Spielbericht: Eisbären vs. Straubing
Lauter „Puh‘s“ in dieser Serie! 😮💨 Was für ein Spiel, das so viele Emotionen ausgelöst hat wie lange nicht mehr! Warum man gar nicht so richtig weiß, wo man anfangen soll, gilt es nun zu analysieren!
Eigentlich beginnt alles schon beim Line-Up. Mit dem frischgebackenen Vater Niemeläinen kehrte ein wichtiger Baustein zurück, zudem rückte mit Lennard Nieleck – leider aus der DEL2-Saison ausgeschieden – ein zusätzlicher Stürmer in den Kader. Plötzlich war sie wieder da, diese in dieser Saison fast vergessene Tiefe! Für Dea ging es dagegen als überzähliger Spieler auf die Tribüne – ein klares Zeichen für das Leistungsprinzip. Lean Bergmann rückte entsprechend neben Vikingstad und Veilleux, während die erfolgreiche vierte Reihe um Lancaster, Wiederer und Hördler ihr Comeback feierte!
Die Partie begann gewohnt intensiv. Erste Szenen vor dem Tor von Stettmer führten direkt zu kleineren Auseinandersetzungen, die sich im weiteren Verlauf aber etwas legten. Straubing versuchte, das Spiel einfach, aber druckvoll zu gestalten, und kam so auch zu guten Gelegenheiten. Die Eisbären hielten mit derselben Offensivgefahr dagegen, sodass sich eine ausgeglichene, sehr unterhaltsame Anfangsphase entwickelte.
Besonders auffällig: Markus Niemeläinen! Die frischgebackene Vaterschaft schien ihm sichtbar Auftrieb zu geben. Beim Führungstreffer zeigte sich das eindrucksvoll: Im Forecheck hinter dem gegnerischen Tor ließ er clever für Ronning liegen, der mit einem herausragenden Pass durch den Slot Marcel Noebels fand – und der musste nur noch ins leere Tor einschieben. Nur Sekunden zuvor hätte allerdings auch auf der Gegenseite ein Treffer fallen können. Sinnbildlich für dieses Spiel – und eigentlich für die gesamte Serie!
Als dann auch noch das erste Powerplay zum 2:0 führte, erreichte die Stimmung in der Arena endgültig den Siedepunkt. Und auch dieses Tor war ein echter Hingucker: Liam Kirk mit einem Zuckerpass auf Ty Ronning im Slot – eiskalt verwandelt! Zwei wunderschöne Treffer! Leider sollte Ronning im weiteren Spielverlauf noch häufiger im Mittelpunkt stehen. Bereits nach dem ersten Tor gab es eine kleine Keilerei – diese Szene ging im Jubel etwas unter, später wurde es jedoch deutlich brisanter.
Zunächst aber zum Mittelabschnitt: Die Tigers warfen hier nahezu alles nach vorne, um den Anschluss zu erzielen. Doch sie bissen sich immer wieder an der intensiven Defensivarbeit der Eisbären und einem überragenden Jonas Stettmer die Zähne aus. Einziger Kritikpunkt aus Berliner Sicht: die Chancenverwertung bei den Kontern. Ansonsten war das ein nahezu perfekter Auftritt als Mannschaft!
Im letzten Drittel wurde es dann hitzig – vor allem rund um Ty Ronning. Die Attacken gegen ihn häuften sich, und man muss es so klar sagen: Wenn es ein legitimes Mittel sein soll, den Topscorer des Gegners gezielt „aus dem Spiel nehmen“ zu dürfen, ohne dass eingegriffen wird, dann ist das eine äußerst fragwürdige Entwicklung. Mehrere klare Aktionen – unter anderem ein deutlicher Bandencheck – blieben ungeahndet. Sobald Ronning sich wehrte, wurde hingegen sofort gepfiffen. Diese Auslegung sorgt mindestens für Stirnrunzeln. Auch andere Situationen wurden sehr einseitig bewertet. Ich kann ja verstehen, dass Straubing alle Register ziehen möchte, aber als Schiedsrichter muss man gewisse Dinge einfach unterbinden!
Zum Glück ließen sich die Eisbären davon nicht aus dem Konzept bringen. Im Gegenteil: Das Unterzahlspiel – aktuell das beste der Liga in den letzten neun Spielen – funktionierte erneut herausragend. Mehr als der späte Anschlusstreffer sollte den Tigers nicht mehr gelingen. Dass die Partie nicht früher entschieden wurde, lag allerdings eher an der Chancenverwertung der Eisbären als an äußeren Umständen.
Und damit zurück zum Positiven: Die Eisbären führen nun mit 3:1 in der Serie und haben am Donnerstag die große Chance, den Einzug ins Halbfinale perfekt zu machen!
Wir wünschen allen Auswärtsfahrern eine sichere und erfolgreiche Reise! Kommt gut durch die nächsten Tage – wir lesen uns am Donnerstagabend! 😌🙏
📸: City-press GmbH
