{"id":2489,"date":"2026-08-06T17:03:26","date_gmt":"2026-08-06T15:03:26","guid":{"rendered":"https:\/\/eishockey-berlin.de\/eishockey\/?p=2489"},"modified":"2026-08-07T15:22:20","modified_gmt":"2026-08-07T13:22:20","slug":"jack-lafontaine-im-transfer-check-wie-rueckschlaege-einen-gewinner-formten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eishockey-berlin.de\/eishockey\/2026\/08\/06\/jack-lafontaine-im-transfer-check-wie-rueckschlaege-einen-gewinner-formten\/","title":{"rendered":"Jack LaFontaine im Transfer-Check: Wie R\u00fcckschl\u00e4ge einen Gewinner formten"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt Transfers, bei denen reicht ein kurzer Blick auf die Vita und man glaubt sofort zu wissen, was einen erwartet. Ein gestandener DEL-Profi, ein NHL-Veteran mit hunderten Spielen oder ein Torj\u00e4ger, dessen Statistiken praktisch f\u00fcr sich sprechen. Und dann gibt es Spieler wie Jack LaFontaine.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf den ersten Blick wirkt seine Karriere fast unscheinbar. Zwei NHL-Spiele, mehrere Stationen zwischen AHL und ECHL und nun der Wechsel zu den Eisb\u00e4ren Berlin. Wer ausschlie\u00dflich auf diese Eckdaten schaut, k\u00f6nnte schnell zu dem Schluss kommen, dass die Berliner mit dem 28-j\u00e4hrigen Kanadier einen soliden nordamerikanischen Torh\u00fcter verpflichtet haben, der den Konkurrenzkampf im Tor beleben soll. Doch genau diese Sichtweise greift viel zu kurz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn Jack LaFontaine ist kein Spieler, dessen Geschichte sich anhand von Statistiken oder Eliteprospects-Eintr\u00e4gen erz\u00e4hlen l\u00e4sst. Hinter seinem Karriereweg verbirgt sich vielmehr die Geschichte eines Torh\u00fcters, der mehrfach an einem Punkt stand, an dem viele andere ihren Traum vom Profieishockey vermutlich begraben h\u00e4tten. Stattdessen k\u00e4mpfte er sich immer wieder zur\u00fcck \u2013 nicht, weil ihm etwas geschenkt wurde, sondern weil er bereit war, an sich selbst zu arbeiten, unbequeme Entscheidungen zu treffen und R\u00fcckschl\u00e4ge als Teil seiner Entwicklung zu akzeptieren. Genau diese Mentalit\u00e4t d\u00fcrfte einer der entscheidenden Gr\u00fcnde gewesen sein, warum sich die Eisb\u00e4ren Berlin f\u00fcr ihn entschieden haben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1280\" src=\"https:\/\/eishockey-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/DSC08412.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2494\" srcset=\"https:\/\/eishockey-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/DSC08412.jpg 1920w, https:\/\/eishockey-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/DSC08412-1620x1080.jpg 1620w, https:\/\/eishockey-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/DSC08412-768x512.jpg 768w, https:\/\/eishockey-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/DSC08412-1536x1024.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Jack LaFontaine kommt mit einer ungew\u00f6hnlichen Karrieregeschichte nach Berlin. Der Kanadier musste sich seinen Weg zur\u00fcck ins Rampenlicht mehrfach neu erarbeiten. Foto: Kansas City Mavericks<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ein ungew\u00f6hnlicher Karriereweg<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass Jack LaFontaine heute das Trikot der Eisb\u00e4ren Berlin tr\u00e4gt, war alles andere als vorgezeichnet. Bereits 2016 w\u00e4hlten ihn die Carolina Hurricanes in der dritten Runde des NHL Drafts aus. Damals galt der Kanadier als eines der spannendsten Torwarttalente seines Jahrgangs. Scouts lobten seine Ruhe im Tor, seine saubere Winkelarbeit und seine f\u00fcr sein Alter ungew\u00f6hnlich reife Spielweise. Viele trauten ihm zu, den klassischen nordamerikanischen Entwicklungsweg zu gehen \u2013 College, AHL, NHL.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch genau dieser Plan geriet fr\u00fch ins Wanken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An der traditionsreichen University of Michigan fand LaFontaine nie wirklich seinen Rhythmus. Der Konkurrenzkampf im Tor war enorm, die Einsatzzeiten wurden weniger und mit jeder Saison schien sich der Abstand zur NHL eher zu vergr\u00f6\u00dfern als zu verkleinern. F\u00fcr viele junge Spieler w\u00e4re genau das der Moment gewesen, an dem Selbstzweifel die Oberhand gewinnen. Schlie\u00dflich gilt ein Wechsel zur\u00fcck in eine Juniorenliga f\u00fcr einen bereits gedrafteten Spieler oft als Eingest\u00e4ndnis, dass der urspr\u00fcngliche Plan gescheitert ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">LaFontaine entschied sich trotzdem genau f\u00fcr diesen unbequemen Weg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er verlie\u00df Michigan freiwillig und kehrte zu den Penticton Vees in die BCHL zur\u00fcck. Sportlich wirkte das wie ein Schritt zur\u00fcck, pers\u00f6nlich war es jedoch wahrscheinlich die wichtigste Entscheidung seiner gesamten Karriere. Im <a href=\"https:\/\/ingoalmag.com\/2021\/07\/02\/ingoal-radio-episode-126with-jack-lafontaine-and-karel-popper\/\" type=\"link\" id=\"https:\/\/ingoalmag.com\/2021\/07\/02\/ingoal-radio-episode-126with-jack-lafontaine-and-karel-popper\/\">InGoal Radio Podcast<\/a> erz\u00e4hlte er sp\u00e4ter offen, wie sehr ihn diese Zeit belastete. Nach dem entscheidenden Gespr\u00e4ch mit seinem Trainer verlie\u00df er die Kabine unter Tr\u00e4nen, weil er das Gef\u00fchl hatte, versagt zu haben. Erst mit etwas Abstand verstand er, dass genau dieser Moment seine Karriere ver\u00e4ndern w\u00fcrde. Statt R\u00fcckschl\u00e4ge als Niederlagen zu sehen, begann er, sie als Chance zur Weiterentwicklung zu begreifen \u2013 eine Einstellung, die ihn bis heute pr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem anschlie\u00dfenden Wechsel an die University of Minnesota begann schlie\u00dflich seine zweite Karriere. Pl\u00f6tzlich war aus dem Torh\u00fcter, dessen Entwicklung ins Stocken geraten war, wieder einer der besten Goalies im gesamten College-Hockey. In der Saison 2020\/21 f\u00fchrte er Minnesota mit einer Fangquote von 93,4 Prozent und einem Gegentorschnitt von nur 1,79 bis ins NCAA-Turnier, gewann den Mike Richter Award als bester College-Torh\u00fcter der Vereinigten Staaten und wurde zus\u00e4tzlich ins All-American Team gew\u00e4hlt. R\u00fcckblickend wirkt dieser Durchbruch fast zwangsl\u00e4ufig \u2013 tats\u00e4chlich war er jedoch das Ergebnis einer Entscheidung, die nur wenige Spieler in seiner Situation getroffen h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Mehr als nur Talent \u2013 Warum LaFontaine anders tickt<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer sich intensiver mit Jack LaFontaine besch\u00e4ftigt, merkt schnell, dass seine Entwicklung kein Zufall war. Hinter seinen Erfolgen steckt eine Arbeitsweise, die selbst im leistungsorientierten nordamerikanischen Eishockey auff\u00e4llt. Teamkollegen, Trainer und Torwartcoaches beschreiben ihn immer wieder als jemanden, der nahezu besessen davon ist, sich zu verbessern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend andere Spieler auf Ausw\u00e4rtsfahrten Serien schauen oder Videospiele spielen, greift LaFontaine h\u00e4ufig zu B\u00fcchern \u00fcber Sportpsychologie, Philosophie oder Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung. Er f\u00fchrt handschriftliche Journals, in denen er Trainingseinheiten, Fehler und mentale Erkenntnisse festh\u00e4lt. Vor Spielen analysiert er gegnerische Sch\u00fctzen bis ins kleinste Detail, entwickelt mentale Routinen und versucht m\u00f6glichst viele Spielsituationen bereits im Kopf durchzuspielen, bevor sie \u00fcberhaupt entstehen. Selbst nach dem offiziellen Mannschaftstraining bleibt er h\u00e4ufig noch lange auf dem Eis oder sitzt vor Videomaterial, um kleinste Bewegungsabl\u00e4ufe zu analysieren und weiter zu verfeinern.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1280\" src=\"https:\/\/eishockey-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/DSC05674-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2497\" srcset=\"https:\/\/eishockey-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/DSC05674-2.jpg 1920w, https:\/\/eishockey-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/DSC05674-2-1620x1080.jpg 1620w, https:\/\/eishockey-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/DSC05674-2-768x512.jpg 768w, https:\/\/eishockey-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/DSC05674-2-1536x1024.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Er ist nicht nur ein Einzelk\u00e4mpfer im Tor, sondern ein Torh\u00fcter, dem seine Mannschaft vertraut. Foto: Kansas City Mavericks<br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bemerkenswert ist dabei vor allem seine Offenheit. W\u00e4hrend viele Profis ausschlie\u00dflich \u00fcber Erfolge sprechen, redet LaFontaine erstaunlich ehrlich \u00fcber Niederlagen, Selbstzweifel und schwierige Phasen seiner Karriere. F\u00fcr ihn geh\u00f6ren Fehler zum Entwicklungsprozess. Entscheidend sei nicht, ob man scheitert, sondern wie man anschlie\u00dfend darauf reagiert. Genau deshalb gilt er innerhalb der Torh\u00fcter-Community l\u00e4ngst als jemand, der nicht nur k\u00f6rperlich, sondern vor allem mental au\u00dfergew\u00f6hnlich arbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Einstellung d\u00fcrfte einer der Gr\u00fcnde sein, weshalb die Eisb\u00e4ren Berlin in ihm deutlich mehr sehen als einen Torh\u00fcter mit Erfahrung aus AHL und ECHL. Sie verpflichten einen Spieler, dessen gr\u00f6\u00dfte St\u00e4rke m\u00f6glicherweise gar nicht seine Fangquote ist, sondern seine Bereitschaft, sich jeden einzelnen Tag weiterzuentwickeln.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der Traum von der NHL \u2013 und der wohl schwierigste Moment seiner Karriere<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach seiner \u00fcberragenden College-Zeit schien der n\u00e4chste Schritt nur noch Formsache zu sein. Im Januar 2022 unterschrieb Jack LaFontaine seinen Einstiegsvertrag bei den Carolina Hurricanes und verlie\u00df die University of Minnesota noch w\u00e4hrend der laufenden Saison. F\u00fcr ihn erf\u00fcllte sich damit der Traum, auf den er seit seiner Kindheit hingearbeitet hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch manchmal schreibt der Sport Geschichten, die deutlich h\u00e4rter verlaufen als jedes Hollywood-Drehbuch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nur wenige Tage nach seiner Vertragsunterschrift feierte LaFontaine sein NHL-Deb\u00fct gegen die Columbus Blue Jackets. Die Hurricanes lagen bereits deutlich mit 4:0 zur\u00fcck, als er praktisch ohne Vorbereitung ins Spiel geschickt wurde. Bereits 30 Sekunden nach seiner Einwechslung landete der erste Schuss hinter ihm im Netz. Auch der zweite Einsatz gegen die New Jersey Devils verlief alles andere als gl\u00fccklich, am Ende seines ersten Starter-Deb\u00fcts stand eine 7:4 Niederlage auf dem Scoreboard. Am Ende seiner Zeit in der NHL, standen so lediglich zwei Spiele und eine Fangquote von 78 Prozent in den Statistiken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer diese Zahlen heute isoliert betrachtet, wird LaFontaine allerdings nicht gerecht. Ein junger College-Torh\u00fcter wurde ohne gro\u00dfe Eingew\u00f6hnungszeit in die st\u00e4rkste Liga der Welt geworfen und musste unter denkbar schwierigen Umst\u00e4nden bestehen. Viele Torh\u00fcter h\u00e4tten an einer solchen Situation lange zu knabbern gehabt. LaFontaine hingegen reagierte so, wie er es bereits mehrfach in seiner Karriere getan hatte: Er arbeitete weiter. Statt den R\u00fcckschlag als Endpunkt zu sehen, betrachtete er ihn als n\u00e4chsten Entwicklungsschritt. Genau dieses Muster zieht sich wie ein roter Faden durch seinen gesamten Karriereverlauf.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Geduld statt Glamour<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach seinem kurzen NHL-Abenteuer begann der wohl anspruchsvollste Abschnitt seiner bisherigen Laufbahn. Es folgten Jahre zwischen AHL und ECHL, in denen LaFontaine f\u00fcr Organisationen wie die Chicago Wolves, Syracuse Crunch, Orlando Solar Bears, Coachella Valley Firebirds und Kansas City Mavericks auflief. Von au\u00dfen wirken solche h\u00e4ufigen Wechsel oft wie R\u00fcckschritte. Tats\u00e4chlich erz\u00e4hlen sie aber vor allem die Geschichte eines Torh\u00fcters, der sich seinen Platz im Profieishockey immer wieder neu erarbeiten musste.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1281\" src=\"https:\/\/eishockey-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/H0A6514-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2495\" srcset=\"https:\/\/eishockey-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/H0A6514-1.jpg 1920w, https:\/\/eishockey-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/H0A6514-1-1619x1080.jpg 1619w, https:\/\/eishockey-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/H0A6514-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/eishockey-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/H0A6514-1-1536x1025.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Jack LaFontaine feierte 2022 mit den Chicago Wolves den Gewinn des Calder Cups. Die Saison war ein weiterer Schritt auf seinem Weg zur\u00fcck in Richtung h\u00f6herer Ebenen. Foto von <strong><strong>Ross Dettman \/ TheAHL<\/strong><\/strong>, lizenziert unter <strong><strong><a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/2.0\/deed.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">CC BY 2.0<\/a><\/strong><\/strong>.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Saison 2025\/26 zeigte schlie\u00dflich eindrucksvoll, warum die Eisb\u00e4ren auf ihn aufmerksam geworden sein d\u00fcrften. Bei den Kansas City Mavericks geh\u00f6rte LaFontaine mit einer Fangquote von 92,8 Prozent, einem Gegentorschnitt von 1,97 und mehreren Shutouts zu den konstantesten Torh\u00fctern der ECHL und f\u00fchrte sein Team zum Gewinn der Bruce Taylor Trophy, der Meisterschaft der Western Conference. Parallel dazu \u00fcberzeugte er auch bei seinen Eins\u00e4tzen f\u00fcr die Coachella Valley Firebirds in der AHL mit einer Fangquote von 93,3 Prozent. Nach Jahren voller Umwege hatte sich LaFontaine eindrucksvoll zur\u00fcckgemeldet und bewiesen, dass sein Name l\u00e4ngst nicht nur wegen seiner Draftposition oder seiner kurzen NHL-Zeit interessant ist, sondern vor allem wegen seiner konstant starken Leistungen in den vergangenen beiden Spielzeiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade dieser Karriereabschnitt d\u00fcrfte den Verantwortlichen der Eisb\u00e4ren imponiert haben. Berlin verpflichtet keinen Torh\u00fcter, dessen gr\u00f6\u00dftes Argument zwei NHL-Spiele sind. Die Eisb\u00e4ren holen einen Goalie, der nach zahlreichen R\u00fcckschl\u00e4gen wieder auf konstant hohem Niveau performt, sich kontinuierlich weiterentwickelt hat und mit einer beeindruckenden Mischung aus Disziplin, mentaler St\u00e4rke und professioneller Arbeitsweise nach Europa kommt. F\u00fcr einen Verein, der jedes Jahr um Meisterschaften spielt, k\u00f6nnten genau diese Eigenschaften am Ende deutlich wertvoller sein als jeder gro\u00dfe Name auf dem Papier.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entscheidend sind dabei nicht nur die nackten Zahlen, sondern vor allem der Weg dorthin. Noch wenige Jahre zuvor schien seine Entwicklung ins Stocken geraten zu sein, nun galt er pl\u00f6tzlich wieder als eines der spannendsten Torwartprojekte Nordamerikas. Diese Entwicklung unterstreicht eindrucksvoll, was LaFontaine bis heute auszeichnet: R\u00fcckschl\u00e4ge werfen ihn nicht dauerhaft aus der Bahn \u2013 sie scheinen ihn vielmehr anzutreiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis, wenn man sich intensiver mit seinem Karriereweg besch\u00e4ftigt. Die Eisb\u00e4ren Berlin verpflichten keinen Torwart, der seine Karriere ausschlie\u00dflich \u00fcber Talent aufgebaut hat. Sie holen einen Spieler, der sich jede einzelne Chance immer wieder neu erarbeiten musste und dessen gr\u00f6\u00dfter Trumpf wom\u00f6glich gar nicht zwischen den Pfosten liegt, sondern in seiner Einstellung zum Sport und zu sich selbst. Genau deshalb lohnt es sich, Jack LaFontaine nicht nur als Torwart kennenzulernen \u2013 sondern auch als Menschen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was bringt Jack LaFontaine den Eisb\u00e4ren?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit einer K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe von 1,91 Metern und rund 95 Kilogramm bringt Jack LaFontaine zun\u00e4chst einmal die idealen k\u00f6rperlichen Voraussetzungen f\u00fcr einen modernen Torh\u00fcter mit. Seine gr\u00f6\u00dfte St\u00e4rke liegt allerdings nicht in spektakul\u00e4ren Hechtsaves oder besonders explosiven Reflexen, sondern in einem Spielstil, der auf Ruhe, Pr\u00e4zision und exzellenter Positionsarbeit basiert.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1280\" src=\"https:\/\/eishockey-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/DSC02755.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2493\" srcset=\"https:\/\/eishockey-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/DSC02755.jpg 1920w, https:\/\/eishockey-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/DSC02755-1620x1080.jpg 1620w, https:\/\/eishockey-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/DSC02755-768x512.jpg 768w, https:\/\/eishockey-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/DSC02755-1536x1024.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Jack LaFontaine entwickelte sich bei den Kansas City Mavericks wieder zu einem der konstantesten Torh\u00fcter der ECHL. In der Saison 2025\/26 \u00fcberzeugte der Kanadier mit starken Leistungen und f\u00fchrte sein Team bis in die Playoffs. Foto: Kansas City Mavericks<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">LaFontaine geh\u00f6rt zu den sogenannten <strong>\u201eAngles-and-Lines\u201c-Goalies<\/strong>. Anstatt st\u00e4ndig auf spektakul\u00e4re Rettungstaten angewiesen zu sein, versucht er Sch\u00fcsse bereits durch seine Positionierung zu entsch\u00e4rfen. Er h\u00e4lt konsequent seine Linien, arbeitet \u00e4u\u00dferst sauber mit den richtigen Winkeln und nutzt seine Gr\u00f6\u00dfe, um m\u00f6glichst viel Torfl\u00e4che abzudecken. F\u00fcr gegnerische Angreifer entstehen dadurch oft deutlich weniger freie Schussm\u00f6glichkeiten, weil LaFontaine bereits vor dem Abschluss optimal positioniert ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auff\u00e4llig ist au\u00dferdem die Ruhe, mit der er seinen Torraum kontrolliert. Seine Bewegungen wirken selten hektisch oder \u00fcberhastet, sondern fl\u00fcssig und kontrolliert. Muss er sich dennoch bei Querp\u00e4ssen oder schnellen Seitenwechseln verschieben, profitiert er von \u00e4u\u00dferst kraftvollen Abst\u00f6\u00dfen im Butterfly-Stil, mit denen er trotz seiner Gr\u00f6\u00dfe schnell von einer Seite zur anderen kommt. Wird sein Stellungsspiel doch einmal \u00fcberwunden, kann er sich auf eine starke Fanghand verlassen, mit der er auch schwierige Sch\u00fcsse in die oberen Ecken entsch\u00e4rfen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiterer Pluspunkt ist seine Rebound-Kontrolle. Statt Pucks unkontrolliert vor den eigenen Kasten prallen zu lassen, versucht LaFontaine Distanzsch\u00fcsse gezielt in ungef\u00e4hrliche Zonen abzulenken oder direkt festzuhalten. Gerade in engen Spielen und den Playoffs reduziert er dadurch zweite Chancen des Gegners erheblich und entlastet gleichzeitig seine Verteidiger.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So \u00fcberzeugend das Profil von Jack LaFontaine auch klingt, ganz ohne Fragezeichen kommt der Wechsel nach Berlin nicht aus. Der Schritt nach Europa ist f\u00fcr jeden nordamerikanischen Torh\u00fcter eine Herausforderung. Die gr\u00f6\u00dfere Eisfl\u00e4che ver\u00e4ndert Winkel, Laufwege und Spielsituationen deutlich. Gerade f\u00fcr einen Goalie, dessen St\u00e4rke stark auf Positionierung und Antizipation basiert, wird entscheidend sein, wie schnell er sich an die neuen Bedingungen anpasst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zudem bleibt abzuwarten, ob LaFontaine in Berlin tats\u00e4chlich den n\u00e4chsten Schritt zum unumstrittenen Starter machen kann. Seine Leistungen in der ECHL und bei seinen AHL-Eins\u00e4tzen zeigen gro\u00dfes Potenzial, doch die PENNY DEL stellt noch einmal eine andere Herausforderung dar. Konstanz auf diesem Niveau muss er erst beweisen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Warum Berlin der richtige n\u00e4chste Schritt sein k\u00f6nnte<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Jack LaFontaine ist der Wechsel nach Berlin weit mehr als nur das n\u00e4chste Kapitel seiner Karriere. Nach Jahren zwischen verschiedenen Organisationen in Nordamerika bekommt er nun die Chance, sich bei einem der erfolgreichsten Vereine Europas dauerhaft auf einer gro\u00dfen B\u00fchne zu beweisen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Eisb\u00e4ren geh\u00f6ren seit Jahren zu den professionellsten Organisationen der PENNY DEL, spielen regelm\u00e4\u00dfig um Meisterschaften und bieten Spielern ein Umfeld, in dem Leistung und Weiterentwicklung im Mittelpunkt stehen. Genau diese Kultur scheint hervorragend zu einem Torh\u00fcter zu passen, der seinen gesamten Karriereweg darauf aufgebaut hat, jeden Tag ein kleines St\u00fcck besser zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei kommt LaFontaine nicht als unumstrittene Nummer eins nach Berlin. Er wird sich seinen Platz erneut erarbeiten m\u00fcssen \u2013 und genau darin liegt vielleicht seine gr\u00f6\u00dfte St\u00e4rke. Seine bisherige Karriere hat gezeigt, dass er sich in solchen Situationen besonders wohlf\u00fchlt. Immer dann, wenn Zweifel aufkamen oder sein Weg schwieriger wurde, fand er M\u00f6glichkeiten, st\u00e4rker zur\u00fcckzukommen. Vielleicht ist genau deshalb der Wechsel zu den Eisb\u00e4ren kein Risiko, sondern die logische Fortsetzung seiner bisherigen Geschichte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Mein Puckgefl\u00fcster-Fazit<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jack LaFontaine ist einer dieser Transfers, die sich nicht nach zwei NHL-Spielen oder einer kurzen Statistik bewerten lassen. Wer sich intensiver mit seinem Karriereweg besch\u00e4ftigt, erkennt schnell, dass die Eisb\u00e4ren weit mehr verpflichtet haben als einen weiteren nordamerikanischen Torh\u00fcter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie holen einen ehemaligen Mike-Richter-Award-Gewinner, einen der besten College-Goalies seiner Zeit, einen Spieler, der R\u00fcckschl\u00e4ge nie als Ausrede genutzt hat, sondern immer als Antrieb verstand. Sie verpflichten einen Torh\u00fcter, der sich seine Karriere Schritt f\u00fcr Schritt zur\u00fcckerk\u00e4mpft hat und dessen Professionalit\u00e4t von nahezu jedem beschrieben wird, der mit ihm zusammengearbeitet hat. Vor allem aber holen sie einen Charakter, der perfekt zu der Kultur passt, die die Eisb\u00e4ren Berlin seit Jahren auszeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau hier liegt auch die gr\u00f6\u00dfte Spannung dieses Transfers. Die Eisb\u00e4ren verpflichten keinen fertigen Elite-Goalie mit jahrelanger DEL-Erfahrung, sondern einen Torh\u00fcter mit au\u00dfergew\u00f6hnlichem Potenzial und einer beeindruckenden Geschichte. Ob dieses Potenzial auch in Berlin konstant abgerufen werden kann, wird die entscheidende Frage der kommenden Saison sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht bekommt Jack LaFontaine in Berlin genau die B\u00fchne, auf die er so lange hingearbeitet hat. Sollte ihm das gelingen, k\u00f6nnten die Eisb\u00e4ren mit ihm einen Torh\u00fcter verpflichtet haben, dessen gr\u00f6\u00dfte St\u00e4rke am Ende gar nicht seine Fangquote ist \u2013 sondern die F\u00e4higkeit, immer wieder aufzustehen, wenn andere l\u00e4ngst liegen geblieben w\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8211; Jakob Wegener<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spielerfoto im Beitragsbild: Kansas City Mavericks<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>EliteProspects \u2013 Jack LaFontaine: <a>https:\/\/www.eliteprospects.com\/player\/201621\/jack-lafontaine<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>The Athletic \u2013 <em>What to make of Hurricanes prospect Jack LaFontaine&#8217;s long road to the NHL, his sudden ascent and his tough start<\/em>: <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/athletic\/3065113\/2022\/01\/17\/what-to-make-of-hurricanes-prospect-jack-lafontaines-long-road-to-the-nhl-his-sudden-ascent-and-his-tough-start\/\">https:\/\/www.nytimes.com\/athletic\/3065113\/2022\/01\/17\/what-to-make-of-hurricanes-prospect-jack-lafontaines-long-road-to-the-nhl-his-sudden-ascent-and-his-tough-start\/<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>The Hockey News \u2013 <em>Prospect Need to Know: Jack LaFontaine is a Hidden Draft Gem in Net<\/em>: <a href=\"https:\/\/thehockeynews.com\/news\/news\/prospect-need-to-know-jack-lafontaine-is-a-hidden-draft-gem-in-net\">https:\/\/thehockeynews.com\/news\/news\/prospect-need-to-know-jack-lafontaine-is-a-hidden-draft-gem-in-net<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>InGoal Magazine Podcast \u2013 Episode 126 mit Jack LaFontaine: <a>https:\/\/ingoalmag.com\/podcast\/episode-126-jack-lafontaine\/<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weitere Bildquellen: Jack LaFontaine Chicago Wolves (Ross Dettmann) <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:H0A6514.jpg\">https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:H0A6514.jpg<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt Transfers, bei denen reicht ein kurzer Blick auf die Vita und man glaubt sofort zu wissen, was einen<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2490,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[1,10],"tags":[186,187,184,14,167,181,188],"class_list":["post-2489","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-transfercheck","tag-ahl","tag-carolina-hurricanes","tag-echl","tag-eisbaeren-berlin","tag-goalie","tag-jack-lafontaine","tag-kansas-city-mavericks"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.7 - 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