Spielberichte

Spielbericht: Eisbären vs. Bremerhaven

Während ich anfange, diese Zeilen zu schreiben, muss ich erst einmal tief durchatmen. Es war schon vor Spielbeginn klar, dass es ein besonderes Spiel werden würde. Mit einem Sieg hätten die Eisbären den heiß umkämpften sechsten Tabellenplatz von Bremerhaven übernehmen können. Ein Sieg der Gäste hätte eine kleine Vorentscheidung bedeutet. Und so ist es leider auch gekommen: Die Eisbären verlieren diese immens wichtige Partie mit 1:3. Wie es dazu kommen konnte, gilt es nun in gewohnter Form zu analysieren.

Die Eisbären gingen mit nahezu unverändertem Line-Up in die Partie. Nach dem Leistungsprinzip rückte Les Lancaster in die nominell erste Formation neben Kirk und Eder. Eric Mik ersetzte den zuletzt schwach agierenden Smith. Mitch Reinke absolvierte lediglich zwei Wechsel und war danach nicht mehr im Einsatz – möglicherweise ein Opfer der aufgeheizten Partie.

Ich möchte euch vorwarnen: Ein Thema werde ich heute häufiger ansprechen. Und ich betone ausdrücklich – es geht nicht um die Gästefans. Zu viele positive Auswärtsfahrten nach Bremerhaven belegen die typische norddeutsche Gastfreundschaft. Ich meine die dreckige, grenzwertige Spielweise, die man von den Pinguins seit Jahren kennt. Und nein, sie ist nicht hauptursächlich für die Niederlage. Aber sie gehört zur Einordnung dieses Abends einfach dazu.

Die ersten Wechsel gehörten den Gästen. Bremerhaven war wacher, aggressiver und erzielte durch fairen Druck in der Offensivzone den verdienten Führungstreffer durch Nino Kinder. Der stand leider völlig blank im Slot – kein guter Auftakt für unsere Eisbären. Danach fanden sie jedoch immer besser in die Partie. Das erste Powerplay war nahezu herausragend gespielt – eine Aussage, die man in dieser Saison nicht allzu oft treffen konnte. Nur der Puck wollte einfach nicht über die Linie. Schade!

Was hingegen konstant bleibt: Jede Strafe gegen Bremerhaven wird ausdiskutiert, kommentiert, begleitet. Eigene Vergehen werden gerne übersehen. Jensen hätte im ersten Drittel mehrfach auf der Strafbank sitzen müssen. Aber wehe, es wird einmal gegen sie gepfiffen – dann sind Friesens, Bruggissers und Wejses sofort bei den Schiedsrichtern. Eine unangenehme Angewohnheit, die leider Methode hat und offensichtlich Wirkung zeigt, weil sie nicht konsequent unterbunden wird.

Zurück zum Spiel: Die Eisbären erspielten sich nun Chance um Chance. Jeder Wechsel strahlte Gefahr aus. Nur der Torerfolg blieb aus. Und wie so oft in dieser Saison lief man in der eigenen Drangphase in einen Konter. Wieder durfte ein Spieler gegen uns seinen Premierentreffer feiern. Es passt leider ins Bild.

Wenn vorne die verdienten Tore fallen, wären diese defensiven Aussetzer verkraftbar. Doch am Ende des Tages steht genau ein eigener Treffer auf der Anzeigetafel. Das ist schlicht zu wenig. Und dennoch: Vom Einsatz her kann man der Mannschaft heute keinen Vorwurf machen. Im Gegenteil. Die Art und Weise, wie man sich – vor allem in den ersten beiden Dritteln – Chancen erspielte, macht Hoffnung. Da war Tempo, da war Mut, da war Leichtigkeit. Nur hilft das am Ende nichts, wenn die Effizienz fehlt.

Auch im Mittelabschnitt spielte man sich offensiv in einen kleinen Rausch, blieb aber weitere Torerfolge schuldig. Begleitet wurde das Drittel von weiteren Unsportlichkeiten der Gäste. Eine Aktion wurde zurecht geahndet, eine weitere hätte ebenfalls eine größere Strafe verdient gehabt. Und selbstverständlich wurde auch hier wieder ausgiebig diskutiert. So nervig dieses Verhalten ist – eines muss man anerkennen: Bremerhaven spielt clever. Mit minimalem Aufwand erzeugen sie maximalen Ertrag. Sie sind effizient, diszipliniert im System und nutzen Fehler eiskalt.

Im letzten Drittel gelang es den Eisbären nicht mehr, den Druck aus den ersten 40 Minuten konstant hochzuhalten. Vielleicht fehlten die Körner, vielleicht auch das letzte Quäntchen Glaube. Druckphasen kamen – aber zu spät. Gefühlt hätte man heute noch eine Stunde weiterspielen können, ohne dass sich das Ergebnis verändert hätte.

So verlieren die Eisbären nicht nur das siebte Spiel in Folge gegen Bremerhaven, sondern vor allem den direkten Anschluss an Platz 6. Realistisch betrachtet müssen wir uns zunehmend mit dem Thema Pre-Playoffs beschäftigen. Es bleibt ein weiterer ernüchternder Abend in einer Saison, in der „mehr drin gewesen wäre“ mittlerweile zum Dauerzustand geworden ist.

Und trotzdem: Der Einsatz stimmt. Das Fundament ist da. Es fehlt an Effizienz, an Konstanz, an Cleverness in den entscheidenden Momenten. Nun heißt es, das Intensitätslevel hochzuhalten. Die nächsten Heimspiele folgen erst am übernächsten Wochenende gegen Mannheim und München, davor stehen schwere Auswärtsaufgaben in Dresden, Nürnberg und Köln an. Felix wird euch wie gewohnt darauf einstimmen.

Bis dahin wünschen wir euch einen möglichst entspannten Wochenstart. Durchatmen. Weiter machen. 🙏😌

📸: City-press GmbH

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