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Spielbericht: Eisbären vs. Ingolstadt

Die Eisbären gewinnen ihr letztes Heimspiel vor der Olympiapause denkbar knapp mit 2:1 gegen den ERC Ingolstadt! Durch die gleichzeitige Niederlage Bremerhavens in München rückt man damit wieder auf den direkten Playoffplatz 6 vor. Warum diese Partie erwartungsgemäß kein Leckerbissen geworden ist, gilt es nun in gewohnter Form zu analysieren.

Das Line-Up der Eisbären nahm heute wieder fast schon novemberische Züge an. Gleich sechs Stammspieler standen Serge Aubin nicht zur Verfügung: Neben den Langzeitverletzten Khodorenko und Byron fehlten weiterhin Vikingstad und Wiederer. Zudem standen Veilleux aufgrund seines dritten Fights und Niemeläinen krankheitsbedingt nicht im Kader. In der Konsequenz konnten die Eisbären erneut nur mit 3,5 Sturmreihen agieren. Zugegeben: Es gab in dieser Saison schon schlimmere Phasen – berauschend ist das aber natürlich nicht.

Entsprechend niedrig waren meine Erwartungen an dieses Spiel. Ich hatte eine defensiv agierende Eisbärenmannschaft erwartet, die geduldig auf ihre Momente lauert. Genau dieses Bild spiegelte sich letztlich auch in den nackten Zahlen wider. Die Ingolstädter waren über das gesamte Spiel gesehen die aktivere Mannschaft, dennoch gelang es den Eisbären in jedem Drittel, gefährliche Phasen zu kreieren. Und genau diese Momente waren teilweise gefährlicher als die dauerhafte Dominanz der Panther.

Die Gäste erwischten den deutlich besseren Start in die Partie. Dennoch waren es die Eisbären, die in ihrer besten Phase des ersten Drittels dem Führungstreffer näher waren. Die Schussstatistik von 7:19 sprach allerdings eine deutliche Sprache zugunsten der Ingolstädter. Jonas Stettmer zeigte dabei eine regelrecht magnetische Vorstellung – die bei dieser Anzahl an Abschlüssen aber auch zwingend nötig war. Gepaart mit etwas Glück überstand man das erste Drittel ohne Gegentor.

Der Beginn des Mitteldrittels erinnerte ein wenig an den Auftritt zuletzt in Wolfsburg. Die Eisbären agierten effektiv und gingen verdient in Führung, verpassten es jedoch, diese weiter auszubauen. Stattdessen wurde man in dieser Phase etwas zu übermütig und kassierte einen völlig unnötigen Ausgleichstreffer. Insgesamt blieb es dennoch eine solide Defensivleistung, erneut mit einer Portion Glück, die man sich an solchen Abenden aber auch mal erlauben darf. Natürlich waren auch heute wieder die bekannten Unzulänglichkeiten zu sehen – es war kein schönes Spiel, aber was soll man bei dieser personellen Ausgangslage auch erwarten?

Umso wichtiger ist es, dass die Eisbären mittlerweile Wege gefunden haben, genau solche Spiele trotzdem zu gewinnen. Mehr erwarte ich aktuell ehrlich gesagt nicht. Der Rest des zweiten Drittels sowie der Beginn des Schlussabschnitts waren geprägt von viel defensiver Drecksarbeit. Umso beeindruckender war es, wie man ab etwa der 50. Minute spürbar den Druck auf die Ingolstädter Defensive erhöhen konnte. Mehrfach fehlte nicht viel zum Torerfolg.

Als sich viele in der Halle bereits auf die Overtime eingestellt hatten, schlug Marcel Noebels eiskalt zu. Auf Vorarbeit von Pföderl und Mik erzielte er den umjubelten Siegtreffer. Die Panther wirkten danach sichtlich frustriert – verständlich, hatte man doch mit dieser Niederlage den Anschluss an die Tabellenspitze komplett verloren.

Solche Siege sind in schwierigen Phasen schlichtweg Gold wert, auch wenn sie spielerisch nicht begeistern. Nun gilt es, in den letzten beiden Auswärtsspielen vor der Olympiapause den sechsten Tabellenplatz zu halten oder im besten Fall weiter zu festigen.

Wir wünschen euch bis Sonntagnachmittag ein wunderschönes Wochenende! 🙏😌

📸: City-press GmbH

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