Spielberichte

Spielbericht: Köln vs. Eisbären

Was für eine intensive Serie! Die Kölner Haie gewinnen eine hart umkämpfte Partie in der Lanxess Arena mit 4:3 nach der ersten Overtime und gleichen die Serie damit erneut aus! Dominik Bokk erzielte den entscheidenden Treffer in Spielminute 78! Warum der für den Finaleinzug so wichtige Auswärtssieg nicht zustande kam, gilt es nun in gewohnter Form zu analysieren.

Heute nur ein kurzer Blick ins Line-Up. Der Ausfall von Bergmann sorgte erneut für Anpassungen. Überraschend blieb Les Lancaster dennoch in der Verteidigung, während Norwin Panocha als siebter Verteidiger aufgestellt wurde. Die vierte Reihe mit Nieleck, Kretzschmar und Wiederer kam in dieser Konstellation nur selten zum Einsatz. Ab dem zweiten Drittel rotierte Wiederer zunehmend in andere Reihen, um die anderen Center zu entlasten. Mit der Rückkehr von Yannick Veilleux im nächsten Spiel sollte man hier wieder mehr Stabilität reinbekommen!

Bei den Haien fehlten Russel und Toumie, dafür feierte Nate Schnarr sein Comeback. Und die Gastgeber erwischten einen Start nach Maß! Zum ersten Mal in dieser Serie waren sie von Beginn an voll da, setzten die Eisbären sofort unter Druck und belohnten sich früh durch Storm mit der Führung. In dieser Phase hatten unsere Jungs ordentlich zu tun und konnten sich glücklich schätzen, dass Kemiläinen nach einem Konter nur das Gestänge traf.

Mit zunehmender Spieldauer kamen die Eisbären aber besser ins Spiel und erspielten sich erste eigene Chancen. Es folgte allerdings ein extrem druckvolles Powerplay der Haie, das sich durch mehrere Unterbrechungen gefühlt ewig hinzog. Eines der stärksten Überzahlspiele der letzten Jahre – und dennoch überstanden es die Eisbären dank eines starken Jake Hildebrand!

Und dann zeigte sich wieder diese Effizienz: Direkt nach überstandener Unterzahl konterte man schnell und zog ein Powerplay. Dieses nutzte Ty Ronning mit einem satten Schuss aus seiner Lieblingsposition zum Ausgleich! Stark vorbereitet von Mitch Reinke, der dem Powerplay sichtbar neue Struktur gibt.

Trotz der dominanten Anfangsphase der Haie entwickelte sich ein ausgeglichenes erstes Drittel, sodass das 1:1 zur Pause absolut in Ordnung ging – auch wenn man sich über einen höheren Rückstand nach den ersten 10 Minuten nicht hätte beschweren dürfen.

Der Start ins zweite Drittel gehörte dann klar den Eisbären! Mit viel Druck und Tempo erspielte man sich die Führung durch Kai Wissmann, schön vorbereitet von Ronning und Tiffels. Leider hielt diese Führung nicht lange. Ein zu riskanter Forecheck öffnete Räume, die die Haie eiskalt zum Ausgleich nutzten. Besonders bitter: der erneute Ausgleichstreffer fiel in einer Phase, in der man deutlich strukturierter hätte agieren müssen. Hier fehlte die Cleverness, die Führung zu verwalten.

In der Folge entwickelte sich ein Spiel mit ständig wechselndem Momentum. Die Eisbären mit mehr Spielanteilen, die Haie aber mit der besseren Effizienz. Ein unglücklicher Aufbaufehler von Hördler leitete die erneute Führung der Gastgeber ein. Unglücklicherweise verletzte sich Jake Hildebrand in dieser Situation offensichtlich schwer! Gute Besserung Jake!

Im letzten Drittel übernahmen die Eisbären dann komplett das Kommando. Angriff um Angriff rollte auf das Kölner Tor, doch lange fehlte die Belohnung. Erst im Powerplay erlöste Liam Kirk die Mannschaft mit dem verdienten Ausgleich! Beide Teams wollten die Entscheidung noch in der regulären Spielzeit erzwingen, aber es ging in die Overtime.

Und auch dort waren die Eisbären eigentlich das aktivere Team. Doch in den Playoffs reicht eine einzige Situation – und die hatten diesmal die Haie. Dominik Bokk nutzte seine Chance eiskalt und entschied die Partie.

Eine extrem ärgerliche Niederlage. Ja, man hatte zu Beginn Glück, nicht höher zurückzuliegen. Aber danach war es über weite Strecken ein sehr gutes Auswärtsspiel. Am Ende waren es Kleinigkeiten: der Umgang mit der Führung und die Chancenverwertung.

Jetzt gilt: Heimspiel gewinnen und sich die nächste Chance erarbeiten! Die Serie ist komplett offen – auch wenn man das Gefühl hat, dass hier durchaus mehr drin gewesen wäre.

So eine spannende Serie hatten wir lange nicht mehr, eigentlich eine super Sache, aber man hätte sich natürlich ein bisschen weniger Spannung gewünscht. Vor allem weil man schon die deutlich dominantere Mannschaft ist! Anderseits sollte man sich weiter vor Augen halten, wie die Saison verlaufen ist. Wer hätte schon mit einem Einzug ins Halbfinale und einer so ausgeglichenen Serie gegen die in dieser Saison überragenden Haie gerechnet?

Puh! 😮‍💨 Morgen geht’s weiter! Wir sehen und lesen uns! Bis dahin kommt gut durch den Tag! 🙏

📸: City-press GmbH

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