In Germany we call it a Klassiker
Die aktuelle Lage bei den Eisbären
Auch am vergangenen Wochenende konnten die Berliner, die weiterhin unangefochten vor Nürnberg und Mannheim an der Tabellenspitze stehen, volle sechs Punkte einfahren. Während gegen Augsburg nach eher mäßigem Spiel ein 2:1-Zittersieg gelang (Tore: Veilleux, Wiederer), konnte man beim 4:1-Erfolg in Schwenningen (Tore: 2x Ronning, Veilleux, Pföderl) wieder über die gesamte Spielzeit überzeugen. Trainer Eric Dubois war mit dem Auftritt des Rekordmeisters gegen Augsburg so gar nicht zufrieden. Vom üblichen Forecheck war nur wenig zu sehen und auch in den Zweikämpfen kam man meistens einen Schritt zu spät. Stattdessen war der schmeichelhafte Sieg der erneuten Gala-Vorstellung von Jonas Neffin und der hervorragenden Vorarbeit von Liam Kirk zum Siegtreffer von Manuel Wiederer zu verdanken. Im Nachgang der Partie fand tatsächlich eine kleine Krisensitzung statt, in deren Folge Dubois und Associate Coach Dan Lambert das Line-Up in Schwenningen spürbar veränderten. So kehrte Stürmer Gabriel Fontaine nach seiner Verletzungspause ins Team zurück und gab neben Ty Ronning und Liam Kirk in Reihe eins ein starkes Comeback. Freddy Tiffels rückte zu Andy Eder und Jean-Luc Foudy in Reihe zwei, während Leo Pföderl, der in Schwenningen seinen ersehnten ersten Saisontreffer erzielen konnte, neben Manuel Wiederer und Eric Hördler in Reihe vier agierte. Einzig der zuletzt überzeugende dritte Reihe mit Tobias Krestan, Markus Vikingstad und Yannick Veilleux, der am Wochenende ebenfalls erstmals traf, blieb zusammen.
Überhaupt bleibt festzuhalten, dass sich das Secondary Scoring der Eisbären immer weiter verbessert und vor allem Spieler wie Andy Eder und Markus Vikingstad auf bestem Wege sind, eine sehr starke Saison zu spielen, Auch das Defensiv-Verhalten des gesamtes Teams (am Wochenende gab es erneut nur zwei Gegentreffer) ist äußerst beeindruckend. Jack LaFontaine bekam in Schwenningen eine neue Chance und konnte diese vor allem im zweiten Drittel nutzen, als er mehrere gefährliche Konter der Schwäne stoppte. Am kommenden Wochenende warten nun mit dem Auswärtsspiel in Ingolstadt sowie dem mit Spannung erwarteten Klassiker in der Uber Arena gegen Mannheim zwei sehr schwere Aufgaben auf den Rekordmeister.

Der Gegner am Freitag: ERC Ingolstadt
Die bisherige Saison der Schanzer gleicht einer Achterbahnfahrt, Nach schwachem Saisonstart gelangen zuletzt vier Siege in Folge, bis man am letzten Sonntag in Bremerhaven überraschend mit 2:6 unterlag und auf den Boden der Tatsachen zurückkehrte. Der Kader der Ingolstädter hat sich im Sommer kaum verändert, was nicht immer ein gutes Zeichen ist. Die Top-Schlagzeile vor der Saison war natürlich die Rückkehr von Playoff-MVP Jonas Stettmer, der nach drei Jahren und drei Meisterschaften in Berlin in seine bayrische Heimat zurückkehrte. Mit einer Fangquote von knapp über 90 Prozent reiht er sich bislang in die schwankenden Leistungen des ERC ein, Während frühere Leistungsträger wie Myles Powell (drei Punkte) und Abbott Girduckis (vier Punkte) im Formtief stecken, überzeugt bisher vor allem das Sturm-Duo Daniel Schmölz (12 Punkte) und Topscorer Peter Abbandonato (15 Punkte). Star-Stürmer Riley Barber (11 Punkte) fiel zuletzt verletzt aus. Der ERC ist in der heimischen Saturn Arena immer schwer zu schlagen, aber ich setze auf die Topform der Eisbären und tippe auf einen 5:3-Auswärtssieg der Berliner (Spielbeginn: 19:30 Uhr).

Der Gegner am Sonntag: Adler Mannheim
Die Kurpfälzer sind gut in Form und konnten fünf der letzten sechs Spiele gewinnen. Am Dienstag gelang ein spektakulärer 6:5-Sieg nach Penalty bei den Kölner Haien. Die Adler stehen mit einem Spiel mehr und vier Punkten weniger hinter den Eisbären auf Platz drei. Wie gewohnt überzeugt der Adler-Kader mit einer beeindruckenden Tiefe. Niemand ragt so richtig heraus. Mit Ausnahme von Top-Verteidiger Nick Mattinen (sechs Tore) hat kein einziger Spieler mehr als drei Tore erzielt. Achten sollten die Berliner auf Top-Talent Max Calce (17), der gerade gegen die Eisbären gerne zur Hochform aufläuft. Gegen die Adler erwarte ich wie immer ein intensives, schnelles und kampfbetontes Spiel und tippe auf einen knappen 3:2-Heimsieg der Eisbären (Spielbeginn: 14:00 Uhr).

