Spielbericht: München vs. Eisbären
Die Eisbären bezwingen die Roten Bullen im SAP Garden mehr als verdient mit 3:2. Es ist der zweite Sieg in Folge und mal wieder ein Auswärtserfolg, nachdem man die letzten vier Auswärtsspiele nicht erfolgreich gestalten konnte. Wie es zu diesem insgesamt sehr souveränen Auftritt kommen konnte, gilt es nun in gewohnter Form zu analysieren!
Mit unverändertem Line-up ging es in die Begegnung in der bayerischen Landeshauptstadt. Jonas Stettmer somit mit seinem zweiten Start in Folge! Besonders ein Spieler sollte heute sehr viel Eiszeit erhalten: Les Lancaster. Dem ehemaligen Münchner war eine besonders hohe Motivation anzumerken, was irgendwie sinnbildlich für das Kadermanagement der Gastgeber in den letzten Jahren steht. Auf Les kommen wir natürlich gleich noch einmal zurück!
Zunächst erwischten allerdings die Gastgeber den besseren Start in die Partie. Zwar hielten die Eisbären defensiv stabil dagegen, dennoch erspielten sich die Münchner immer wieder gute Gelegenheiten. Unsere Jungs taten sich mit dem frühen Forecheck der Roten Bullen schwer, auch die stabile Absicherung der neutralen Zone ließ viele Angriffe der Eisbären im Keim ersticken. Insgesamt erspielten sich die Gastgeber aber ebenfalls keine hochkarätigen Einschussgelegenheiten. Dennoch ging die Führung der Münchner in Ordnung. Der wiedergenesene DeSousa setzte hinter dem Kasten der Eisbären einen Geniestreich an und fand McKenna völlig frei im Slot – einer der wenigen defensiven Fehler im Spiel der Mannen von Serge Aubin.
Mit dieser verdienten Führung im Rücken hätte man nun eigentlich einen selbstbewussten Auftritt der Gastgeber im Mitteldrittel erwarten können. Das Spiel entwickelte sich jedoch komplett in die andere Richtung. Die Eisbären nun mit einer bockstarken Arbeit in der eigenen Zone, auch die neutrale Zone war plötzlich unter eigener Kontrolle. Mit dieser defensiven Sicherheit im Rücken wurden auch die Offensivaktionen immer ansehnlicher. Fast schon in alter Eisbären-Auswärtsdominanz wurde die gastgebende Mannschaft mehrfach im eigenen Drittel eingeschnürt. Die logische Folge waren die verdienten Treffer von Kirk und Bergmann, der heute eine sehr starke Partie ablieferte.
Insgesamt war es eine geschlossene Mannschaftsleistung. Bis auf wenige Ausnahmen waren die Münchner kaum noch im Spiel präsent, was zum einen am deutlich verbesserten Auftritt der Eisbären lag, zum anderen aber auch am spürbaren Kräfteverschleiß der Gastgeber. Auch München kämpft seit Wochen mit Verletzungssorgen – da sind wir inzwischen deutlich konstanter aufgestellt. Und das merkte man. Das in den letzten Wochen nur wenig veränderte Line-up wirkt zunehmend eingespielter. Diese Kritik kann ich ohnehin nur schwer nachvollziehen: Es war schon immer ein Markenzeichen von Aubin, die Reihen regelmäßig durchzurotieren. Das hat uns am Saisonende stets viel Spielraum für die Playoffs verschafft. So konnte man auf Ausfälle reagieren, weil nahezu jeder mit jedem das Spielsystem umsetzen konnte. Und derzeit ist es doch logisch, dass viel verändert werden muss, wenn immer wieder Spieler zurückkehren und andere erneut ausfallen! 🙈
Aber genug des kleinen Exkurses in diesen heiß diskutierten Themenbereich – dafür war das Spiel unserer Eisbären heute schlicht zu gut. Zwar schlich sich in manchen Phasen wieder der altbekannte Schlendrian in die Aufbaupässe ein, doch man konnte alle Fehler souverän ausbügeln. Insgesamt fand man eine sehr gute Balance aus offensiver Durchschlagskraft und defensiver Stabilität. Daraus resultierte auch der dritte und spielentscheidende Treffer – erzielt ausgerechnet von Les Lancaster, der in München in dieser Saison so eiskalt aussortiert wurde. Schon faszinierend, welche Geschichten der Sport manchmal schreibt!
Anschließend spielten die Eisbären die Partie eigentlich souverän zu Ende und hätten die Führung sogar noch ausbauen können. Dass dann bei gezogenem Torwart doch noch ein Puck durchrutscht, lässt sich kaum verhindern. Das ist nun einmal Teil unserer geliebten Sportart, dass es am Ende noch einmal unnötig eng werden kann. Am Ende steht jedoch ein hochverdienter Sieg, weil man den Münchnern über weite Strecken klar den eigenen Stempel aufdrücken konnte. Jonas Stettmer dabei ebenfalls mit einer herausragenden Leistung – ohne ihn hätte das Spiel zwischenzeitlich durchaus auch anders verlaufen können.
Bereits am Donnerstag geht es in Iserlohn weiter, ehe dann am Samstag das heiß ersehnte Outdoor-Game in Dresden ansteht. Wir wünschen euch bis dahin eine stressarme Zeit! 😌
📸: City-press GmbH
