Spielberichte

Spielbericht: Eisbären vs. München

Holla die Waldfee! Was für ein emotionaler Abend in der Uber Arena! Die Eisbären sichern sich in einer erneut fulminanten Partie den direkten Playoffplatz 6! Bremerhaven muss in die Pre-Playoffs gegen die Nürnberg Ice Tigers! Warum das Spiel dennoch lange auf Messerschneide stand, gilt es nun in gewohnter Form zu analysieren!

Die Eisbären gingen logischerweise mit unverändertem Line-Up in die Partie, erwischten aber einen schwierigen Start gegen erwartbar griffige Münchner Gäste. Nicht umsonst hatte Felix im Vorbericht vorsichtshalber mit einer Niederlage gegen die Roten Bullen gerechnet. Generell tun wir uns seit Jahren in Heimspielen gegen München schwer. In dieser Saison zeigen die Süddeutschen zudem konstant gute Leistungen. Das System des neuen Headcoaches wurde von Spiel zu Spiel mehr verinnerlicht und umgesetzt.

Dieses System ist geprägt von stabiler defensiver Arbeit im eigenen Drittel und einem extrem mutigen Forechecking in der gegnerischen Zone. Permanent setzt der Center die Verteidiger der gegnerischen Mannschaft unter Druck, zudem schieben die eigenen Verteidiger geschickt nach und machen die blaue Linie dicht. Es hat gewisse Parallelen zum typischen Powereishockey der Eisbären. Allerdings ist dieses System auch gewissen Risiken ausgesetzt. Wenn man den Druck überspielen kann, ist man sehr anfällig für Konter. Darauf kommen wir gleich noch zu sprechen.

Zunächst hatten unsere Jungs große Probleme mit dem Forecheck der Gäste. Viel zu oft wirkte dieses Pressing effektiv, die Scheiben wurden von den Münchnern gut festgemacht und anschließend clever im Drittel verteilt. So erspielten sich die Gäste eine optische Überlegenheit. Diese wurde allerdings im Laufe des ersten Drittels immer mehr von den Eisbären neutralisiert. Zwar tat man sich weiterhin schwer mit der aggressiven Spielweise der Bullen, aber man fand zunehmend Lösungen, das Pressing zu überspielen.

Am besten gelang dies beim ersten Führungstreffer durch Manuel Wiederer. Der in den letzten Spielen oft glücklose und unsichere Adam Smith spielte einen herausragenden Flip-Pass aus dem eigenen Drittel genau in den Lauf von Manu. Dieser deutete geschickt den Querpass auf den mitgelaufenen Mitspieler an und überwand dann selbst eiskalt den heute glücklosen Bibeau. Die Führung war zu diesem Zeitpunkt durchaus etwas konträr zum Spielverlauf – aber genau solche Momente muss man eben eiskalt ausnutzen.

Der Beginn des Mittelabschnitts war dann zunächst von großer Verunsicherung auf Eisbärenseite geprägt. Zwar hatte man gleich zu Beginn einen offensiv druckvollen Wechsel, doch in der Defensive kehrten kurzzeitig alte Unsicherheiten zurück. Ohne Not spielte Mik den Puck blind in die Rundung, der daraus resultierende Puckverlust wurde von München eiskalt ausgenutzt. Auch danach blieben die Gäste druckvoll, die Mannschaft von Serge Aubin wirkte für einige Minuten völlig von der Rolle.

Als es dann auch noch eine zweifache Strafe gegen Kai Wissmann gab, rechneten viele bereits mit dem schlimmsten Szenario. Doch das Unterzahlspiel knüpfte nahtlos an die starken Leistungen aus Köln und gegen Mannheim an. Es kam sogar noch besser: Man blieb nicht nur ohne Gegentor, sondern erzielte sogar den erneuten Führungstreffer. Niemeläinen gewann entscheidend den Zweikampf in der neutralen Zone und schickte Kirk und Tiffels auf die Reise. Ein sehr energiereicher Treffer! Danach war das Team wie ausgewechselt – keine Spur mehr von der Nervosität der ersten Minuten im zweiten Drittel.

Man zeigte nun eine ähnlich dominante Phase wie im Mittelabschnitt gegen Mannheim. Anders als noch am Freitag war man diesmal auch in der Lage, die Führung weiter auszubauen. Zwar ließ man eine doppelte Überzahl ungenutzt – was einige Querulanten (auch als Meckerköppe bekannt!) in der Halle wieder lautstark kommentierten – doch wenig später nutzte man eine einfache Überzahl zum verdienten 3:1 durch Andy Eder. Ja, perfekt ist das Powerplay weiterhin nicht, aber man gibt nicht auf und ist in den letzten Spielen wieder deutlich häufiger erfolgreich.

Als dann auch noch der vierte Treffer fiel, kippte die Stimmung in der Halle endgültig in Richtung Euphorie. Die Eisbären spielen offensiv vielleicht nicht immer das schnellste oder passgenaueste Eishockey, aber sie treten aktuell mit enorm viel Leidenschaft auf – und das weckt momentan wieder einiges an Hoffnung.

Im letzten Drittel spielten die Eisbären die Partie schließlich sehr souverän herunter. Man überstand noch einige Unterzahlsituationen und erzielte durch Yannick Veilleux sogar noch den fünften Treffer. Jonas Stettmer hielt zudem alles, was auf seinen Kasten kam. Insgesamt waren die Münchner zwar im ersten Drittel aktiver, aber wirklich zwingend oder dominant war ihr Auftritt über das gesamte Spiel gesehen auch nicht.

Somit erledigten unsere Jungs ihre Hausaufgaben am Ende sehr überzeugend. Bremerhavens Heimsieg gegen Dresden bleibt damit nur eine Randnotiz für die Statistikbücher 📒. Die Eisbären treffen nun im Viertelfinale auf die Straubing Tigers. Dass die Teammoral im Team derzeit stimmt, zeigte auch die Jubelszene nach dem Spiel. Die Mannschaft stellte sich bewusst im Kreis auf, um gemeinsam mit allen Fans in der Halle den Jubelgesang zu feiern. Auch der anschließende Besuch in der Fankurve war ein schönes Zeichen.

Nun geht es in der übernächsten Woche zunächst nach Straubing, ehe am Freitag, dem 27.03., das erste Heimspiel der Serie ansteht. Felix wird euch wie gewohnt rechtzeitig darauf einstimmen. Bis dahin können wir die Pre-Playoffs entspannt als Zuschauer verfolgen.

Euch wünschen wir nun erst einmal eine ruhige und entspannte Zeit! 😌🏒

📸: City-press GmbH

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