Die Eisbären auf Reisen
Die aktuelle Lage bei den Eisbären
Auch das vergangene Heimspiel-Wochenende brachte keine sechs Punkte für die geschundene Eisbären-Seele. Nach dem desaströsen Auftritt gegen Frankfurt (2:3) konnten gegen Augsburg beim 6:3 immerhin drei wichtige Punkte eingefahren werden. Derzeit liegt der EHC vier Punkte hinter Bremerhaven auf Platz sieben. Nach zuletzt sehr vielen Heimspielen steht für den Rekordmeister nun eine kleine Auswärts-Odyssee an. Allein in dieser Woche treten die Eisbären dreimal in fremden Gefilden an. Auch dort gilt es, möglichst viele Punkte mitzunehmen. Viele Fans fiebern vor allem dem Winter Game am Samstag in Dresden entgegen. Auch für Trainer Serge Aubin und den Großteil der Mannschaft wird dies eine neue und einmalige Erfahrung werden. Die Eisbären hoffen für diese Woche auf die zeitnahe Rückkehr von Torjäger Ty Ronning, der mit seiner Klasse und seinem unermüdlichen Einsatz schnell wieder zu einem X-Faktor im Sturm der Berliner werden könnte.
Marcel Noebels erreichte gestern im Spiel gegen Augsburg einen weiteren Meilenstein in seiner beeindruckenden Karriere. Sein starker Pass zum 1:0 auf Liam Kirk, der in den letzten 16 Spielen satte 19 Tore erzielen konnte, war sein 500. Scorerpunkt in der DEL. Eine tolle Leistung der Nummer 92! Seit 2014 stürmt Noebels für die Eisbären. Diese Zeit wird bekanntermaßen demnächst zu Ende gehen. Noebels hat laut der BILD-Zeitung einen längerfristigen Vertrag bei den Kölner Haien unterschrieben. Wie die BILD und auch andere Quellen weiter melden, werden auch Jonas Stettmer, der zurück nach Ingolstadt wechselt, Matej Leden (Frankfurt) und Blaine Byron (erhält keinen neuen Vertrag) die Eisbären verlassen. Es ist davon auszugehen, dass angesichts des nicht gerade zufriedenstellenden Saisonverlaufs weitere Abgänge folgen werden.

Der Gegner am Dienstag: Red Bull München
Die Münchner haben sich nach starken Wochen in der Spitzengruppe der Liga festgesetzt. Mit 71 Punkten liegen sie derzeit auf Platz vier. In den letzten 13 Spielen gelangen den Red Bulls 11 Siege. Dies ist umso beeindruckender, wenn man das massive Verletzungspech betrachtet, welches München, ähnlich wie die Eisbären, die komplette Saison über begleitet. So fehlen derzeit mit Mathias Niederberger, Philipp Sinn, Maxi Kastner, Tobias Rieder, Chris DeSousa und Gabriel Fontaine etliche Leistungsträger. Das Team trägt immer mehr die Handschrift von Trainer Oliver David und verteidigt inzwischen auch sehr kompakt und überzeugt als echtes Team. Exemplarisch seien an dieser Stelle die starken Leistungen der spielstarken Verteidiger Ryan Murphy (23 Punkte), Ville Pokka (21 Punkte) und Abräumer Dillon Heatherington genannt. Die Red Bulls sind nur sehr schwer zu bezwingen und mittlerweile ein echter Titelkandidat. Exemplarisch für die Entwicklung in München steht Jung-Stürmer Veit Oswald, der mit 20 Punkten (11 Tore, 9 Vorlagen) eine starke Saison spielt. Dreh- und Angelpunkt in der Offensive ist weiterhin Wirbelwind Taro Hirose (36 Punkte). Das Prunkstück der Münchner ist definitiv die Defensive um Top-Torwart Antoine Bibeau, der mit einer Fangquote von 92,97 Prozent zusammen mit Kölns Janne Juvonen zu den absoluten Top-Torhütern der Liga zählt. Die Eisbären stehen im SAP Garden vor einer sehr schweren Aufgabe. Daher tippen wir auf einen 4:2-Heimsieg der Roten Bullen. Bitte beachtet den ungewöhnlich frühen Spielbeginn (16:30 Uhr) in München. In Bayern ist Feiertag.

Der Gegner am Donnerstag: Iserlohn Roosters
Die Sauerländer haben sich in den letzten Wochen aus der akuten Abstiegszone befreien können und liegen mit 36 Punkten auf Platz 12. In den letzten fünf Spielen gelangen den Roosters immerhin drei Siege. Vor allem offensiv läuft der Motor nun deutlich besser. Daniel Fischbuch, der zur kommenden Saison wohl das Trikot der Kölner Haie tragen soll, führt die Offensive der Roosters weiterhin mit konstanten Top-Leistungen an. Aber auch Christian Thomas (28 Punkte), Eric Cornel (27 Punkte) und Anthony Camara (14 Punkte in 19 Spielen) haben deutlich besser in die Saison hineingefunden. In der Defensive ragt weiterhin Colin Ugbekile (28 Punkte) als Antreiber heraus. Die Eisbären erwartet am Seilersee die gewohnt hitzige Atmosphäre. Wir hoffen dennoch auf kühle Köpfe im Team der Berliner und tippen auf einen umkämpften 4:3-Sieg in Iserlohn (Spielbeginn: 19:30 Uhr).

Der Gegner am Samstag: Dresdner Eislöwen
Der Countdown geht nun langsam zu Ende. Das DEL Winter Game 2026 steht nun endlich vor der Tür. Über 30.000 Fans werden im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion, sonst die Heimat der Dynamo-Fußballer, erwartet. Für alle Beteiligten wird dies eine unvergessliche Erfahrung und sicherlich auch beeindruckende Atmosphäre werden. Und auch das Wetter verspricht winterliche Temperaturen, die hoffentlich eine gute Eisqualität garantieren werden. Für die Eisbären sind trotz allem Brimborium drei Punkte in der sächsischen Metropole Pflicht. Wir dürfen gespannt sein, welchem Team das ungewohnte Ambiente besser liegen wird.
Sportlich gesehen liegen die Eislöwen mit 22 Punkten weiterhin abgeschlagen am Tabellenende. Der Rückstand auf den Vorletzten Frankfurt beträgt bereits 13 Zähler. Vor allem defensiv sind die Dresdner kaum DEL-tauglich, wie das gestrige 1:8-Heimdebakel gegen Tabellenführer Köln wieder einmal schmerzlich vor Augen führte. Topscorer Austin Ortega steht in der Plus/Minus-Bilanz bei mittlerweile -32, knapp gefolgt von Verteidiger David Suvanto mit -31. Da fallen auch Überraschungssiege wie das sensationelle 5:2 in Mannheim am vergangenen Freitag kaum ins Gewicht. Wir sind daher optimistisch und tippen auf einen 5:2-Sieg der Eisbären (Spielbeginn: 17:00 Uhr). Allen Eisbären-Fans, die die Reise nach Dresden antreten werden, wünschen wir viel Freude beim Verfolgen der Partie.

