Spielbericht: Schwenningen vs. Eisbären
Die Eisbären gewinnen auch ihr drittes Spiel in Serie in Schwenningen – zumindest dort scheint man sich inzwischen ausgesprochen wohlzufühlen. Der 5:3-Erfolg war mehr als verdient und wies nur wenige Schönheitsfehler auf, die es nun in gewohnter Form zu analysieren gilt!
Die Eisbären gingen mit einem leicht veränderten Line-Up in die Partie. Im Tor startete wieder Jonas Stettmer, während Jake Hildebrand als überzähliger Importspieler ohne Einsatz blieb. Dafür rückte Adam Smith zurück in die Verteidigung. Anton Brandt fungierte als Backup-Goalie. Les Lancaster agierte erneut als Stürmer in der vierten Reihe neben Andy Eder und Eric Hördler. Matej Leden war zusätzlicher „Verteidiger“, erhielt aber – wie gewohnt – nur wenig Eiszeit. Kai Wissmann musste weiterhin auf sein lang ersehntes Comeback warten.
Die Anfangsminuten gestalteten sich recht ausgeglichen. Die Eisbären wirkten dabei etwas reifer und aktiver, wurden aber immer wieder clever von den gastgebenden Wild Wings in der neutralen Zone am geordneten Aufbau gehindert oder geschickt gestört. Dennoch hatte man früh den Eindruck, dass es für unsere Jungs heute kein zähes Auswärtsspiel werden würde – ganz anders als in vielen Partien der vergangenen Jahre in Schwenningen. Erst durch ihr erstes Überzahlspiel kamen die Wild Wings besser und auch gefährlicher in die Begegnung, diese Phase beschränkte sich allerdings weitestgehend auf die numerische Überlegenheit.
Im Anschluss hatten die Eisbären ihre effektivste Phase des ersten Drittels und erzielten zwei schnelle Treffer hintereinander. Zunächst war es Liam Kirk, der seine beeindruckende Torserie auf zehn Spiele ausbaute und damit einen DEL-Rekord einstellte. Die Vorarbeit kam von Leo Pföderl und Ty Ronning, der zuvor entscheidend den Schwenninger Verteidiger bearbeitet hatte. Kirk vollendete dann in seiner derzeit unnachahmlichen Manier unhaltbar ins lange Eck an Joacim Eriksson vorbei. Nur wenig später folgte der zweite Treffer, der stark an alte Eisbären-Powerhockey-Momente erinnerte: Korbi Geibel verwertete einen von ihm selbst initiierten Angriff, die Vorlage von Les Lancaster war dabei äußerst sehenswert.
Mit etwas Glück überstanden die Eisbären anschließend die Schlussminuten des ersten Drittels – es war die beste Phase der Gastgeber. Unter anderem traf Spink die Latte. Dieses Glück hatte man sich jedoch zumindest bei Gleichzahl redlich verdient. Die Eisbären agierten bereits im ersten Drittel sehr clever, wenngleich noch nicht mit der Dominanz, die sie im Mittelabschnitt an den Tag legen sollten.
Und so folgte eines der dominantesten Eisbärendrittel der gesamten Saison. Es passte nahezu alles. Die Wild Wings kamen phasenweise kaum aus ihrem eigenen Verteidigungsdrittel heraus. Zwei kleine Wermutstropfen blieben dennoch: Man erzielte „nur“ zwei weitere Treffer – Leo Pföderl in Überzahl und Eric Hördler nach starker Vorarbeit von Markus Niemeläinen – und kassierte zudem den ersten Gegentreffer des Abends in eigener Unterzahl. Dabei verhedderten sich Jonas Stettmer und Markus Niemeläinen unglücklich mit den Schonern, sodass Alex Karachun problemlos einschieben konnte. Die vielen unnötigen Strafen sollten im letzten Drittel noch einmal eine Rolle spielen.
In dieses fanden die Eisbären jedoch erneut einen überragenden Start. Man setzte die Wild Wings früh unter Druck, die zu diesem Zeitpunkt sichtlich verunsichert wirkten. Am Ende war es Marcel Noebels auf Vorlage von Niemeläinen, der den alten Vier-Tore-Abstand wiederherstellte. Danach spielten die Eisbären die Partie eigentlich souverän herunter – wären da nicht erneut die unnötigen Strafen gewesen. Zweimal konnten die Gastgeber noch in Überzahl treffen, mehr durfte und sollte dann aber auch nicht mehr passieren. Es wäre schlicht nicht verdient gewesen, zu dominant war der Auftritt der Eisbären über die gesamte Spielzeit hinweg. Dennoch hätte es irgendwie zu den vergangenen Wochen gepasst, wenn es am Ende noch einmal unnötig spannend geworden wäre.
Nun haben die Eisbären am Sonntag tatsächlich die Chance, endlich mal wieder drei Siege in Folge einzufahren – das wäre ein großer Schritt in Richtung Platz 6. Maarten und ich werden live vor Ort sein und euch unsere Eindrücke teilen. Bis dahin kommt gut durch den hoffentlich letzten Arbeitstag der Woche – bis Sonntag! 😌🏒💪
📸 (Archivbild): City-press GmbH
