Spielbericht: Straubing vs. Eisbären
Die Eisbären verlieren ihr erstes von drei Matchpuck-Spielen knapp mit 1:2 nach Verlängerung in Straubing. Es war ein Abend, an dem nicht wirklich viel funktionieren wollte – und einer, der einmal mehr gezeigt hat, dass die wunderbare Welt der Statistiken nicht viel wert ist. Genau das gilt es nun in gewohnter Form zu analysieren!
Leider müssen wir heute wieder etwas ausführlicher auf das Line-Up schauen. Kai Wissmann fiel angeschlagen aus, wodurch Les Lancaster auf seine Position neben Jonas Müller rückte. Lean Bergmann kehrte in die vierte Reihe zu Wiederer und Hördler zurück, während Dea seinen Platz einnahm – und dabei tatsächlich einen der besseren Eindrücke hinterließ.
Ansonsten blieb vieles beim Alten, doch diese gezwungenen Umstellungen und insbesondere der Ausfall von Wissmann wirbelten das Gefüge der Mannschaft spürbar durcheinander.
Zum ersten Mal in der DEL-Geschichte gelang es einem Eisbärenteam nicht, eine 3:1-Serie im fünften Spiel zu beenden. Zehnmal zuvor war das gelungen – eine Zahl, die die Dominanz der letzten zwei Jahrzehnte eindrucksvoll unterstreicht. Aber was sind schon Statistiken? Es sollte nicht die einzige an diesem Abend bleiben, die letztlich keine Bedeutung hatte. Kommen wir zum Spielgeschehen!
Es entwickelte sich eine sehr vorsichtige Partie. Die Tigers wollten zwar Druck erzeugen, agierten dabei aber mit Bedacht, um nicht in Konter zu laufen. Auch das Forechecking beider Teams war entsprechend zurückhaltend. Die Eisbären verfolgten einen ähnlichen Matchplan – was angesichts der Umstellungen durchaus sinnvoll erschien. Weniger Risiko, mehr Kontrolle, um Sicherheit ins Spiel zu bekommen. Doch diese Hoffnung erfüllte sich leider nicht.
Schon im ersten Drittel machte man die Gastgeber durch eigene Fehler stark. Die besten Chancen der Tigers resultierten nahezu ausschließlich aus Berliner Unsauberkeiten im Aufbau. Immer wieder trafen vor allem die Verteidiger falsche Entscheidungen: falsche Seitenwahl, ungenaue Befreiungsschläge oder zu langes Zögern im Passspiel, sodass der Forecheck doch noch greifen konnte. Besonders Adam Smith hatte in dieser Phase mehrere unglückliche Aktionen. Das Defensivverhalten erinnerte leider stark an die problematischen Phasen aus der Saison.
Und dennoch setzten die Eisbären auch offensive Akzente. Weniger als in den Spielen zuvor, aber das ist in einem solchen Spiel nicht ungewöhnlich. Schon im ersten Wechsel hätte Marcel Noebels die Führung erzielen können. Als dann ein eher harmloser Schuss von Eric Mik durch Danjo Leonhardt unhaltbar für Henrik Haukeland abgefälscht wurde, hatte man kurzzeitig das Gefühl: „Das läuft heute wieder in unsere Richtung.“ Doch dieses Gefühl sollte trügerisch sein.
Im zweiten Drittel erhöhten die Tigers den Druck und intensivierten phasenweise ihr Forechecking. Dennoch dauerte es rund sechs Minuten, bis daraus ein Treffer resultierte – auch ein Zeichen für die Abschlussprobleme der Gastgeber. Der Ausgleich entstand erneut aus einem Aufbaufehler der Eisbären, die an diesem Abend nie wirklich zu ihrer klaren Linie aus den vorherigen Spielen fanden.
Anschließend setzte sich das abwartende Spiel fort, diesmal mit leichtem Übergewicht für die Eisbären – jedoch ohne zählbaren Ertrag. Auch offensiv fehlte die nötige Effizienz.
Im letzten Drittel änderte sich zunächst wenig. Als die Tigers zunehmend ins Risiko gingen, boten sich Konterchancen. Eine davon hätten Dea und Hördler beinahe zur Führung genutzt – doch Hördler war am Ende etwas zu nah am Torhüter. An sich war das ein hervorragend ausgespielter Gegenstoß.
In der Folge erhöhten die Tigers den Druck spürbar. Die Eisbären verteidigten nun stabiler, hatten aber auch das ein oder andere Mal das nötige Puckglück auf ihrer Seite. So blieb zumindest die Hoffnung auf ein positives Ende in der Verlängerung bestehen. Zumal die Tigers statistisch gesehen 7 Overtimes in Folge verloren haben! Tine Braun lieferte die perfekte menschliche und fachliche Reaktion auf diese Statistik. Es ist einfach nicht dieselbe Straubinger-Mannschaft der 7 Overtime-Niederlagen auf dem Eis, somit ist diese Statistik definitiv nicht in den Köpfen der Spieler. Sie wird auch schlecht in der Kabine ausgehängt sein. Dieses ganze Aufbauschen von Statistiken, wie es bei Magenta Sport leider oft gemacht wird, geht mir persönlich mittlerweile ordentlich gegen den Strich!
Die Hoffnung auf einen doch positiven Ausgang der Partie wurde jedoch früh zunichtegemacht. Ty Ronning musste nach einem klaren Beinstellen auf die Strafbank. In der folgenden Unterzahl verpassten es die Eisbären mehrfach, die Scheibe zu klären, verloren entscheidende Zweikämpfe und mussten zu lange in derselben Formation verteidigen. Die daraus entstehenden Lücken nutzte Hede schließlich zum Siegtreffer.
Unterm Strich war es kein guter Auftritt unserer Eisbären. Besonders ärgerlich, weil die Tigers auch an diesem Abend absolut schlagbar waren – trotz der enormen Bedeutung des Spiels für die Gastgeber.
Aber: Es geht weiter! Bereits am morgigen Ostersamstag bietet sich die Chance, in der heimischen Arena den Sack zuzumachen!
Wir wünschen euch einen ruhigen Karfreitag und sehen uns morgen um 16:30 Uhr in der Uber Arena! 🙏🏒
📸: City-press GmbH
