Spielberichte

Spielbericht: Frankfurt vs. Eisbären

Die Eisbären ringen den nächsten Gegner nieder und gewinnen nach Penaltyschießen mit 3:2 in Frankfurt. Dabei agierten sie erneut nur mit drei Sturmreihen, und durch den Ausfall von Mitch Reinke musste sogar Freddy Tiffels – wie bereits in der letzten Saison – in der Verteidigung neben Jonas Müller aushelfen. Warum diese zwei Punkte trotz eines „verspielten“ 2-Tore-Vorsprungs dennoch positiv zu bewerten sind, gilt es nun in gewohnter Form zu analysieren!

Die Löwen Frankfurt gingen mit Schwung in die Begegnung. Nach einem desolaten Saisonstart hatte man zuletzt drei Siege in Serie eingefahren – darunter gegen Köln und Mannheim, sowie einem Big Win gegen die Iserlohn Roosters, einen direkten Konkurrenten im Tabellenkeller. Man sollte also meinen, dass die Gastgeber mit viel Selbstbewusstsein in die Partie gingen. Doch über das gesamte Spiel hinweg sah man, wie verunsichert die Frankfurter in dieser Saison eigentlich auftreten!

Die Verletzungsmisere der Eisbären hingegen geht weiter. Zwar gehen wir bei Mitch Reinke nicht von einer langen Ausfallzeit aus, aber auch vermeintlich kleine Ausfälle wie dieser – gepaart mit den langfristigen Verletzungen – kommen in dieser Phase extrem ungelegen. Es verwundert jedoch kaum, dass bei der enormen Zusatzbelastung, der die verbliebenen Spieler ausgesetzt sind, vermehrt Verletzungen und krankheitsbedingte Ausfälle auftreten.

Somit waren die Erwartungen an das Spiel nicht besonders hoch. Dennoch entwickelte sich eine sehr intensive Partie, in der sich die Eisbären die besseren Chancen herausspielen konnten. Vor allem zwischen Liam Kirk und Cody Brenner entwickelte sich im Laufe des Spiels ein kleiner privater Zweikampf, dessen Ausgang später noch entscheidend werden sollte. Bis dahin vergaben die Eisbären leider einige Großchancen, spielten aber gleichzeitig in der eigenen Defensivzone weitestgehend konzentriert und konsequent. So ging es mit einem torlosen Unentschieden in die erste Drittelpause.

Aus dieser kamen die Eisbären dominant heraus! Zwar nicht in der gewohnten Wucht eines vollen Line-ups, aber dennoch war man das deutlich überlegene und aktivere Team. Nur das erlösende erste Tor wollte nicht fallen – erneut scheiterte Liam Kirk an Brenner. Doch die Beharrlichkeit zahlte sich aus: In der letzten Minute des Mittelabschnitts sorgte eine starke Puckeroberung dafür, dass Andy Eder freistehend im Slot abschließen konnte. Den Nachschuss verwertete Markus Vikingstad!

Auch den Start ins letzte Drittel dominierten die Gäste. Dieses Mal belohnte man sich früh, als Leo Pföderl einen Schuss von Liam Kirk unhaltbar abfälschte. Also wieder kein Treffer für den Briten – was ihm in dieser Situation völlig egal gewesen sein dürfte. Auch danach blieben die Eisbären spielbestimmend und hatten das Spiel eigentlich im Griff. Doch der Anschlusstreffer fiel ein wenig aus dem Nichts: Timo Kose erzielte seinen Premierentreffer in der DEL nach schöner Vorarbeit von Linus Fröberg. Frankfurt anschließend mit neuem Schwung – und die Eisbären zunehmend mit weniger Kraft in den Beinen. Man kam in einigen Zweikämpfen einen Tick zu spät, kassierte eine doppelte Unterzahl und in der Folge den Ausgleichstreffer.

Zwar versuchten die Eisbären, ihre letzten Kraftreserven zu mobilisieren, doch der dritte Treffer in der regulären Spielzeit wollte nicht fallen. Einen Vorwurf kann man der Mannschaft jedoch nicht machen – sie hat alles investiert! Und man darf nicht vergessen, wie schwierig Spiele in Frankfurt sein können. Aber wie endete nun die Geschichte zwischen Kirk und Brenner?

In der Overtime fielen trotz Chancen auf beiden Seiten keine weiteren Treffer – das Penaltyschießen musste entscheiden. Normalerweise keine Paradedisziplin der Eisbären. Doch nicht heute! Ty Ronning und Leo Pföderl trafen, Brace verschoss für Frankfurt. Anschließend trafen Kose und Pfaffengut – und somit hatte eben jener Liam Kirk die Entscheidung auf dem Schläger. Dieses Mal scheiterte er nicht. Ein kleiner, aber wichtiger Schub fürs Selbstvertrauen! In dieser harten Phase werden genau solche Punkte später noch entscheidend sein.

Nun heißt es: bis Sonntag ein wenig durchschnaufen. Yannick Veilleux ergänzt dann das Line-up – hoffentlich der Beginn einer positiven Entwicklung hin zu einem sich allmählich füllenden Kader. Wir wünschen euch einen entspannten Samstag!

📸: City-press GmbH (Archivbild)

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