Spielbericht: Frankfurt vs. Eisbären
In einer insgesamt hochklassigen Partie behalten die Eisbären durch eine extrem abgeklärte Leistung mit 2:0 die Oberhand. Dabei feierte Jonas Neffin seinen zweiten Shutout in Folge. Warum die Frankfurter ab dem zweiten Drittel nahezu chancenlos waren, gilt es nun in gewohnter Form zu analysieren!
Beim Blick auf das Line-up fiel zunächst das Fehlen von Gab Fontaine auf. Der Franko-Kanadier konnte bislang noch nicht an seine erfolgreichen Zeiten anknüpfen und hat noch keine wirklich stabile Rolle in einer der Formationen hinter Kirk, Ronning und Tiffels gefunden. Für ihn rückte Eric Hördler aus der vierten in die zweite Reihe neben Eder und Pföderl. Rihards Griva und Korbi Geibel kehrten dafür ins Line-up zurück. Jonas Neffin durfte nach seinem ersten Shutout folgerichtig weiterhin das Eisbären-Gehäuse hüten.
Mit dieser Formation ging es in die Begegnung gegen eines der bisherigen Überraschungsteams. Die Löwen Frankfurt waren vor dem Spiel auf Platz fünf zu finden und hatten bis dato die wenigsten Gegentore kassiert. Zudem zeigten sie sich extrem effizient vor dem gegnerischen Tor. Dementsprechend waren wir im Puckgeflüster-Team sehr gespannt, wie unsere Eisbären mit diesem Gegner und dessen Hexenkessel zurechtkommen würden.
Das erste Drittel bot eine ausgeglichene und intensive Eishockeypartie. Das Momentum pendelte immer wieder hin und her. Mal hatten die Eisbären mehr gefährliche Aktionen vor dem Kasten des überragend haltenden Adam Scheel, dann waren es wieder die gastgebenden Löwen, die Jonas Neffin zu einigen Paraden zwangen. Auch dieser überzeugte heute erneut mit einer abgeklärten Leistung, hatte im ersten Drittel aber auch ein wenig Glück, als ein Schuss der Frankfurter beinahe ins Tor rutschte. In dieser Phase hatten die Gastgeber einige für den Torhüter unangenehme Abschlüsse, insgesamt stellte das Neffin aber vor keine größeren Probleme.
Auch die Eisbären hatten in diesem Drittel ihre offensiven Momente. Es war ein Eishockeyspiel auf einem sehr hohen qualitativen Niveau. Die Mannen von Éric Dubois überstanden zudem zwei Unterzahlspiele. Zusammenfassend konnte man schon hier erkennen, dass die Eisbären bereit waren, den unangenehmen Kampf gegen einen starken Gegner und dessen lautstarke Fans anzunehmen.
Im Mittelabschnitt kippte das Spiel dann, wie so oft, komplett auf die Seite der Eisbären. Bereits früh in diesem Drittel hätte man in Führung gehen müssen. Zeitweise hatte man sogar den Eindruck, dass die Eisbären selbst ein wenig überrascht davon waren, wie viel Platz ihnen die Gastgeber plötzlich boten. Auch im weiteren Verlauf des Drittels bauten die Eisbären enormen offensiven Druck auf und belohnten sich schließlich mit zwei Treffern.
Den ersten erzielte Brandon Davidson. Schön freigespielt von Liam Kirk und Manu Wiederer, wurde sein Schuss noch von einem Frankfurter Verteidiger abgefälscht. Somit hatte selbst der ansonsten überragende Scheel keine Abwehrmöglichkeit. Wenige Minuten später war es dann Liam Kirk himself mit dem souveränen Abschluss eines gnadenlos einfach herausgespielten Konters. Die Vorlage kam von Ty Ronning. Die Eisbären profitierten dabei von einem schlecht ausgespielten Frankfurter Gegenangriff und schalteten anschließend blitzschnell um. Die Führung hätte zu diesem Zeitpunkt durchaus noch höher ausfallen können, wäre mit Blick auf das ausgeglichene erste Drittel aber vielleicht etwas vermessen gewesen.
Wie die Eisbären dann im letzten Drittel diese im Eishockey bekanntlich gefährliche Zwei-Tore-Führung herunterspielten, war schon extrem abgeklärt. Auf die zwei, drei Kontermöglichkeiten der Frankfurter hätte man zwar verzichten können. Aus einer davon resultierte sogar ein Penaltyschuss für die Löwen, den Neffin als Krönung seiner Leistung äußerst kaltschnäuzig parieren konnte. Ein Anschlusstreffer hätte den Hexenkessel sicherlich noch einmal zum Kochen gebracht, wäre aufgrund der abgezockten Spielweise unserer Eisbären aber auch nicht wirklich verdient gewesen.
Diese Spielweise war geprägt von einer sehr guten Mischung aus offensiven und defensiv mehr als stabilen Phasen. Auch die neutrale Zone wurde äußerst effektiv verteidigt. Insgesamt war es einfach eine fast schon perfekte Darbietung unserer Eisbären auf fremdem Eis.
Wobei: So fremd fühlte es sich dann doch nicht an. Die Frankfurter präsentierten sich wieder einmal als tolle Gastgeber. Beim ersten Eisbären-Treffer wurde erneut „Viva la Vida“ zum Gedenken an Tobi Eder gespielt und auch die Wechselgesänge der beiden Fanlager gehören mittlerweile zum guten Standard dazu. Ein rundum gelungener Gastauftritt!
Am Sonntag wartet dann zu Hause das derzeitige absolute Topspiel gegen die Nürnberg Ice Tigers, die sich auch gegen die bislang schwachen Wild Wings keine Blöße gaben. Wir sind sehr gespannt, wer am Sonntag das Eis als Sieger verlassen wird. Beide Teams befinden sich aktuell in herausragender Verfassung.
Wir wünschen euch bis dahin eine erholsame Zeit. Wir lesen uns! 🏒💪
