Spielbericht: Straubing vs. Eisbären
Nach zuletzt fünf Siegen in Straubing mussten sich die Eisbären am gestrigen Freitagabend den gastgebenden Tigers mehr als verdient geschlagen geben. Somit ließ man die Chance liegen, in der Tabelle an den Straubingern vorbeizuziehen. Wie es zu der 3:5-Niederlage kommen konnte, gilt es nun in gewohnter Form zu analysieren!
Die Eisbären traten mit dem aus den letzten Wochen gewohnten Line-up an, in dem es nur noch punktuelle Rotationen zwischen wenigen Sturmreihen gibt. Man merkte den Gastgebern an, dass sie sich nach den zuletzt punktetechnisch enttäuschenden Wochen viel vorgenommen hatten. Sie wirkten bissiger in den Zweikämpfen und suchten immer wieder über die Verteidiger an der blauen Linie schnelle und durchaus gefährliche Abschlüsse. Allerdings gerieten die Eisbären in dieser frühen Phase der Partie nicht wirklich ins Schwimmen. Es war vielmehr ein fast schon typischer Start in Straubing, dem sich alle Gegner erst einmal erwehren müssen.
Als Eric Mik dann etwas ruppig in die Bande befördert wurde, spielten unsere Jungs das erste Überzahlspiel des Abends. Leider wirkte die numerische Überlegenheit wie ein Boomerang: Die bayerischen Gastgeber erspielten sich mehr gefährliche Gelegenheiten als die Eisbären selbst. Ohne Jake Hildebrand hätte es bereits zu diesem Zeitpunkt 0:1 stehen können. Wenig später war es dann aber soweit. Die Eisbären waren hinten nicht gut genug abgesichert und mussten sich den schnörkellosen Passstafetten der Tigers geschlagen geben. Am Ende war es ausgerechnet der Übeltäter, der direkt von der Strafbank kam und per Direktabnahme traf. Das ging in dieser Phase viel zu einfach! Und ja, mit Wissmann und Ronning fehlen zwei exzellente Powerplay-Spieler – dennoch darf das eigene Überzahlspiel nicht zur Gefahr für den eigenen Torwart werden.
Anschließend versuchten die Gastgeber, die Führung weiter auszubauen, vernachlässigten dabei jedoch ihre defensive Absicherung. So konnten die Eisbären durch Manuel Wiederer einen Konter mustergültig abschließen und kurz darauf durch Markus Vikingstad zu Beginn des zweiten Drittels sogar in Führung gehen. Zu diesem Zeitpunkt durfte man durchaus hoffen, dass sich die bekannten Abläufe der letzten Auswärtsspiele am Pulverturm wiederholen würden. Allerdings hatten die Eisbären auch zu diesem Zeitpunkt im Mittelabschnitt nicht wirklich viel zu melden. Die Tigers zeigten in diesem Drittel ihr über Jahre gewohntes offensives Powereishockey. Die Eisbären wurden über lange Phasen im eigenen Drittel eingeschnürt, der kurze Wechsel von den Gastgebern hervorragend genutzt.
In dieser Phase agierten die Eisbären einfach nicht clever genug in den Zweikämpfen und schafften es kaum, für Entlastung zu sorgen. Mit zunehmend schweren Beinen war man dann in den entscheidenden Situationen vor dem eigenen Tor nicht mehr konsequent genug, sodass die Treffer zum 3:2 und 4:2 fielen. Es waren Tore des Willens – das muss man neidlos anerkennen. Der Ausgleich zum 2:2 hingegen resultierte erneut aus einem Wechsel- und Stellungsfehler in der Eisbären-Defensive. Dieser Treffer war definitiv vermeidbar! Die beschriebene Drangphase der Tigers dagegen ist deutlich schwerer zu verhindern und zu überstehen. Respekt an dieser Stelle für die Leistung der Gastgeber im Mittelabschnitt.
Das letzte Drittel dominierten dann die Eisbären. Wieder war es vor allem die Reihe um Byron, Noebels und den letztlich wieder erfolgreichen Yannick Veilleux, die für viel Druck sorgte. Aufgrund der zahlreichen Chancen hätten sich die Eisbären hier den Ausgleich durchaus verdient gehabt. Über das gesamte Spiel betrachtet geht der Sieg der Tigers jedoch in Ordnung. Somit gelingt es den Eisbären erneut nicht, eine Siegesserie zu starten. Immerhin sind mit Dea, Wissmann, Geibel und Niemeläinen vier Langzeitverletzte wieder ins leichte Eistraining zurückgekehrt – vor allem Geibel und Wissmann fehlen defensiv spürbar.
Bis dahin heißt es für unsere Jungs weiter durchhalten! Am morgigen Samstag gastieren die Schwenninger Wild Wings in der Uber Arena. Die „wilden Schwäne“ verloren gestern das Derby gegen die Adler deutlich mit 0:5 (!). Somit erwartet uns morgen ein Duell der „Enttäuschten“. Wir wünschen euch heute einen entspannten Samstag und am Sonntag einen spielerisch erfolgreichen dritten Advent! 🕯️🕯️🕯️🙏
📸: City-press GmbH
