Spielbericht: Eisbären vs. Straubing
Wieder puh! 😮💨 – aber dieses Mal ein erfolgreiches „Puh“! Die Eisbären gewinnen ein hart umkämpftes zweites Spiel der Viertelfinalserie gegen die Straubing Tigers knapp mit 2:1 und gleichen die Serie aus! Warum es mir heute besonders schwerfällt, die gesehenen Eindrücke einzuordnen, gilt es nun in gewohnter Form zu analysieren!
Nach gefühlter Ewigkeit lohnt sich zunächst wieder ein Blick auf das Line-Up! Lean Bergmann kehrte zurück in den Kader, während Markus Niemeläinen aus „positiven“ privaten Gründen nicht zur Verfügung stand. Les Lancaster rückte dadurch wieder in die Defensive und übernahm den Platz neben Eric Mik.
In der Offensive gab es keinen einfachen Eins-zu-eins-Tausch, vielmehr wurde kräftig durchgemischt: Pföderl, Kirk und Tiffels bildeten die erste Reihe, gefolgt von Ronning, Eder und Veilleux. Die weiteren Formationen lauteten Dea–Vikingstad–Noebels sowie Bergmann–Wiederer–Hördler. Mit anderen Worten: ein durchaus experimenteller Ansatz des Trainerteams!
Entsprechend zerfahren gestaltete sich auch der Start in die Partie. Keine der beiden Mannschaften war zunächst in der Lage, längere Druckphasen im gegnerischen Drittel aufzubauen. Viele Aktionen waren hart umkämpft, strukturiertes Offensivspiel eher Mangelware. Immerhin konnte ein ähnlich desolater Beginn wie im ersten Spiel in Straubing vermieden werden.
Mit zunehmender Spieldauer wurden die Eisbären zwar gefährlicher, allerdings schlichen sich auch wieder die bekannten Ungenauigkeiten im Aufbauspiel ein. Man merkte den Gastgebern die Nervosität und den Druck deutlich an – und dennoch gelang die Führung: Jonas Müller, bis dahin eher unglücklich unterwegs, schaltete sich offensiv ein und fand Ty Ronning im Slot, der mühelos ins offene Tor einschieben konnte.
Wer nun dachte, das würde Sicherheit bringen, wurde schnell eines Besseren belehrt. Straubing antwortete mit wütenden Angriffen, die zunächst noch mit viel Einsatz und auch etwas Glück verteidigt werden konnten. Ausgerechnet ein eher harmloser Schuss von außen fand dann doch den Weg an Jonas Stettmer vorbei. Zum Glück sollte es der einzige Gegentreffer des Abends bleiben!
Ein wichtiger Faktor dafür war einmal mehr das starke Unterzahlspiel. Besonders das späte Penalty Killing im ersten Drittel war ein entscheidender Moment, um das Momentum nicht komplett kippen zu lassen.
Der Start ins zweite Drittel verlief dann optimal: Bereits nach wenigen Sekunden musste Brunnhuber wegen hohen Stocks auf die Strafbank. Das Powerplay war zwar alles andere als schön anzusehen – aber effektiv! Und genau das zählt in den Playoffs! Wieder war es Ty Ronning, der mit einem starken Abschluss die Führung zurückholte und Erinnerungen an die letzte Playoff-Serie weckte.
Was danach folgte, war allerdings über weite Strecken kein Eishockey-Leckerbissen. Beide Teams taten sich extrem schwer im Spielaufbau, die neutrale Zone wurde zum Dauerproblem – auf beiden Seiten. Straubing konnte im Verlauf des Drittels zwar etwas mehr Druck erzeugen, aber die Eisbären verteidigten mit viel Einsatz, etwas Glück und einem überragenden Stettmer ihren Vorsprung.
Über das letzte Drittel lässt sich vor allem eines sagen: Die Linie der Schiedsrichter war… nennen wir es mal freundlich „großzügig“. Was dort an ungeahndeten Aktionen passierte, war teilweise nur schwer nachvollziehbar. Umso bemerkenswerter, dass sich die Eisbären davon nicht aus dem Konzept bringen ließen.
Im Gegenteil: Es war ihr bestes Drittel des Abends! Stück für Stück kehrte das Selbstvertrauen zurück, erste Automatismen griffen wieder. Einziger Kritikpunkt bleibt die Chancenverwertung – das Spiel hätte früher entschieden werden können. Auch ein weiteres Unterzahlspiel überstand man souverän.
Am Ende zählt aber nur das Ergebnis – und das ist ein extrem wichtiger Sieg und der Ausgleich in der Serie!
Dieses Spiel kann ein echter Wendepunkt sein. Eine zweite Niederlage hätte der Serie eine ganz andere Richtung gegeben. So aber sind die Karten wieder komplett neu gemischt!
Bereits am Sonntag haben die Eisbären in Straubing die Chance, sich das Heimrecht zu erobern. Dafür braucht es allerdings von Beginn an ein deutlich wacheres Auftreten!
Wir wünschen allen Auswärtsfahrern eine sichere Anreise und euch allen eine entspannte Zeit bis zum Spiel! Wir lesen uns am Sonntag! 😌🙏
📸:City-press GmbH
