man kann an der Situation sowieso nichts ändern, also sollte man sich auch nicht allzu lange damit beschäftigen!
Gelungene Vorbereitung und Normalität in der CHL
Nachdem nun die personelle Ausgangslage ausführlich geklärt und analysiert wurde, schauen wir uns nun die konkreten spielerischen Leistungen und Verläufe an. Die Saisonvorbereitung verlief dieses Jahr deutlich anders als noch in etlichen Jahren zuvor. Durch eine gesperrte Halle in Weißwasser konnte das obligatorische Spiel gegen den Kooperationspartner nicht stattfinden. Auch gab es kein Spiel gegen die Grizzlys aus Wolfsburg. Allerdings nahm man wieder am Vorbereitungsturnier in Budweis teil.
Aus Erfahrung wissen wir alle, wie schwer tschechische Eishockeyteams zu bespielen sind. Dennoch ging man aus diesem Turnier als Sieger hervor und gewann beide Spiele gegen Bílí Tygři Liberec und die Gastgeber HC České Budějovice. Damit war die Vorbereitung auch schon abgeschlossen. Bereits fünf Tage später stand das erste Spiel in der Champions Hockey League (CHL) an. Man war zu Gast beim norwegischen Meister aus Storhamar. Der 3:0-Sieg sollte das einzige Erfolgserlebnis dieser CHL-Saison bleiben. Nachdem man im Jahr davor noch in der Hauptrunde überzeugen konnte, stellte sich dieses Jahr die gewohnte CHL-Ernüchterung ein. Allerdings wirkten die Auftritte der anderen Mannschaften oft ähnlich inspirationslos – schade, dass dieses Turnier noch nicht den verdienten Stellenwert erreichen kann!
Somit ging die Saisonvorbereitung doch über sechs Spiele. Die vier CHL-Spiele konnte man getrost als Vorbereitungsspiele einordnen und abhaken. Eigentlich ist das für mich persönlich nichts Neues – ich konnte diesem Turnier noch nie wirklich etwas abgewinnen! Immerhin konnte man in dieser Phase noch auf vier komplette Sturmreihen zurückgreifen!
DEL-Start furios!
Die Vorfreude auf die neue DEL-Saison war dennoch ungebremst! Gerade auch mit dem erneuten Blick auf die Verstärkungen der anderen Teams konnte man wirklich von einer spannenden und hochattraktiven Saison ausgehen. Allein welche Spieler die Kölner Haie verpflichten konnten – als neutraler Betrachter ein Augenschmaus! Gepaart mit dem finnischen Meistertrainer Jalonen waren die Haie dieses Jahr auch auf dem Papier einer der Top-Favoriten auf den Titel.

Aber auch andere Mannschaften haben deutlich aufrüsten können. Allen voran sind hier Straubing, München, Ingolstadt und natürlich auch Mannheim zu nennen. Letztendlich muss man aber konstatieren, dass es eigentlich wie jede Saison verlaufen ist. Tolle, namhafte Spieler hin oder her – eine Mannschaft kannst du dir am Ende nicht allein mit viel Geld kaufen, es muss einfach auch charakterlich harmonieren. Und da liegt der Hauptschlüssel für den Erfolg der Eisbären der letzten sieben Jahre. Man hat zwar mit Ronning, Kirk und anderen durchaus Ausnahmetalente in den eigenen Reihen, aber das sind eben auch Stars, die sich für das Team aufopfern und es durch ihren Einsatz stärker machen!
Der Start in die neue Saison verlief nahezu tadellos. Im ersten Spiel war sofort der Liganeuling aus Dresden zu Gast und wurde am Ende durchaus souverän mit 6:2 wieder in die sächsische Landeshauptstadt zurückgeschickt. Als man dann auch in Köln deren anfängliche Euphorie mit erneuten sieben Treffern dämpfen konnte, durfte man zurecht von einem nahezu perfekten Ligastart sprechen!

Wäre da nicht das erste Spiel in Mannheim gewesen. Aufgrund gewisser Umstände war diese Partie besonders emotional aufgeladen. Gerade Yannick Veilleux war diese Anspannung anzumerken, sein heftiger Hit gegen Esposito zog eine lange Strafe nach sich. Zudem verletzte sich Blaine Byron in diesem Spiel schwer und fiel wochenlang aus. Somit verließ auch der letzte spielstarke Center das Line-up. Auch Ronning wäre beinahe schon hier länger ausgefallen, aber Glück im Unglück: Die getroffene Stelle war bereits verletzt und somit „vorbehandelt“!
Anschließend konnte man für mehrere Spiele nur noch mit drei Sturmreihen agieren, da änderte auch die Verpflichtung des langersehnten Topcenters Patrick Khodorenko nichts dran!
Lazarett hoch 10!
Die darauf anschließende Saisonphase kann man dann getrost als Seuche bezeichnen! In zeitlich sehr nahen Abständen verletzten sich immer wieder Spieler – entweder so schwer, dass es das Saisonende bedeutete, beispielsweise der so gut eingeschlagene Khodorenko, oder die Verletzungen wurden auf mehrere Wochen oder gar Monate datiert. So fielen auch Niemeläinen, Geibel, Vikingstad, Reinke, Wiederer, Ronning, Hildebrand, Noebels, Müller, Bergmann und natürlich auch der zwischenzeitlich zurückgekehrte Byron immer wieder aus.

Nur Liam Kirk, Eric Hördler, Freddy Tiffels, Andy Eder, Leo Pföderl und auch Eric Mik – er fehlte nur ein Spiel – blieben zumindest so verletzungsfrei, dass sie die komplette Saison durchspielen konnten. Durchschnittlich fünf bis sechs Stammspieler fehlten pro Spiel.
Da braucht man halt auch nicht von Konstanz in den Reihenkonstellationen sprechen. Immer wieder kamen Spieler aus ihrer Verletzung zurück – und dann verletzte sich schon wieder der nächste. Serge Aubin ist zwar generell für seine Reihenanpassungen bekannt, auch ein Vorteil in den Playoffs, weil dann jeder mit jedem spielen kann, aber so viele Anpassungen wie in dieser Saison musste er in seiner gesamten Trainerkarriere noch nicht vornehmen.
Es entwickelte sich eine Saisonphase, die – resultierend aus dieser personellen Konstellation – extrem zäh anzusehen war. Und dennoch schaffte man es im Oktober und November, 12 von 16 Spielen erfolgreich zu gestalten. Was unter diesen widrigen Umständen schon bemerkenswert ist. Man hielt sich lange in Schlagweite zu den ersten vier Plätzen. Am 23. Spieltag hatte man zum Beispiel nur sechs Punkte Rückstand auf die damals noch viertplatzierten Kölner Haie und auch auf den damaligen Tabellenführer Ingolstadt waren es „nur“ neun Punkte Rückstand. Alles noch in Schlagdistanz.
In dieser Phase zog man dann auch die letzten beiden Lizenzen und verpflichtete mit Jean-Sebastian Dea einen vermeintlich spielstarken Center und mit Les Lancaster einen Verteidiger, der die DEL aus München kennt, dort aber aussortiert wurde. Eine Verpflichtung, die noch große Wirkung haben sollte, aber zu diesem Zeitpunkt von fast allen berechtigterweise auch kritisch gesehen wurde!

Dennoch merkte man der Mannschaft – wie aber auch schon in der letzten Saison – um Weihnachten den enormen Kräfteverschleiß an. Die Folge waren mehrere Niederlagen am Stück und somit auch der fehlende Anschluss an die Top 4. Spätestens ab diesem Zeitpunkt konnte es nur noch um die direkte Qualifikation für die Playoffs gehen.
Ein weiterer Faktor, warum zu diesem Zeitpunkt nicht mehr viel ging, war der zusätzliche Ausfall von Ty Ronning. So fiel mit Wissmann und ihm die komplette dominante Spielachse von hinten nach vorne weg. Und deswegen war unser Powerplay diese Saison auch nicht so effizient und eben auch ein Leo Pföderl nicht so treffsicher. Er konnte nicht immer adäquat gefüttert werden und irgendwann ließen bei allen die Kräfte nach, was für die Genauigkeit der Abschlüsse nicht zielführend ist!
Und ich habe es bereits angedeutet: Bereits in der Saison zuvor hatten die Eisbären lange Zeit mit vielen Ausfällen zu kämpfen. Die Parallelen zur aktuellen Saison waren zumindest zu Beginn durchaus zu erkennen. Somit sind einige Leistungsträger auch schon arg überspielt gewesen! Das kommt zum diesjährigen Verletzungspech einfach noch erschwerend dazu!
Erlösende Olympiapause
Die einzige Hoffnung, die blieb, war die zeitnahe Rückkehr von einigen Leistungsträgern – allen voran von Kai Wissmann! Aber es war klar, dass selbst wenn die Spieler wieder zurückkehren würden, sie nicht von Beginn an ihre alte Leistung abrufen können würden. Auch das bedarf einer gewissen Eingewöhnungszeit!
Und so blieben auch die Spiele bis zur Olympiapause eine zähe Angelegenheit. Als dann die Olympischen Spiele in Italien endlich begannen, spürte man richtig die Erleichterung bei allen Eisbärenbeteiligten! So konnten sich etliche Spieler erholen. Kai Wissmann und Jonas Müller hatten ihre Einspielphase bei Olympia, leider war dabei das deutsche Team leidtragend, denn die beiden hatten wirklich kein gutes Turnier. Aber woher soll es auch kommen, wenn man die ganze Saison nicht zusammenspielen konnte?

Und auch nach der olympischen Pause brauchten die Eisbären zwei bis drei Spiele, um so richtig in Fahrt zu kommen. Zuvor traf man an einem Tag noch einige unpopuläre Vertragsentscheidungen, so musste Leden aufgrund disziplinarischer Gründe den Verein verlassen! Auch dass sich Jake Hildebrand im einzigen Testspiel der Pause schwer verletzt hatte, sollte zunächst kein gutes Omen darstellen.
Als man dann auch noch das vermeintliche Endspiel um Platz 6 zu Hause gegen Bremerhaven trotz starker Leistung verlor, war dann auch bei mir der letzte Funken Hoffnung auf eine direkte Playoffteilnahme verschwunden. Was dann folgte, ist und bleibt eigentlich nicht in Worte zu fassen!
Endspurt aus einer anderen Galaxie
Als man dann die letzten fünf Hauptrundenspiele allesamt gewinnen konnte, war das der langersehnte und schon nicht mehr für möglich gehaltene Wendepunkt dieser Saison. Als ob man einen „Jetzt-ist-uns-alles-egal“-Schalter umgelegt hätte, spielte man nun bereits in der Hauptrunde das gewohnte Playoffeishockey. In allen Zonen konsequent in den Zweikämpfen, ein geniales und hocheffizientes Forechecking und einfach die nötige Cleverness in schwierigen Situationen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.
So gewann man die schwierigen Auswärtsspiele in Dresden, Nürnberg und auch in Köln. Als Krönung bezwang man dann noch in den beiden Heimspielen die in dieser Saison so stark performenden Mannheimer und Münchner! Damit hatten viele von uns nicht mehr gerechnet. Und dennoch wusste man nicht so recht, was uns in den Playoffs erwarten würde. Zumal es gegen die Straubing Tigers im Viertelfinale gehen sollte.
Ich möchte nun nicht mehr detailliert auf jede einzelne Serie eingehen, das habe ich durch meine Spielberichte abgehakt und kann jederzeit nachgelesen werden. Vielmehr möchte ich allgemein diese Mannschaft huldigen! Es ist nicht angemessen in Worte zu fassen, was Serge Aubin mit seinem Trainerteam aus dieser Mannschaft herausgeholt hat – aber eben auch, wie diese Mannschaft dem Trainerteam bedingungslos gefolgt ist.
Allein mit welcher Energie und Dominanz wir jedes Heimspiel dieser Playoffs bestritten haben. Es gab fast nie Zweifel daran, dass diese Spiele nicht gewonnen werden. Sicherlich gab es auch mal zwei, drei engere Heimspiele, aber das ist der Eishockeysport! Du hattest spätestens mit der 2:1-Serienführung in Straubing wieder dieses typische Gefühl, dass diese Mannschaft auf einer Mission ist. Und das war in jeder Playoffserie unter Aubin zu spüren. Nicht umsonst gewinnst du 15 von 15 Serien mit einer Mannschaft. Ich meine – wovon sprechen wir hier? Das ist bemerkenswert!

Und all diese Serien – mal die COVID-Saison ausgeschlossen – waren nie extrem eng. Es gab nicht einmal ein entscheidendes siebtes Spiel, alle Serien unter Aubin wurden vorher entschieden. Da fehlen einem endgültig die passenden Worte.
Dass man dann nicht nur die Tigers – die wieder der schwierigste Gegner der Playoffs waren – sondern auch den Rekord-Hauptrundensieger Köln besiegt hat, war eigentlich schon mehr, als man erwarten durfte. Aber was man dann im Finale abgezogen hat, ist doch nicht mehr von dieser Welt! Und ich kann es ehrlicherweise von unseren geschätzten Magenta-Experten nicht mehr hören. Das erste Drittel in Mannheim war pure Effizienz, klar – aber das hat doch nichts mit Glück zu tun. Das muss man sich doch erst einmal erarbeiten und dann dermaßen dominant im zweiten Drittel die Früchte dieser Arbeit ernten. Das hat nichts mit Glück zu tun!
Auch Spiel 2 und 3 waren von einer enormen Eisbärendominanz geprägt, da hatte Köln bessere Druckphasen als Mannheim. Und natürlich war Stettmer überragend, aber mir kommt bei Magenta die ganze Arbeit der Verteidigung zu kurz. Leider sucht man im Fernsehen seit geraumer Zeit immer zu schnell den einzelnen Spielerhelden, aber dass die Eisbären diesen Triumph gemeinsam erspielt haben, kommt mir in solchen Phasen leider zu kurz. Nicht falsch verstehen, erwähnt haben sie diese Mannschaftsleistung auch (Stichwort: HYDRA!), aber allein dieses Hochpushen des MVP-Titels geht mir komplett gegen den Strich – sorry für diese ehrlichen Worte, aber es ist nun mal ein Mannschaftssport und diesen haben die Eisbären in diesen Playoffs perfektioniert.
Und das, obwohl sich ja an der Höhe der Ausfälle nichts geändert hat. Im Gegenteil! Es wurden zum Ende hin eher noch mehr Ausfälle. Aber wenn du eine Mannschaft hast, in der alle füreinander einstehen und dann auch alle treffen können, dann hat die Höhe der Ausfälle am Ende keinen entscheidenden Einfluss mehr.
Nun genießen wir weiterhin diesen Moment, ehe es dann am Samstag ab 15 Uhr extrem emotional werden wird. Mit Aubin, Byron, Noebels, Stettmer und auch Hildebrand verlassen uns wirklich fünf Charaktere, die diesen Verein in den letzten Jahren mehr als nur geprägt haben.
Bis dahin wünsche ich euch im Namen des ganzen Teams eine stressarme Arbeitszeit! Wir sehen uns am Samstag auf dem Uber Platz!
Ich habe fertig! 😮💨
📸: City-press GmbH
