Spielbericht: Eisbären vs. Augsburg
Nein! Doch! Oh! Die Eisbären gewinnen ihr zweites Spiel im neuen Jahr verdient mit 6:3 gegen emsig agierende Gäste aus Augsburg! Warum es heute zu einem Sieg reichte, gilt es nun in gewohnter Form zu analysieren!
Die Eisbären gingen mit nahezu unverändertem Personal, aber deutlich angepassten Reihen ins Spiel. Vor allem in Reihe 3 und 4 wurde ordentlich durchgewechselt – und das mit Erfolg. So spielten in Reihe 2 nun Eder, Byron und Noebels, die im Bericht noch öfter Wertschätzung erfahren werden. In Reihe 3 wurden Bergmann, Dea und Veilleux aufgeboten, ebenfalls eine sehr interessante Konstellation! An Reihe 1 und 4 änderte sich grundsätzlich nichts, mit dem Unterschied, dass die vierte Reihe deutlich mehr Wechsel erhielt – zurecht!
Unsere Jungs erwischten quasi den perfekten Start. Schon die ersten Sekunden waren sehr druckvoll und von viel Wille und Einsatz geprägt. Besonders auffällig war im gesamten Spielverlauf die altbekannte Dominanz der Eisbären hinter dem gegnerischen Tor. Immer wieder konnte man dort das Offensivspiel aktiv gestalten – so auch beim ersten Treffer. Herausragend vorbereitet durch den 500. Scorerpunkt von Marcel Noebels war es fast schon obligatorisch Liam Kirk, der den Führungstreffer markieren konnte!
Anschließend entwickelte sich eine muntere Begegnung. Die Augsburger zeigten ihre offensiven Qualitäten, die Eisbären ließen sich davon aber nur selten beeindrucken und blieben stabil in den Zweikämpfen. Ganz verhindern ließ sich der Druck dennoch nicht. In diesen Phasen war der heute startende Jonas Stettmer sehr sicher auf dem Posten und strahlte große Ruhe auf seine Defensive aus. Ein Ausgleich wäre durchaus verdient gewesen, denn Augsburg konnte phasenweise viel Druck aufbauen.
Dass die Eisbären dennoch mit einer souveränen Führung in die erste Pause gehen konnten, war dem ersten Powerplay zu verdanken, das sehr konzentriert und zielstrebig aufgezogen wurde. Und seit langer Zeit belohnte sich Leo Pföderl wieder mit einem Treffer aus seiner halbhohen Lieblingsposition. Da war sie also wieder, die Zwei-Tore-Führung – in dieser Saison bekanntlich kein Garant für Sicherheit. Somit war einmal mehr das Auftreten im zweiten Drittel entscheidend für den weiteren Spielverlauf.
Und ohne einen großen Spannungsbogen aufbauen zu wollen: Man konnte mit dem zweiten Drittel sehr zufrieden sein. Die Eisbären hielten ihr Spiel zunächst einfach und ließen die Gäste so nicht zurück in die Partie kommen. Zusätzlich belohnte man sich für den investierten Einsatz. Korbi Geibel traf mit einem satten Abschluss in den oberen rechten Winkel – dieser Treffer war der endgültige Knotenlöser. Danach spielten die Eisbären entfesselt auf und erspielten sich in bester Powereishockey-Manier Chance um Chance!
Der am heutigen Abend überragende Adam Smith bereitete den vierten Treffer auf unnachahmliche Weise vor. Das war eine Kombination aus purem Willen und spielerischer Leichtigkeit, die wir seit Wochen nicht mehr bestaunen durften. Am Ende drückte Andy Eder den Puck über die Linie – erneut war diese Reihe an einem Treffer beteiligt. Heute konnte man eindrucksvoll sehen, was es ausmacht, dranzubleiben. In den ersten Minuten des Mittelabschnitts war es noch kein Offensivspektakel, aber man hielt die Intensität hoch, spielte einfach und war in nahezu jeder Phase hellwach. Genau das war der Unterschied zu den Auftritten gegen Wolfsburg, Bremerhaven und Frankfurt. Positiv zu sehen, dass nicht viel fehlt, um einem Gegner den eigenen Stempel aufzudrücken!
Und genau so ging es im letzten Abschnitt weiter. Die Eisbären fanden mit dem zurückgewonnenen Selbstvertrauen eine perfekte Balance zwischen Offensive und Defensive. Daraus resultierte ein Treffer, der nur fallen kann, wenn das nötige Selbstvertrauen zurück ist. Wieder war es die Reihe um Noebels, Byron und Eder, gepaart mit dem bereits erwähnten Smith. Wie Byron den Puck ins Tor abfälschte, ist schlicht nicht von dieser Welt! Zudem ein Jubiläum für unsere Nummer 23: sein 50. Treffer im Eisbärendress!
Anschließend verlor man etwas den Faden und wollte – von der Euphorie getragen – ein wenig zu viel. Zwei unnötige Gegentreffer waren die Folge. Für den Rest trugen die Schiedsrichter zumindest einen großen Teil der Verantwortung. Natürlich war Freddys Strafe unnötig und unglücklich, zuvor jedoch eine klare Strafe gegen Kirk nicht zu geben, ist auch eine Kunst für sich!
Auch danach verloren die Unparteiischen etwas den Faden und übersahen eine weitere klare Strafe gegen Pföderl. Dieser ließ sich anschließend zu einem Racheakt hinreißen, weshalb man die alleinige Verantwortung der Schiedsrichter wieder etwas relativieren muss. Dennoch bleibt es unverständlich, wie ein souverän geführtes Spiel derart aus der Hand gegeben werden kann.
Die Reaktion der Eisbären auf alle Rückschläge war jedoch beeindruckend. Keine Spur von Verunsicherung – man spielte die Partie souverän zu Ende und erzielte sogar noch den Empty-Net-Treffer. Eine wirklich starke Leistung gegen einen unangenehmen und unberechenbaren Gegner!
Mit diesem Erfolgserlebnis geht es nun auf eine längere Auswärtsreise, beginnend mit München bereits übermorgen. Das Highlight folgt dann in einer Woche mit dem Wintergame in Dresden. Wir melden uns rechtzeitig mit dem Vorbericht und wünschen euch einen guten Start in die erste volle Arbeitswoche im neuen Jahr! 🙏
📸: City-press GmbH
