Tigers besiegt – Haie im Blick
Die aktuelle Lage bei den Eisbären
Es ist tatsächlich vollbracht! Die Eisbären gewannen die Viertelfinal-Serie gegen die Straubing Tigers wie von uns prognostiziert mit 4:2 und stehen zum dritten Mal in Folge im Playoff-Halbfinale. Nach einer krachenden Auftakt-Niederlage am Pulverturm (1:5) konnten die Berliner den Tigers immer mehr ihr Spiel aufzwingen und zeigten vor dem Tor ihre bekannte Kaltschnäuzigkeit.
Vor allem Topscorer Ty Ronning, der in den sechs Spielen auf satte zehn Scorerpunkte (fünf Tore, fünf Vorlagen) kam, drückte dieser Serie einmal mehr seinen Stempel auf. Das war allerdings auch bitter nötig, da weitere potenzielle Goalgetter bzw. Scorer wie Liam Kirk (ein Tor, eine Vorlage), Freddy Tiffels (zwei Vorlagen) und Leo Pföderl (eine Vorlage) bislang noch kaum zur Geltung kamen. Immerhin trafen in Spiel sechs mit Yannick Veilleux, Andy Eder, Adam Smith, Jonas Müller und Siegtorschütze Markus Vikingstad auch EHC-Spieler, von denen man dies nicht unbedingt erwartet. Auch defensiv passte vor allem im letzten Spiel (6:5) eher wenig. Jonas Stettmer musste mehrmals Kopf und Kragen riskieren und machte in der Serie einen ruhigen und sicheren Eindruck.
Ein starker Rückhalt wie er wird auch im Halbfinale gegen Köln vonnöten sein. Gegen Straubing war nicht alles Gold, was glänzt. Trotzdem stehen die Eisbären nach einer äußerst komplizierten Spielzeit – derzeit stehen weiterhin fünf Spieler (Geibel, Reinke, Khodorenko, Byron, Noebels) nicht zur Verfügung, erneut unter den besten vier Mannschaften Deutschlands. Allein diese Tatsache nötigt Trainer Serge Aubin und Co. großen Respekt ab.
Der Gegner im Halbfinale: Kölner Haie
Die Haie warten seit mittlerweile 24 Jahren auf die nächste Meisterschaft in der DEL. Im letzten Vertragsjahr von Trainer-Legende Kari Jalonen soll es nun nach Meinung der Haie-Fans und vieler Experten soweit sein. Der überlegene Primus der Hauptrunde zog mit weißer Weste ins Halbfinale ein. Trotz einiger enger Spiele (1:0, 4:2, 4:2, 2:1 n.V.) gewannen die Haie die Serie gegen Schwenningen mit 4:0 und haben nun einige Zeit mehr als die Berliner, um sich auf das Halbfinale vorzubereiten. Köln brannte im Viertelfinale wahrlich kein Feuerwerk ab, konnte sich aber wie gewohnt auf Star-Goalie Janne Juvonen (95,45 Prozent Fangquote) verlassen. Offensiv traten am ehesten Eisbären-Schreck Nate Schnarr und Ex-Eisbär Louis-Marc Aubry (jeweils drei Punkte) in Erscheinung.
Die Haie zeichnet neben einer hervorragenden taktischen Ausrichtung und hoher Disziplin eine beeindruckende Kader-Tiefe aus. Alle Reihen sind torgefährlich, das Powerplay ist u.a. dank der finnischen Scharfschützen Kemiläinen und Kaski das beste der Liga und auch defensiv lassen die Kölner nicht viele Chancen des Gegners zu. Wir dürfen gespannt sein, inwiefern die Eisbären ihre Stärken aufs Eis bringen können. Auf Grund der bisher sehr überzeugenden Vorstellungen und eines Kaders, der defensiv wie offensiv kaum Schwächen zeigt, gehen die Haie als klarer Favorit in die Serie gegen die Eisbären.
Players to watch:

Ty Ronning war in der Serie gegen Straubing erneut der Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Eisbären. Der kleine Wirbelwind war mit zehn Punkten in sechs Spielen kaum zu stoppen und riss mit seiner Energie in jedem Wechsel seine Mitspieler regelrecht mit. Auch gegen die defensivstarken Haie werden die Berliner ihre treffsichere Nummer neun benötigen.

Les Lancaster ist aus dem Line-Up der Eisbären mittlerweile nicht mehr wegzudenken und steht mit einer +5 zusammen mit Ty Ronning ganz oben in der internen Plus/Minus-Statistik der Eisbären. Ob in der Verteidigung oder im Sturm – die Nummer 74 der Berliner überzeugt in jedem Wechsel, spielt konstant mit wenig Fehlern, treibt den Puck nach vorne und ist zudem auch noch torgefährlich. Lancaster kam als absoluter Notnagel nach Berlin und geht nun als Leistungsträger voran. Diese Entwicklung haben ihm nur wenige Fans und Experten zugetraut. So können sich immer mehr Eisbären-Fans einen Verbleib des US-Amerikaners in der Hauptstadt durchaus vorstellen.

Nate Schnarr ist der personifizierte Eisbären-Schreck in Trikot der Kölner Haie. Er traf in der Hauptrunde insgesamt vier Mal gegen die Berliner und war mit seinen verwandelten Penaltys der Matchwinner bei beiden Auswärtssiegen der Kölner in der Uber Arena. Schnarr kommt in dieser Saison in 45 Spielen auf starke 43 Punkte und war auch im Viertelfinale gegen Schwenningen der auffäligste Kölner Stürmer. Die Nummer 76 der Haie ist trotz seiner Größe von 1,91 m ein hervorragender Skater und nur schwer vom Puck zu trennen. Den Eisbären steht eine gewaltige Aufgabe bevor, diesen Top-Stürmer von der gefährlichen Zone vor Jonas Stettmer fernzuhalten. Für die kommende Saison soll der Haie-Center laut Gerüchten bereits beim Schweizer Kultclub Ambri-Piotta im Wort stehen.

Valtteri Kemiläinen hat seinen Ruf als herausragender Offensiv-Verteidiger auch in seiner ersten Saison im Haie-Trikot bestätigt. Der schussgewaltige Finne kommt in 55 Spielen auf 45 Punkte, schaltet sich gerne in das Umschaltspiel der Haie ein und ist natürlich auch im Powerplay gesetzt. Kemiläinen gilt als erfahrener und verlässlicher Routinier, der stets die richtigen Entscheidungen trifft.
Wie geht die Serie aus?
Wie weiter oben schon geschrieben gelten die Haie als klarer Favorit. Wir dürfen gespannt sein, wie stark die Eisbären mit ihrer meisterlichen Playoff-Erfahrung dagegenhalten können. Zur Vorbereitung auf die Serie könnt ihr gerne in unseren neuen Podcast hereinhören (He kütt dä Meister). Wir wünschen allen Eisbären-Fans viel Freude beim Verfolgen dieser Serie zweier Schwergewichte der DEL.
Hier unsere Tipps für den Ausgang der Serie:
Jakob: KEC-EBB 3:4
Alex: KEC-EBB 2:4
Holzi: KEC-EBB 2:4
Felix: KEC-EBB 4:1
