Spielberichte

Spielbericht: Köln vs. Eisbären

Die Serie ist ausgeglichen! Die Kölner Haie gewinnen ihr erstes Heimspiel deutlich mit 5:1. Dabei gingen die Eisbären noch mit einer Führung in die erste Drittelpause. Warum das Spiel danach eine völlig andere Richtung genommen hat, gilt es nun in gewohnter Form zu analysieren!

Die Eisbären mussten ihr Line-Up erneut anpassen – eine „Never Ending Story“! Marcel Noebels fehlte weiterhin, sodass Dea wieder ins Aufgebot rückte. Dieses Mal allerdings nicht positionsgetreu, sondern direkt in der ersten Reihe! Eine durchaus bemerkenswerte Entscheidung. Pföderl rückte dafür in die vierte Reihe neben Hördler und Wiederer. Lancaster spielte in der zweiten Reihe neben Eder und Kirk. Einzig die Defensive sowie die dritte Reihe blieben unverändert.

Auf das Spiel hatte das zunächst kaum Auswirkungen. Im Gegenteil: Das erste Drittel war ein wirklich starker Auftritt der Eisbären. Man agierte clever, dominant und war über weite Strecken die klar bessere Mannschaft. Köln präsentierte sich vor allem in der neutralen Zone extrem passiv – wie oft Kai Wissmann dort ungestört durchskaten konnte, war schon auffällig.

Gefährlich wurden die Haie eigentlich nur, wenn sie sich in Zweikämpfen hinter dem Eisbärentor durchsetzen konnten. Dann entstanden durchaus gefährliche Situationen, auch weil der Slot nicht immer konsequent verteidigt wurde. Insgesamt konnten die Eisbären das aber durch ihr druckvolles Offensivspiel kompensieren.

Die Statistik unterstreicht das: 9:2 offensive Screens sprechen eine deutliche Sprache. Belohnt hat man sich immerhin mit dem Treffer von Yannick Veilleux. Im Nachhinein muss man jedoch sagen, dass man aus diesem dominanten Drittel zu wenig Kapital geschlagen hat.

Im zweiten Drittel änderte sich das Bild dann komplett. Zwar starteten die Eisbären noch mit einem Powerplay, doch dieses wurde erneut nicht konsequent genug ausgespielt. Kaum war die Strafe abgelaufen, setzte Köln ein erstes Ausrufezeichen – Kammerer traf die Latte.

Das war der Startschuss für eine völlig andere Partie. Die Haie zeigten die von den Fans erwartete Reaktion und bauten massiven Druck auf. Russell nutzte diese Phase zum Ausgleich. Hier kann man den Eisbären kaum einen Vorwurf machen – solche Druckphasen sind schwer zu verteidigen, und die Qualität im Kölner Kader ist nun mal vorhanden.

Auch der zweite Gegentreffer fällt noch in diese Kategorie. Viel ärgerlicher waren der dritte und der vierte Treffer. Hier zeigten sich schon eher die altbekannten Schwächen unserer Verteidigung. Aber dennoch versuchte man die Kölner weiter unter Druck zu setzen!

Aber man muss auch anerkennen, dass die Haie heute ab den zweiten Drittel deutlich besser verteidigten und Juvonen zu seiner soliden Form zurückgefunden hat. Zudem mussten die Haie auch diese Reaktion zeigen, weil man sonst mit einem 0:2 Serienrückstand zurück nach Berlin gereist wäre.

Die Eisbären sicherlich mit einigen falschen Entscheidungen im Mittelabschnitt, aber sie waren dennoch nicht chancenlos. Das ist Eishockey! Wir haben im ersten Spiel gesehen, wie schnell so ein Spiel in eine Richtung kippen kann. Da ist man manchmal machtlos als Spieler. Auch der Torwartwechsel zu Hildebrand sollte daran nichts mehr ändern! Es lag auch nicht an Stettmer! 

Im letzten Drittel versuchten die Eisbären noch einmal alles, wurden aber früh ausgekontert und damit endgültig ausgebremst. Dennoch blieb man bemüht, doch Köln hatte nun natürlich deutlich mehr Räume und spielte das Spiel souverän herunter. Ein bisschen erinnerte das an das letzte Drittel vom Mittwoch – nur eben aus umgekehrter Sicht. Die Aktion von Veilleux war leider komplett unnötig und wird sicherlich eine Strafe nach sich ziehen. Wieder Veränderungen im Line-Up!

Unterm Strich bleibt festzuhalten: Die Haie haben genau die Reaktion gezeigt, die man von einem solchen Team erwarten muss. Und ganz ehrlich – es war doch klar, dass sich Köln mit diesem Kader nicht einfach geschlagen geben wird.

Jetzt haben wir eine echte Playoffserie! Deutlich enger und intensiver als im letzten Jahr – und als Eishockeyfan eigentlich genau das, was man sich wünscht. Auch wenn man nach dem ersten Drittel natürlich hoffen durfte, mit 2:0 in Führung zu gehen.

Das gilt es jetzt abzuhaken. Am Sonntag geht es wieder bei null los! Eine Antwort der Eisbären wird kommen müssen – und man darf absolut optimistisch sein, dass sie auch kommt.

Und zum Abschluss nochmal die Erinnerung: Wir stehen im Halbfinale! Das ist nach dieser Saison alles andere als selbstverständlich. Vielleicht hilft dieser Gedanke, die Emotionen ein wenig einzuordnen. Leider brachen diese Emotionen bei einigen Kommentierenden nach dem zweiten Drittel aus! 😉

Wir wünschen euch einen schönen Samstag und lesen bzw. sehen uns nach dem nächsten Spiel wieder! Macht’s gut! 😌🙏

📸: City-press GmbH

Schreibe einen Kommentar