CHL-Start für die Eisbären in der Schweiz
Die aktuelle Lage bei den Eisbären
Die Eisbären haben laut Trainer Eric Dubois in den letzten Tagen hart und intensiv trainiert, um für den Start der Champions Hockey League bereit zu sein. Denn dieser hat es absolut in sich. Die Berliner beginnen die ersten Pflichtspiele mit zwei Gastspielen in der Schweiz. Mit Geneve Servette und dem HC Davos warten zwei echte Hochkaräter auf den deutschen Rekordmeister. Um Punkte bei den Eidgenossen entführen zu können, werden die Eisbären sicherlich an ihre Leistungsgrenze gehen müssen.
Am vergangenen Wochenende gewannen die Berliner ein Testspiel im gewohnt lauten und ausverkauften Wellblechpalast mit 3:1 (Tore: Veilleux, Ronning, Müller) gegen die Lausitzer Füchse. Vor allem im zweiten und dritten Drittel war spielerisch etwas Sand im Getriebe und von einem Klassenunterschied nicht viel zu sehen. Eric Dubois begründete dies aber mit dem harten Training in den Tagen zuvor, sodass im Spiel gegen das DEL2-Team eine gewisse Müdigkeit zu erkennen war. Der Fokus sollte eher auf den kommenden CHL-Spiele gelegt werden.
Auf dem personellen Sektor gibt es ebenfalls Neuigkeiten. Während Lean Bergmann, Patrick Khodorenko und Freddy Tiffels weiterhin ausfallen werden, könnten die Eisbären-Fans am Wochenende ein neues Gesicht auf dem Eis bewundern können. Sportdirektor Stephane Richer entschied sich, den Probevertrag mit Verteidiger Martin Has trotz guter Leistungen nicht zu verlängern. Stattdessen wurde mit Routinier Brendan Davidson (35) ein neuer klassischer Defensiv-Verteidiger verpflichtet. Davidson, der einen Vertrag über ein Jahr unterschrieb und die Rückennummer 44 tragen wird, stand zuletzt in Tschechien bei Kometa Brno unter Vertrag, wo er im Jahr 2025 die Meisterschaft gewinnen konnte. In der abgelaufenen Saison konnte er allerdings verletzungsbedingt kein einziges Saisonspiel bestreiten und gab erst beim Dolomiten-Cup vor einigen Tagen sein Comeback. Dort zeigte er, dass er seine schwere Verletzung vollständig auskuriert hat und trug seinen Teil zum Turniersieg von Brno bei. Er gilt als körperlich starker und kompromissloser Verteidiger mit hervorragendem defensivem Spielverständnis. Gewisse Ähnlichkeiten zur Spielweise von Adam Smith könnten daher nicht von der Hand zu weisen sein. Ein fitter Davidson könnte also auch in seinem fortgeschrittenen Hockey-Alter durchaus eine sinnvolle Verstärkung der Eisbären-Defensive sein.

Der Gegner am Freitag: Geneve Servette HC
Der Schweizer Traditionsklub mit seinen lautstarken und emotionalen Fans konnte in den letzten Jahren große Erfolge feiern. Im Jahr 2023 gewann man nach etlichen vergeblichen Anläufen endlich die Schweizer Meisterschaft. Im Jahr darauf triumphierten die Genfer sogar in der Champions Hockey League und durchbrachen so erstmals die Phalanx der schwedischen und finnischen Teams, die zuvor alle CHL-Titel gewinnen konnten. Nach zwei eher schwächeren Jahren in der NLA gelang im letzten Jahr mit Platz drei nach der Vorrunde und dem Einzug ins Playoff-Halbfinale die Rückkehr in den Kreis der Titelkandidaten der NLA. Der Kader der Genfer ist gespickt mit etlichen Hochkarätern. So steht in der Verteidigung NHL-Routinier Jan Rutta (36) seinen Mann. Der Tscheche gewann mit den Tampa Bay Lightning zweimal in Folge den Stanley Cup und ist mit seiner Robustheit ein regelrechter Fels in der Abwehr des GSHC. Die Genfer Offensive ist überwiegend finnisch geprägt. Die oft überragende erste Sturmreihe mit dem letztjährigen NLA-Topscorer Markus Granlund (33), Sakari Manninen (34) und Jesse Puljujärvi (28) sowie Offensiv-Verteidiger Vili Saarijärvi (29) geben eindeutig den Ton an. Ebenfalls beachten sollten die Eisbären den langjährigen NHL-Stürmer Jimmy Vesey (33, 626 NHL-Spiele). Die Eisbären stehen also vor einer mehr als kniffligen Aufgabe. Daher tippe ich auch auf einen 5:2-Heimsieg des GSHC. Der Spiel beginn um 19:45 Uhr.
Der Gegner am Sonntag: HC Davos
Der HCD, vor allem bekannt durch den Spengler Cup, verpasste in der letzten Saison nur äußerst knapp den schweizer Meistertitel. Im siebten Finalspiel unterlag man zuhause Fribourg-Gotteron in der Overtime, nachdem man die Vorrunde der NLA auf Platz eins abschließen konnte. Auch der Kader der neuen Saison ist stark besetzt. Nach zwei Jahren in Schweden kehrte der Top-Verteidiger und schweizer Nationalspieler Dominik Egli (28) von Frölunda Göteborg zum HCD zurück. Zwar verließ mit Matej Stransky (33) der Topscorer die Davoser zu Dynamo Pardubice in Richtung Heimat. Sein kongenialer Sturmpartner, der Ex-NHL-Stürmer Filip Zadina (26) trägt aber weiterhin das blau-gelbe Trikot. Mit Brendan Lemieux (30), Adam Tambellini (31) und Nationalspieler Ken Jäger (28) tragen weitere bekannte Namen das Davoser Trikot. Auch dieses Aufeinandertreffen des schweizer Vizemeisters mit dem deutschen Meister dürfte keine leichte Aufgabe für den EHC werden. Dennoch tippe ich hier auf einen hart umkämpften 4:3-Auswärtssieg für die Eisbären. Das Spiel beginnt um 15:45 Uhr.
