Spielbericht: Straubing vs. Eisbären
Da ist es: das Heimrecht! Die Eisbären gewinnen das dritte Spiel der Viertelfinalserie in Straubing verdient mit 4:2 und gehen somit mit 2:1 in Führung! Warum man hier wirklich von „verdient“ sprechen darf, gilt es nun in gewohnter Form zu analysieren!
Nachdem wir nach dem letzten Heimspiel noch über einige Umstellungen sprechen mussten, ergaben sich heute im Line-Up keine Veränderungen. Auch Moritz Kretzschmar war nach dem Check von Marcel Brandt wieder einsatzbereit. Somit setzte man auf den Faktor Konstanz, der bereits ein ausschlaggebender Punkt für den erfolgreichen Endspurt in der Hauptrunde war. Natürlich stand auch wieder Jonas Stettmer im Tor – und man darf es gerne vorwegnehmen: Er bot eine nahezu tadellose Leistung! Aber das galt heute nicht nur für ihn!
Bereits in den ersten Wechseln war zu erkennen, dass die Auftaktpartie nur ein Ausrutscher war. Die Eisbären präsentierten sich von Beginn an wach und griffig in allen Bereichen des Spiels. In jeder Aktion war zu spüren, dass man gewillt war, das erste Spiel der Serie vergessen zu machen. Besonders auffällig war auch das konsequente Aufräumen vor dem eigenen Tor!
So erspielte man sich früh ein klares Chancenübergewicht. Einzig ein Treffer wollte zunächst noch nicht fallen. Die Gastgeber kamen nur durch vereinzelte, gut gespielte Pässe zu Möglichkeiten – meist dann, wenn die Eisbären für einen kurzen Moment ungeordnet waren. Doch diese Situationen wurden allesamt von Jonas Stettmer entschärft. Zudem traten seine Vorderleute deutlich stabiler auf, sodass solche Szenen insgesamt selten blieben!
Der Führungstreffer war sinnbildlich für das gesamte Spiel. Die Eisbären erobern die Scheibe im eigenen Drittel und tragen sie nahezu ungestört nach vorne. In diesem Fall war es Les Lancaster, der von der eigenen Torlinie bis zum Abschluss durchmarschierte. Der Puck wurde zwar noch abgefälscht – ansonsten hätte man sicherlich auch über Henrik Haukeland sprechen müssen – aber uns kann es egal sein. Die Führung war mehr als verdient!
In der Folge versuchten die Tigers, mehr Druck aufzubauen. Der Ausgleich resultierte dann auch aus einer dieser wenigen Druckphasen. Ein Schuss von der blauen Linie wurde ins Gewühl vor dem Tor gebracht, wo Connolly den Rebound verwerten konnte. Wenn überhaupt, war das eine der wenigen Szenen, in denen Stettmer nicht ganz souverän wirkte.
Doch auch danach blieben die Eisbären die spielbestimmende Mannschaft. Der überragende Ty Ronning bediente Lancaster an der blauen Linie, der erneut kompromisslos abzog. Marcel Noebels hatte vor dem Tor perfekt positioniert gestanden, war aber wohl nicht mehr entscheidend an der Scheibe. Generell muss man festhalten: Les Lancaster spielt aktuell in einer herausragenden Verfassung – das darf auch an einem Abend mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung nicht unerwähnt bleiben!
Mit dieser verdienten Führung ging es ins zweite Drittel. In dieses fanden die Tigers etwas besser hinein, auch begünstigt durch ihr erstes Powerplay. Allerdings benötigten sie dafür auch die Mithilfe der Eisbären. Da dies jedoch keinen entscheidenden Einfluss auf den Spielausgang hatte und die restlichen Unterzahlsituationen wieder souverän verteidigt wurden, wollen wir hier nicht zu hart ins Gericht gehen.
Die Reaktion der Eisbären war erneut beeindruckend! Mit zwei schnellen Treffern durch Bergmann und Ronning entschied man dieses wichtige Auswärtsspiel frühzeitig. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wirkten die Tigers gebrochen. Auch wenn die Gastgeber am Ende mehr Torschüsse verzeichneten, waren sie keineswegs die bessere Mannschaft – im Gegenteil!
Die Partie erinnerte in vielen Phasen an die Serien der vergangenen Jahre. Straubing wirkte teilweise geschockt vom Spielverlauf, oft ohne echte Präsenz auf dem Eis. Auffällig war, dass vor allem Spieler, die die letzten Serien nicht erlebt haben, mit Energie und Einsatz vorangingen – allen voran Ryan Merkley. Insgesamt war es jedoch über weite Strecken ein überraschend blutleerer Auftritt der Gastgeber.
Das lag allerdings auch an der konsequenten Leistung der Eisbären. Kein Vergleich mehr zum ersten Spiel der Serie! Während man am Freitag noch von Nervosität geprägt war, spielte man heute deutlich befreiter auf – fast so, als hätte der Heimsieg den entscheidenden Knoten gelöst.
Dennoch gilt es, auf dem Boden zu bleiben. Es war ein sehr starker Auswärtsauftritt, aber entschieden ist natürlich noch lange nichts! Das Spiel am Dienstag bekommt nun allerdings einen ganz anderen Charakter!
Wir wünschen allen Auswärtsfahrern eine sichere und angenehme Heimreise und euch allen einen guten Start in die neue Woche! Wir lesen und sehen uns am Dienstagabend nach Spiel 4 wieder! 😌🏒
📸: City-press GmbH
